Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Der  Landeswahlausschuß,  der  aus
dem  Landeswahlkommissar  und  den  Vertrauensen
  der  einzelnen  Vorschläge  besteht,  ent.

det  über  die  Aulaͤssigleit  der  Wahlvor
läge;  sie  sind  am  7.  Jannar  1919  öffentlich
belanntzugeben.

Ausübung  der  Wa

Fur  die  Durchführung  der  2  ner  ähn.
#che  Vorschriften,  wie  sie  bisher  schon  für  die
Landtags  u.  Reichstagswahlen  in  Kraft  waren.
Für  jeden  Stimmbezirk  wird  ein  Wahlvorstand
Ha#,  der  die  Geschäfte  der  Wahl  zu  leiten

.  Es  können,  wenn  in  einem  Stimmbezirk  für

mer  und  Frauen  getrennte  Wählerlisten  an.
geegt  find,  auch  getrennte  Wahlräume
stimmt  werden.  Die  Wahl  beginnt  um  9  Uhr
vormittags  und  dauert  bis  3  Uhr  nachmittags.

Jeder  Wähler  kann  seine.  Stimme  nur  für
einen  Bewerber,  in  zweimännigen  Stinim—
lreisen  für  zwei  Bewerber  abgeben,  deren  Name
iin  einem  der  zugelassenen  Wahlvorschläge  entlten

  ist.  Jede  Stimme  gilt  zugleich  auch  als

ür  die  übrigen  auf  dem  gleichen  Wahlvorschlag

Eeheichneten  Bewerber  abgegeben,  für  den  Fall,

r  Bewerber,  fur  den  die  Stimme  zunächst

Hrneen  ist,  mehr  oder  weniger  Stimmen  ert
  als  zu  seiner  Wahl  erforderlich  ist.

Die  Wahl  lann  nur  von  dem  Wähler  in  Person
  durch  nicht  unterschriebene  Stimmzettel  ausgelbt
  werden.  Ungültig  sind  u.  a.  auch  Stimm-Krie,
  in  denen  eine  nicht  wählbare  oder  eine

t  in  einem  zugelassenen  Wahlvorschlag  ent-#
  tene  Person  verzeichnet  ist.

Feststellung  des  Wahlergebnisses.

In  der  Wahlordnung  für  den  neuen  Landtug
  ist  das  System  der  Landesverhält
niswahl  in  eigenartiger  Form  mit  dem  der
Einzelwahl  in  Wahltreisen  verschmolzen.  Gewählt
  werden  iinsgesamt  180  Abgcordnete.
Von  diesen  werden  163  Abgeordnete  in  einem
Wahlgang  in  den  bisherigen  Wahltreisen  als
Stimm'reisen  auf  Grund  der  Wahlvorschläge
gewähli,  17  Abgeordnete  werden  auf  die  ein-Felnen
  Wahlvorschläge  nach  dem  Verhältnis  ihrer
Stimmes:nzahl  im  ganzen  Lande  verteilk.

S#ehe  Nachrichten.

Selhnord.  Am  8.  Dezember,  nachmit.
tags  4  Uhr,  ließ  sich  zwi  schen  Solnhofen  und
Dollnstein  bei  Kilometer  122.3  eine  zurzeit  noch
unbekanmte,  ungefähr  25  Jahre  alte  Frauens
person  min  einem  Kind  von  einer  leersahrenden
Lokomotive  in  selbstmörderischer  Absicht  überfabren.
  Beide  waren  sosort  lot.

Wildererdrama.  In  Nieneck  bei  Würz
burg  erschoß  der  Jags—  aui  ffeber  Köhler  bei  Vornahme
  einer  Haussuchung  bei  dem  im  Verdach!
des  Wilderns  stehenden  Taglöhner  Heinrcch
Hoffmann  diesen.  Hoffmann  war  erst  lürzlich
aus  dem  n  Heeresdienit  entlassen  worden.

 

 

 

vaherisches  Hheriumd.

