tranken in dem San. Der Kampf östlich Chyrow dauert noch an. Eine Kosakendivision wurde von unserer
Kavallerie gegen Drohobycz geworfen. In den durch sehr ungünstige Witterung und schlechte Wegeverhältnisse
außerordentlich erschwerten Märschen und Kämpfen der letzten Wochen bewährte sich die Leistungefähigkeit
unserer braven Truppen glänzend. von Höfer, Generalmajor.
Ikdam erfährt, daß persisch-kurdische Stämme bereite den dritten Angriff auf die Russen unternommen
haben und die Russen geschlagen wurden. Die Kurden eroberten 2 Kanonen und nahmen drei Offiziere
gefangen. Ungefähr 50 Russen fielen. Die Stadt Urmia, wohin sich die geschlagenen russischen Truppenabteilungen
flüchteten, ist voll von Verwundeten. Die Kurden haben sich Urmia auf zwei Wegestunden genähert.
Aus Petersburg wird gemeldet: Prinz Oley, Sohn des Großfürsten Konstantin, ist gestern an der Verwundung,
die er im Kampfe erlitt, erlegen.
Rumäniens neuer Herrscher. Der Vossischen Zeitung wird gemeldet, daß König Ferdinand l. in
der Auffassung und Behandlung auswärtiger Fragen vollkommen mit seinem Vorgänger übereinstimmt und
daß die durch Klugheit und Besonnenheit gekennzeichnete Politik Rumäniens in den bisherigen bewährten
Richtlinien bleiben werde.
In Ostende rechnet man mit der baldigen Ankunft der Deutschen. Wohlhabende Familien haben bereits
ihr Gepäck nach Holland gesandt.
Daß die Marine bei der Belagerung von Antwerpen sehr stark mit in Tätigkeit war, das ersehen wir
aus einem amtlichen Bericht, wo es heißt, daß sich in Belgien seit vielen Wochen eine Marine-Division befindet.
Wir erfahren aber auch gleichzeitig, daß diese Marine-Division nicht nur aus Marine-Infanterie zusammengesetzt
ist, also aus Seebataillonen, sondern daß auch Matrosenartillerie, die im Frieden mit fünf Abteilungen
in den Haupthäfen ihren Standort hat, zu dieser Marine-Division gehört. Ferner sind Kompagnien von Mannschaften
der beiden Matrosen-Divisionen darunter, die mit Maschinengewehren ausgerüsiet sind, ähnlich wie
bei den Landungskorps der Schiffe. Matrosen und Matrosenartilleristen unterstehen Seeoffizieren, so daß
der seemännische Teil unserer Marine in den Gefechten vor Antwerpen und bei der Einnahme der Festung stark
beteiligt gewesen ist. Vizeadmiral z D. Kirchboff.
Großes Hauptquartier. Amtlich. Von Gent aus befindet sich der Feind, darunter ein Teil der Besatzung
von Antwerpen, in eiligem Rückzug nach Westen zur Küste. Unsere Truppen folgen. Lille ist von uns besetzt.
4500 Gefangene sind dort gemacht worden. Die Stadt war durch ihre Behörden den deutschen Truppen als
offen erklärt worden, trotzdem schob der Gegner bei einem Umfassungsversuch von Dünkirchen dahin vor, mit
dem Auftrage, sich bis zum Eintreffen der Umfassungsarmee zu halten. Da diese nicht eintraf, war die einfache
Folge, daß die zwecklos verteidigte Stadt bei der Einnahme durch unsere Truppen Schädigungen erlitt.
Von der Front des Heeres ist nichts neues zu melden. Dicht bei der Kathedrale von Reims sind zwei
schwere französische Batterien festgestellt, ferner wurden Lichtsignale von einem Turm der Kathedrale beobachtet.
Es ist selbstverständlich, daß alle unseren Truppen nachteiligen Maßnahmen mit allen Mitteln bekämpft
werden, ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathedrale. Die Franzosen tragen also jetzt wie früher selbst
die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter ein Opfer des Krieges wird.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatze sind im Kampfe bei Schirwinht die Russen geworfen und haben
3000 Gefangene, 26 Geschütze und 12 Maschinengewehre verloren. Lyck ist wieder in unserem Besitz. Bialla
ist vom Feinde geräumt.
Weiter südlich sind beim Zurückweichen russischer Vortruppen bei Warschau 8000 Gefangene gemacht und
25 Geschütze erbeutet.
Für ganz Südafrika ist infolge der Rebellion eines Kommandos unter Führung des Burenobersten
Maritz, das gegen Damaraland vorrückt, das Kriegsrecht verkündet worden.
Amtlich wird gemeldet: Die belgische Regierung beschloß, sich, um ihre Handlungefreiheit zu sichern, nach
Frankreich zu begeben. Alle Minister, mit Ausnahme des Kriegsministers, schifften sich heute vormittag
von Ostende nach Le Havre ein, wo die französische Regierung alle zu ihrer Unterbringung nötigen Maßregeln
traf. Der König blieb an der Spitze des Heeres, soweit ein solches überhaupt noch vorhanden ist.
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