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erschien er in dieser Eigenschaft hierselbst, und griff seiner scharfen Menschenkenntniß
gemäß das Geschäft auf die rechte Weise an.
Unter den Vertrauten des Königs spielte der General von Grumbkow
offenbar die wichtigste Rolle. Da sein Vater Obermarschall Friedrich 1. gewesen
war, so kannte er genau alle Verhältnisse des Hofes, hatte sich in den Kriegen
gegen Frankreich militärisch ausgebildet, auf den holländischen Universitäten
Utrecht und Leiden eine Zeit lang studirt, dann aber vorzüglich im Umgange
mit Hof-, Kriegs= und Staatsmännern eine schätzbare Erfahrung aller wichtigen
Lebenskreise gewonnen, und da er außerdem wegen seiner stets munteren Laune
ein guter Gesellschafter war und den Schein ganz unbefangener Freimüthigkeit
an sich trug: so hatte ihn der König unverzüglich nach seinem Regierungsantritt
zum Generallieutenant und Minister ernannt, und ihm überhaupt noch anderweitig
großen Einfluß in der Staatsverwaltung eingeräumt. Grumbkow hatte
sich durch freundliches Benehmen gegen seine Untergebenen allgemeine Zuneigung
erworben, allein es fehlte ihm durchaus der ernste Drang, seine Pflicht zu erfüllen,
und von einem wahrhaft patriotischen Standpunkte aus, den Aufgaben seiner
hohen Stellung zu genügen. Im Gegentheil beutete er die Gunst des Königs
zu ganz gemeinen und egoistischen Zwecken aus. Er gab sehr viel auf eine
gut besetzte Tafel, die ihm bedeutende Summen kostete, denn sein Koch allein
erhielt schon eine Besoldung von 400 Thalern. Ansehnlicher war noch sein
Verbrauch an Wein; er galt als einer der stärksten Trinker, weshalb er auch
den Namen Biberius von seinen Tafelgenossen erhielt. Um die starken Ausgaben
seines Haushaltes zu decken, machte er sich kein Gewissen daraus, von
denen, die bei seinem Herrn etwas durchsetzen wollten, Geldgeschenke anzunehmen;
bekannt ist es wenigstens, daß er in Verhältnissen dieser Art mit dem Wiener
Hofe stand, und daß Seckendorf die Verhandlungen darüber mit großem Eifer
leitete, da Grumbkow Anfangs sehr gegen den Wiener Hof eingenommen war.
Ilgen dagegen scheint bis zu dem letzten Augenblick einer unabhängig preußischen
Politik treu geblieben zu sein, was schon daraus hervorgeht, daß Seckendorf
ihn sortwährend mit Mißtrauen betrachtete.
Friedrich Wilhelm I. hatte übrigens die allergegründetesten Beschwerden
gegen das kaiserliche Verfahren in Betreff Preußens zu führen, denn wiederhelentlich
wurden scharfe Befehle vom Reichshofrath gegen Friedrich Wilhelm I.
erlassen. Er sollte die Stadt Emden von der preußischen Besatzung befreien,
die Herrschaft Tecklenburg für die 1707 erlegte Pfandsumme an die Grafen
von Bentheim zurückgeben, und die Beschwerden der Magdeburgischen Ritterschaft
über die ihnen auferlegten Steuern berücksichtigen. Die bedrohte Lage
des Königs suchte der Schwiegervater Georg I. für seine politischen Zwecke zu
benutzen. Friedrich Wilhelm I. machte diesem einen Besuch in Hannover, und
wurde hier von allen Seiten gegen den Kaiser und seine Verbündeten mit Besorgniß
für die Sicherheit seiner Staaten und die Anwartschaft auf die Jülichsche
Henschaft, deren Erledigung bevorstand, erfüllt. Dagegen sollten ihm 70,000