Kiefersfelöen,  6.  12.  Der  100.  Ge
burtstag  ar  v.  Pettenkofers,  des
berühmten  Chemilers  und  Gründers  der  wissenschaftlichen
  Hygiene  und  der  experimentellen
  Gesundheitslehre,  wurde  von  der
Münchener  Presse  am  3.  Dezember  1918  nach
Gebühr  gewürdigt;  in  keinem  dieser  Gedächtnisartikel
  war  aber  davon  die  Rede,  daß  dieser  gro-##
  EGelehrte,  der  sich  um  die  Bekämpfung  der

lera  und  anderer  epidemischer  Krankheiten
sowie  um  die  Entdedung  der  Typhusbazillen
unsterbliche  Verdienste  erworben  hatte,  auch  zu
Kiefersfelden  rege  persönliche  Beziehungen  unterbalien
  hat.  Eine  vom  hiesigen  Verschönerungsverein
  im  Jahre  1903  am  Hause  Nr.  2544  in
der  Kiefersfeldner  Hauptstraße  angebrachte,  gro-Marmortafel

  besagt,  „daß  in  diesem  Hause

ie  berühmte  Hygieniker  Mar  v.  Pettenkofer
mit  seiner  Familie  Iin  den  Jahren  1861—1867
ols  erster  Sommergast  Kiefersfeldens  gewohnt
hat.“  —  Mar  v.  Pertenkofer,  Professor  an  der
Universität  München,  wurde  am  3.  Dez.  1818
als  Sohn  einer  Bauersfamilie  zu  Lichtenhrim
bei  Neuburg  a.  D.  geboren,  war  zuerst  Apotheker,
  Schausoieler,  dann  wieder  Student  und
hernach  Mediziner  und  Chemiter,  als  welcher  er
in  München  seine  höchsten  Aemter  und  Würden
inne  hatte.  Hunderttausenden  hatte  er  durch  seine
Emdeckung  und  durch  sein  Verfahren  Gesuhelt
  und  Leben  bewahrt.  Als  er  fühlte,  dah  sein
Körper  altersschwach  und  gebrechlich  wurde,  schoß
sich  der  83  jährige  Greis  eine  Kugel  durch  den
Kopf,  die  am  10.  Februar  190  1  seinen  Tod  herbeiführte


 

 

Traunstein,  10.  Dez.  Sein  Amt  als

Vorsitzender  des
rates  Traunstein
Herir  Dr.  Zahnbrecher  von  Traunwalchen.
Bab  Mibling,  .  Dez.  Aus  der  gemeinsamen
  Sitzung  des  Magistrats  und
des  Gemeindekollegiums  vom  5.  d.
Ist  folgendes  zu  berichten:  In  Sachen  Behebung
  der  Wohnungsnot  wird  beschlossen,  von
der  Ermächtigung  zur  Heranziehung  von  Woh-Kungen,
  die  nur  mit  Möbeln  belegt  sind,  Gebrauch
  zu  machen.  Betreffs  Sperrung  des  Zuzuges
  werden  besondere  Vorschriften  erlassen.
Weiter  wiird  beschlossen,  in  der  großen  Lagerhalle
beim  izitätswerk  vier  Wohnungen  einzubanen
  und  iefür  15.000  Ml.  zu  genehmigen.
Die  #meeagen.  krrr  201  von  180
uf  200  Prozent  erhö  as  Vereinslazarett
des  Roten  Weuzes  im  l  im  Krankenhause  wird  bis

Bezirksbauern
niedergelegt  hat

15.  Januar  1919.  g  kündigt.  Die  Errichtung
iner  Messungsbehörde  für  den  Bezirk  Aibling
nit  dem  Sitze  in  Bad  Aibling  wird  im  Hinb#lick
  auf  die  zu  erwartende  rege  Bautätigkeit  wieerholt
  bramragt.

Surrberg,  9  Dez.  Brandunglück.  Gedlern
  vormittag  brannte  dar  Webergütler-  Anvesen
  in  Geiersnest  bei  Lauter  gänzlich  nieder.
(Das  Nieh  und  Mobilklar  lonnte  geretlet  werden.
  Brandstiftung  wird  vermutet.

Aus  dem  Ralhaus.

Sitzungsbericht  d.  „Staotmagistrate
Rosenheim
vom  30.  Kooreßder  19138.
(Schluß.)

