Full text : Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. II. Band. (2)

394  Das  Madchenschulwesen.

stehende  Sophienstift  in  Weimar  und  die  Karolinenschule  zu  Eisenach;
die  erste  Anstalt  ist  10-,  die  zweite  Oklassig.  An  beiden  zusammen
unterrichten  außer  den  Direktoren  5  akademisch  gebildete  Lehrer,
5  Elementarlehrer  und  17  l.chrerinnen,  Hilfskräfte  nicht  eingeschlossen.
Die  Zahl  der  Schülerinnen  betrug  Ende  des  Schuljahres  1901  12
einschließlich  des  mit  der  Karolinenschule  verbundenen  Seminars  67%.
Die  Ziele  sind  im  wesentlichen  die  preußischen.

Außerden  bestanden  im  Schuljahr  1901/1902  12  kleinere  Mädchenschulen,
  die  über  die  Ziele  der  Volksschule  hinausgehen.  Von  diesen
hatten  sechs  weniger  als  20  Schülerinnen,  drei  zwischen  50  und  100
und  drei  zwischen  100  und  152  Schülerinnen.  Insgesamt  unterrichteten
39  Lehrer  und  51  Lehrerinnen  762  Mädchen.

b)  L.chrerinnenbildung.

Die  Prüfungsordnung  von  20.  September  189)  entspricht  den
preußischen  Bestimmungen.  Es  besteht  ein  I.chrerinnenseminar  im
Großherzogtum,  das  mit‘  der  Karolinenschule  in  Eisenach  verbunden
ist.  Es  umfaßt  drei  Klassen  und  wurde  im  Schuljahr  1901/1902  von
34  Schülerinnen  besucht.

ci  Die  allgemeine  Fortbildungsschule  für  Mädchen  und  der
hauswirtschaftliche  Unterricht.

In  der  Statistik  der  Unterrichts-  und  Erziehungsanstalten,  die
vom  Kultusdepartement  des  Großherzoglichen  Staatsministeriums  herausgegeben
  wird,  ist  nichts  von  unterrichtlichen  Veranstaltungen  für  schulentlassene
  Mädchen  der  Volksschule  erwähnt.  Allgemeine  Fortbildungsschulen
  für  Mädchen  sind  auch,  trotzdem  den  Gemeinden  das  Recht
dazu  gesetzlich  zusteht,  nirgends  begründet  worden.  Doch  bestehen
in  einer  Anzahl  von  Ortschaften  von  \Vereimen  und  Privaten  begründete
  Kochschulen,  über  die  statistisches  Material  nicht  vorliert.

8.  Das  Grossherzogtum  Mecklenburg-Strelitz.

Allgemeine  Bestimmungen  über  die  höheren  Mädchenschulen
sind  nicht  erlassen.  Es  bestehen  4  öffentliche  höhere  Mädchenschulen,
von  denen  2  neunstufig  sind  und  die  Unterrichtsziele  der  preußischen
Bestinnmungseen  etwa  erreichen:  die  Großherzogliche  höhere  Mädchenschule
  in  Neustrelitz  und  die  städtische  in  Neubrandenburg.  Kine
andere  städtische  Anstalt  baut  auf  den  drei  unteren  Klassen  einer
Bürgerschule  drei  Klassen  mit  Je  zweijährigen  Kursus  auf,  die  durch
‚\ufnahme  der  beiden  fremden  Sprachen  in  den  Lehrplan  den  Charakter