392 Der Feldzug im Osten vom 7. Juli bis 13. Nov. 1915
sich unter Verachtung aller Menschenverluste noch einmal auf den er-
schöpften Feind.
Die Schlacht löste sich in wirre Einzellämpfe auf. Von Dolzanla bis
Bueczaez gingen Kavallerie und Infanterie in klatschendem Regen mit der
blanken Waffe aufeinander los, feuerten festgeratene österreichische Batterien
auf Steinwurfweite in den rücksichtslos stürmenden Feind. Allmählich ge-
wannen die Russen die Oberhand. Amm 14. September traten die Verbün-
deten den Rückzug an und wichen auf der ganzen Linie gegen die Strypa. Am
Tage darauf griffen die Russen die Strypalinie an und drangen im Zentrum
in die Brückenlöpfe des linken Ufers ein. Da bot ihnen Bothmer mit dem
zusammengefaßten Feuer aller Geschütze Halt und ging von Zaloscze und
Buczacz her zum doppelseitigen Flankenangriff vor. Der Gegenstoß traf
sie so hart, daß sie den Durchbruchsversuch aufgeben mußten, um nach zwei
Seiten Front zu machen und die gefährdete Mitte zurücksjunehmen. Am
15. September kam der Kampf zum Stehen und brannte als Artillerieschlacht
weiter. Der Russe blieb noch zwei Tage auf der Steppe liegen und suchte
sich in den croberten Gräben zu decken, dann ging er, von unaufhörlich
rollendem Geschügfeuer zermürbté, wieder gegen den Serekb zurück.
Die Kämpfe an der Jkwa und am Stubiel
Um so gewaltiger slammte die Schlacht in Wolhynien empor, wo
Iwanow zum entscheidend gedachten Angriff geschriktten war. Er hatte den
Gegnern durch Bedrohung der Strypalinie Besorgnisse für die Südflanke
ihres Bewegungsflügels eingeflößt, sie gezwungen, Verstärkungen dorthin
zu leiten und unterdessen seine Hauptkräste am Stubiel zum Einbruch in
Puhallos ausgesetzte linke Flanke gesammelt. Der Zar hatte ihm dazu
große Verstärklungen von Kiew und Sarny gesandt, die sich unter Tortrict
zahlreicher Kosakensotnien zwischen dem Horyn und dem Stubiel ordneten
und am 12. September aus der Nordflanke des wolhynischen Festungs-
dreiecks zum Angriff auf Derazno und Klewan hervorbrachen. Gleichzeitig
lief der Russe bei Nowo-Aleksiniec, Kremiemec und Dubno Sturm, um
Voehm-Ermollis Armeen an den Ikwateichen zu fesseln, bis die Entscheidung
im Gras,- und Sumpfland zwischen Horyn und Kormin gefallen war.
Die Russen fochten in Wolhynien mit der gleichen wilden Tapferkeit
wie am Sereth. Sie führten die gerektete Artillerie mit frisch gefüllten
Droßen in die Schlacht, traten acht und zehn Glieder zum Sturm an,
jagten Kosaken= und Dragonerregimenter mit fliegenden Standarten in den
Feind und stritten unter dem Oberbefehl des Jaren mit leidenschaftlicher
Hingabe an die vaterländische Sache. Rußland war zum Werteidigungs=
krieg erwacht und kämpfte nach dem Zusammenbruch des Angriffskrieges