Der  Startmagistrat  nimmt  Kenninis  von  der
Min.  Futschl.  vnm  23.  November  18,  wonach
vom  Kriegsernähtungsamt  bie  Tageskopfmenge
an  Mehl  in  Brotlarte  A  auf  260  Gramm  erhöht
  wurde,  obwohl  die  für  diese  Erhöhung  der
Tageslopfquote  erforderliche  Mehlmenge  weder
in  Bayern  noch  im  Reich  vorhanden  ist,  so  daß
mit  einem  Fehlbetrag  gerechnet  werden  muß,  der
sich  schon  mehrere  Monate  vor  der  neuen  Ernte
entscheirend  geltend  machen  wird.  Der  Magistrat
  mißbilligt  dise  Art  der  Ernährungs.
politil,  kann  sie  jedoch  nicht  ändern  und  be
schließt  darum:  1.  Ju  der  Brotlarte  1  tritt  an
der  Stelle  der  „318  Gramm  Brot“  eine  Marle
mit  630  Gramm  Brot.  Dagegen  wird  für  die
Besitzer  der  Brotlarte  1  die  Mehllarte  für  28
Tage  um  1½.  Pfunte  gekürzt.  2.  Für  Schwerund
  Schwerstarbeiter  vieit  die  Brot=  und  Mehl
ration  wie  bisher.  3.  Wegen  Weizenmangels
werden  nur  drei  Kochmehlmarlen  à  250  Gramm
Kochmehl,  statt  bisher  vier  Stück,  ausgegeben.
Der  Rest  wird  in  Roggenmehl  geliefert.  4.  Der
Noggenmehiverlauf  wird  neben  den  Mühlen  auch
den  Bäckern  übertragen.  Eine  Uebertragung  an
andere  Mehlverkaufsstellen  ist  wegen  des  langsamen
  Abgangs  von  Kochmehl  und  der  großen
Verderblichteit  dieser  Ware  nicht  angängig.  5.
Bis  auf  weiteres  ist  wegen  der  schechten  Haltbarleit
  der  Kartoffeln  die  Mehlstreckung  durch
Kartosseln  sortzusetzen  und  das  eingesparte  Mehl
in  Reserve  zu  legen.

Das  Bürgerred,  in  Rosenheim  erhalten  als
Kampfteiln  ehmer  des  gegenwärtigen  Krieges  gebührenfrei:
  Lohann  Schweinsteiger,  Spengler,
Johann  Brocke  nberger,  Schreine  rmeister  Mi.
chael  Plötz,  Buch  rucker  und  Max  Guber,  Säger.

Im  Bollzuge  der  Min.-Entschl.  vom  19.  November
  1918  betr.  die  Erwerbslosenfürsorge  be
schliebt  der  Stablmagistrat  eine  Fürsorge  für
Erwerbslose  im  Sime  der  Verordnung  des
Reichsamts  für  die  wirtschaftliche  Demobilmachung
  vom  13.  November  1918  einzurichten  und
eine  Satzung  in  der  Fassung  des  Entwurfes
vom  1.  Dezember  1918  zu  erlassen.
werbslosenunterstützung  wird  bei  gänzlicher  Erwerbslosigleit
  hewährt  für  jeden  arbeitslosen
Werktag  1.  für  eine  mämliche  Person  über  21
Jahre.  35  Ml.,  2.  für  eine  weibliche  Person
über  21  Jahre  2.10  Mk.,  Z.  für  eine  mäimmfiche.
Person  von  16  bis  21  Jahren  2.40  Mk.,  J.  für;
eine  weibliche  Person  von  16  bis  21  Ines  1.00  °%

tarl,  5.  für  eine  männliche  Person  unter  16
Jahren  I.  50

   

 

 

S

Familienzuschlag  für  den  Firgatten  von  1.  Mk.

und  für  jedes  Kind  50

Sihung  des  Nosfenheimer  Volksund
  Soldat

am  9.  Dezember.

Es  wurte  vom  Vorsitzenden  Klage  geführt
über  die  Unachtsamleit  der  Chauffeure,  die  bereits
  zwei  im  Dienste  des  Volks=  und  Soldatenrates
  stchende  Automobile  msammengefahren
haben.  Soldatenrat  Seeger  bestäligt  die  zahlreichen
  Klagen  über  das  unsinnige  Fahren.  Es
sei  indessen  Abhilfe  zu  erhoffen,  da  die  bis- 



galeichfalleo

etwa

Als  Er,

6.  für  eine  weibliche  Person
unter  16  Jahren  1.20  Mk.,  außerdem  einen
!  Schmure,  Leintücher,  Servietten,  Kop

eenrates

herigen  Chauffeure  durch  eltere  Leute  ersetzt

wurden.

