Zwischenkämpfe des Stellungskrieges 233
aber nach kurzem Anlauf in den Gräben und Gehöften zwischen Givenchy
und La Quinque Ruc—Lorgies westlich der Straße La Bassée- Lorgies
stecken und mußten sich mit diesem kargen Gewinn bescheiden.
Oie britische Hilfe war nicht über den Wert eines Fesselungsunternehmens
hinaus gediehen.
Auch Foch hatte seit dem 15. Mai keine größeren Erfolge mehr erstritten.
Die Schlacht war endgültig festgeraten. Zwar fiel am 21. Mai der Barri-
kadenweg in französische Hand, aber von einer Durchbrechung der deutschen
Front träumte im französischen Lager niemand mehr. Die Alliierten mußten
sich damit begullgen, dem Gegner Verluste zuzufügen, selbst bereit sein,
solche zu ertragen, und waren zufrieden, Vpern gerettet und Carency, La
Dargette und die Lorektohöhe erstritten zu haben, während die Gegner fern
im Osten in den Schlachten am San und Onjestr den Gang der Entwick-
lung besteimmten.
Trotzdem setzte Joffre seine Angriffe fort. War die Schlacht bei
Carency—La Gassée auch festgeraten, so lag doch so viel angebrochenes
Gelände vor der Frontk, daß man örtliche Gewinne erstreiten und den Ver-
teidiger fesseln und schädigen konnte. Joffre sprach daher laut davon, die
deutsche Wehrstellung „abzuknabbern“ und dem Feind den Kampf von Tag
zu Tag aufzuzwingen, bereitete sich aber im stillen auf neue Ourchbruchs.
schlachten vor.
Zwischenkämpfe des Stellungskrieges
(Serre, Ouennevicères, Les Eparges, Megeral und
Schrazmännele)
Der Stellungskrieg war von den Franzosen seit Dubails Angriff auf den
Keil von St. Mihiel und der Entfesselung der Maischlacht zwischen Festubert
und Arras deutlich erkennbar zu einer tatkräftig geförderten Belagerung
der mieteleuropäischen Landfeste entwickelt und dadurch geadelt worden.
Als der Mai sich zum Ende neigte, flackerten die Kämpfe an der Nord-
front noch einmal in hellen Flammen auf. Foch hatte die Ansammlung der
deutschen Reserven im Raum zwischen La Bassée und Arras benugzt, das
Schwergewicht nach Süden zu verschieben und griff auf der ganzen Linie von
Loos bis Serre, also vom Souchezbach bis zur Ancre an. Zur gleichen Zeit
erfolgten beftige französische Vorstöße zwischen Novon und Soissons, in
den Argonnen, auf den Maashöhen, im Driesterwald und im Fechttal.
Nur die Champagne lag, an den Verhältnissen gemessen, in trügerischer
Ruhe.
Fochs Angriffe wurden immer gründlicher mit der Sappe vorbereitet.
Am 29. Mai nahm er so das völlig umzingelte Ablain-St. Nazaire, am