Der  Vollsrichtet
  an  c#en  Rosenheimer  Nat  das  Ersuchen,
mit  ihm  dasür  einzutreten,  daß  die  Wahlen  zur
Nationalversammlung  in  allernächster  Jeit  slatt-#inden,
  da  nur  durch  diese  Ruhe  und  Ordnung
in  Deutschland"  vintreten  könne.

In  einem  Schreiben  wiro  der  Vollo=  und
Soldatemat  benachrichtigt,  dah  sich  unter  den
Industriellen  der  Bezirte  Rosenheim,  Aibling
#und  Prien  ein  Industrierat  gebildet  habe
Lund  gebeten,  cinem  Vertreter  desselben  im  Vollsund
  Soldatenrat  Aufnahme  zu  gewähren.  Hieruber
  entwikelte  sich  eine  lebhafte  Aussprache.
Vorsitzender  Göpfert  befürwortete  den  Ankn

  trag  im  Interesse  der  Arbeiter.  Durch  die  Beiziehung



eines  Vertreters  der  Industriellen
werde  es  leichter  möglich  sein,  Arbeitsgelegenheit
u  schaffen.  Man  dürfe  diese  Leute  nicht  ausl


und  Soldatenrat  Bad  Aibling

schließen,  wenn  man  den  Vorwurf  vermeiden

wolle,  keine  Volksvertreter,  sondern  eine  einseitige
Parteiinstanz  zu  sein.  Vollsrat  Langenegger
wendet  sich  scharf  gegen  die  d##lassung  eines
Vertreters  der  Industriellen.  Die  Leute  würden
  schon  sehen,  wenn  der  Volks=  und  Soldatenrat
  sie  zum  Zahlen  ruft.  Im  übrigen  sollen
sie  nur  darauf  achten,  daß  sie  ihre  Arbeiter  beschäftigen.
  Volksrat  Baumann  verwendet  sich
warm  für  die  An  fahe  i  eines  "  liedes  des

-adustrierates.  und  Soldatenrat

te  mehr  sb  -  Parteipolitik  treiben.

  VR.  Geistaller  befürwortet  ebenfalls
die  Einbeziehung  eines  Herrn  vom  Industrierat
als  Beirat.  Soloatenrat  Maier  wendet  sich
gegen  die  Zulassung,  da  durch  derlei  Neuaufnahmen
  die  um  die  Revolution  verdienten  Männer
  verdrängt  würden.  Vorsitzender  Göpfert
betonte  noch  einmal,  die  vordringende  Notwen-Uugleit
  der  Volks=  und  Soldatenräte  sei,  praklische
  Wirtschaftspolitik  zu  treiben.  Gegen  die
Aufnahme  von  Mitglierern  aus  anderen  Parteien
  könne  prinzipiell  nichts  eingewendet  werden,
  so  lange  diese  nicht  gegen  die  Nevolution
arbeiten.  Schließlich  wurte  mit  großer  Me
heit  die  Beizsehung  eines  Vertreters  des  Industrierates
  als  beratendes  Mitglied  des  Volksund
  Soldatenrates  genehmigt.

Vollsrat  Langenegger  wünscht  die  Veröffentlichung
  eines  Berichts  über  die  bisherige  umsassende
  Tätigleit  des  Volks=  und  Soldatenrates
  in  Ausübung  seiner  polizeilichen  Funk.
tionen,  bei  Beichlagnahmung  eventueller  Gegenstände
  usw.  Volksrat  Rothäusler  wünscht
einen  Vericht  über  die  Verwendung

der  Gelder  und  die  Auszahlung  der  Tagegelder

an  die  einzelnen  Mitglieder,  da  hierüber  die
#bemteerliähte  Gerüchte  im  Publilum  verbreitet
  seien.  Beiren  Anträgen  werd  entsprochen,
die  Berichte  sollen  demnächst  veröffentlicht  werden.
V  Vollsrat  Weiß  wünscht  Aufschluß  über  den
Verlauf  der  Bestände  einer  Feldmarkedenterei
  am  hiesigen  Platz.  Unter  wesentlicher
Teberschreitung  der  üblichen  Preise  werde  hier
von  Soloaten  alles  Mögliche  an  den  Mann
zu  bringen  versucht.  Gegen  diesen  wucherischen
Schleichhende  müsse  das  Publikum  geschützt
werden.  Der  Geschäftsführer  des  Kommunalverbandes,
  Herr  Bolberitz,  berichtet  über  die
Besichtigung  der  Bestände,  die  einen  Wert  von
ark  repräsentierten,  durch  die
Iinlaufegenosteulcaft  der  hiesigen  Kolonialwarenhändler.
  Die  Waren  seien  vielsach  übermäßig
  hoch  im  Preise  und  zum  Teil  verdorben
  gewesen.  Die  Einlaufsgenossenschaft  habe
damals  den  Kauf  verschiedener  Posten,  vornehmlich
  Zigaretten,  abgeschlossen.  Am  Tage  darauf
sei  ihr  durch  den  Beauftragten  der  Markedenterei
  mitgeteilt  worden,  daß  der  Kauf  rückgängig
gemacht  werden  müsse,  da  der  Kommunalverband
  München  oas  gesamte  Lager  en  bloc  erworben
  habe.  Demgegenüber  berichtet  Volksral

Geistaller,  daß  eine  Anfrage  beim  Kommunalverband
  München  ergeben  habe,  daß  von  einem
golchen  Abschlaß  dort  nichts  belamtt  sei.

Es
scheme,  daß  der  Verkauf  der  Bestände  nun  zu
1ueberpreisen  unter  der  Hand  fortgesetzt  werden
Der  Valks=  und  Soldatenrat  saßte  daher
8  Beschluß,  daß  der  Verkauf  der  Artilel  der
Markedenterei  der  4.  Jufanterie-Dioision  bis  auf
weiteres  einzustellen  ilt.  Gegen  Zuwiderhandlungen
  wird  A#zeige  beim  Kriegswucheramt  erstattet.


Lolalnachtichten.

Rosenheim,  10.  Dez.

Jur  Ergänzung  der  gestrigen  Notiz  über
die  Beschlagnahme  im  Westen  entwendeter  Gegenstände
  und  Waren  wi#rd  uns  noch  mitgeteilt,
daß  sich  unter  der  „Beute'  alte  und  neue  Frauenlleiker,
  Mäsche,  TLamenwäsche,  Vorhänge,  alte
und  neue  Decken,  Vorhangquasten,  so  ewie  solche
Ver  Plumeau

  (nagelneu),  Nippsachen,  teute  llaniin,
  Ehgeschirre,  Zuckerdosen,  Kaffeetassen,  2
Schmucktästchen,  eine  französische  Spieldose  be- 



fanden.  Mehrere  Tausend  Jigarren  und  Jigaretten

  wurden  in  der  Wohnung  Fellborns  beschlagnahmt.


Roheitvakt.  Am  Sonntag,  vormittags
zwischen  11  und  12  Uhr,  vergriff  sich  ein  lunger
Soldat  in  der  Nähe  vom  Bräu  am  Anger  an
einer  wehrlosen  Frau,  beschimpfte  sie  aufs
gröbite  und  schlug  sie  in  ganz  gemeiner  Weise,
so  daß  sie  ärztliche  Hilse  suchen  muhte.  Die  gerade

  vorübergehenden  Personen  empörten  sich

über  oiese  Roheit.

Gastwirtswäsche  nicht  mehr  beschlagnahmt.
  Die  Wäsche  in  Gastwirts=  u
ähnlichen  Betrieben  sowie  in  Wäscheoerleihgeschäften
  war  bleher  aus  Grund  der  Bekamtmachung
  der  Reichsbekleidungsstelle  vom  25.
August  1917  beschlagnahmt.  Diese  Beschlagnahme
  ist  nunehr  durch  oie  Bekammmachung
im  amtlichen  Teil  vom  —  Tage  aufgehoben
  worden.  Belitzer  solcher
Wäsche  können  sie  aa  Vieore  beliebig  in
#hrem  Betriebe  verwenden  oder  vevarbeiten.  Die
Veräußerung  dagegen  ist  nur  ohne  Gewinn  und
nur  an  Wiederverkäufer,  nicht  aber  an  Verbraucher
  (§  9  der  Webwarenverordnung  vom
16.  Juni/23.  Dezember  1916)  gestattet.  Das
Tischdeck=  und  Mundtuchverbot  muße
zunächst  noch  oufrecht  erhalten  bleiben.

Postverkehr  mit  Tirol.  Pakete  und
Werkbriese  nach  den  bis  zur  Besehungslinie  am
Brenner  gelegenen  Orten  Tirols  können  auf  Gefahr
  des  Absenders  wieder  angenommen  werden.

Errichtung  von  Volksgerichten.
Das  Ministerium  der  Justiz  gibt  bekannt:  Auf

1  Grund  der  Verordnung  vom  19.  November  ds.
#(Is.  (Staatsanzeiger  Nr.  276)  wird  im  Einbösstänne

  mit  dem  Ministerium  für  militäri.
e
zirke  München  1,  Nürnberg  und  Furth  je  ein
Voltsgerlcht  mit  dem  Sitze  in  München,  Nürnberg
  und  Furth  errichtet.  Die  Volksgerichte  treten
  sofort  Tätigkelt.  „

"
*

 

Angelegenheiten  für  die  Landgerichtsbe-Weihnachtsferien.

  Der  Schluß
Unterricht  wird  in  diesem  Jahre  für  die  höhe
Unterrichtsanstalten  ausnahmsweise  auf  F
46  den  20.  Dezember,  nachmiltags,  festgel
Die  Weihnachtsserien  endigen  mit  dem  6.
mar  1919.  Die  gleiche  Dauer  der  Weihnad
ferien  wird  auch  für  die  Volksschulen  a.
ordnet.

Kaninchenzucht  verein.  Die  Mitglie
werden  auf  die  in  heutiger  Nummer  XL
Anzeige  über  die  Abgabe  von  Kleie  hin  gew  e

Bereine  und  Versammlunger

Die  deutsche  Kaufmannschaft.

Man  schreibt  uns:  Eine  neue  JZeit  br
herein,  eine  Zeit  der  Furcht  und  des  Grauc
Kaum  dah  die  Morgenröte  des  Friedens
dämmern  beginnen,  steigen  am  sernen  Boriz
dũslere,  schwarze  Gewitierwollen  empor;  sie
deuten  den  Wirtschaftslampf,  den  Kampfen
Dasein.  Tausende  kaufmännische  Angeite
müssen  infolge  der  geringen  Gehälter  darben
leiden,  Tausende  werden  ourch  die  billigen  w
lichen  Angestellten  brotlos.  Diesen  Uebeln!
unler  allen  Umständen  vorgebeugt  werden.  1
lann  nur  geschehen,  wenn  lsich  eine  Gemeinsc
bildet,  die  zusammenhält  und  gemeinsam
Vestrebungen  aufnimnit.  Gerade  jetzt  im  Kr
waren  es  die  Augeseellten,  die  die  sich  bescheide
all  die  schweren  Lasten  und  Aufbürdungen
surchtbar  harten  Zeit  schickten.  Die  Abbef
massen  dagegen  wurden  unruhig;  sie  drol
mit  offenen  Streiks  und  Demonstratlonen.
haben  erreicht,  was  sie  wollten,  ihre  Le
wurden  gesteigert,  ja  sehr  stark  geste-  gett.,  It
wurden  Mittel  zum  Dur  schhalten  zur  ½%
zur  Verfügung  gestellt.  Wie  viel  ande
len  sich  die  Angestellten!  Sie  gaben##der
terlande,  was  des  Vaterlandes  ist,  sie  9
ruhig,  sie  streilten  nicht  —  auch  ihre  Gehe
steigerten  sich  nicht,  wenigstens  nicht  in
entsprechenden  Maße.  Ein  alles  Sprichr
gate  Artige  Kinder  verlangen  nichts  an

Kinder  bekommen  auch  nichts.  Diese  Worte
vohrheiten  sich  voll  und  ganz.

Deutschna  hnatinale  Handlungsgehilfen
zun  ure  D.  H.-V.)  crachtet  es  nun  als
hrößte  Pflicht,  dieser  stiefmatterlichen  Beh#
lung  ganz  energisch  entgegenzutreien  und7
Mitglieder  nach  bestmöglicher  Art  und  #
zu.  unterstüten  und  ihnen  zu  helfen.  Die
bes  D.  .  sind  in  erster  Linie  die
gung  höherer-  Gehälter,  Neuordnung
beitszeit,  Einführung  der  Sonntagsluche
Seitigung  der  weiblichen  Angestellten  1
Für  Sonntag,  den  15.  d.  M.,  nachmistag
Uhr,  hat  ob'ger  Vbsnn  im  Hotel  „We:
sten“  in  Rosenheim  eine  Versammlung  ##
kaumt,  zu  der  alle  und  Nichtmitglt
herglichst  und  dringend  willkommen  sind.
einer  Amprache  wird  über  die  heutige  r
Klarheit  geschaffen  werden,  auch  werden
Ziele  des  D.  H.-V.  eingehend  besprochen.
jenigen,  die  noch  keinem  Verbande  angehi
ist  in  der  Versammiung  Gelegenheit  ache
ihren  Beitritt  zu  erklären.  Der  D.  H.  V.
seimen  140  000  Mitgliedern  ist  der  gkäßte!
Männische  Verband  der  Welt;  seine  Leistu
sind  bei  nur  &  eringen  Beittag-geldery  d  ganz
vorragend.  Versäume  es  niemand,  dieser
sammiung  beizzuwohnen.

Die  Versammlung  der  städtise
Arbeiter  und  Unterangestlellten
Samstagabend,  die  Fabrilarbeiterversamm
am  Sonntagvormittag  und  die  Salinenarbe
versammlung  am  Sonntagnachmittag  we
wie  von  sozialdemolratischer  Seite  berichlet  u
sjehr  gut  besucht.  Die  Referate  des  Volks
Heinr.  Geistaller  wurden  in  allen  drei  Versar
lungen  mit  großem  Beifall  aufgenommen.
äußerer  Ersolg  sind  mehr  als  150  neue  Mit
der  zu  den  (rurrsschaften,  mehrere  Aufnah
zur  jozialdemokral  bche  Partei  und  Abonne
der  „Münchener  Post“  zu  %rneichc..  8  Die
derne  Arbeiterbewegung  marschierk.  -

Vor  trag  der  Blbel  orscher.  1
den  gestrigen  Vortrag  wird  uns  von  geistl
Seite  geschrieben:  Im  zutbosebien  Eillitzerhielten
  die  Bibelforscher,  die  bisher  verge
um  die  Versammlungsfreiheit  gek#s##upft,
öffentliche  Versammlung  ab.  Fllaaech  schi
die  Zuhbrer  etwas  enttäu  scht;  den#  mit  gr
Langweile  folgten  sie  den  ermüdenden  Aus
rungen  des  Redners,  der  in  fast  zweistünd
Rede  aus  der  Bibel  den  Beweis  zu  führen
suchte,  daß  die  Ereignisse  von  1874  bis  1
schon  bei  den  —  vprausgesagt  wa

der  f  sehr  wanlender,
wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebaut
wollte  nicht  geliuhen,  Verschiedene  Zuhörer
ließen  wöhrend  des  Vortrages  den  Saal.  2
atmete  krspe  auf,  ols  der  Referent  en
iUn.  Jahre  1925  die  Welt  zugrunde  gehen
Herr  lan  Bergmaier  meldete  sich
Wort  und  widerlegte  in  kurzer  und  sachl
Form  die  Ausführungen  des  Redners:  Es
Resultat  der  Bibekwissenschaft,  daß  es  unn
lich  sei,  aus  der  Bibek  cine  lückenlose  Zeitn
nung  zu  gewinnen;  es  sei  das  auch  nicht
Zweck  der  heiligen  Bücher.  Ferner  könne
Geburtsjahr  CThristi  tufolge  eines  Fehlers
der  ng  nicht  fe  tgestellt  werden.
g,  bah  Adam  zwei  Jahre  im  P
gelebt  habe,  könne  aus  der  Biber  nicht
kipeh  werden.  om  Meltend.  baled  de  der

mand,  auch  ——l-  »tes


der

2