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578. Langenberg im Rheinland. Gustav Vohwinkel schrieb
unter dem 3. 7. 1910, daß sein Kind am 10. Tage nach der Impfung
erkrankt sei. Es zeigten sich um die Impfpusteln kleine Eiterbläschen,
welche die Größe der Spitze des kleinen Fingers erreichten. Der
hinzugerufene Arzt erklärte, etwas derartiges noch nicht gesehen zu
haben. Einige Tage später nahm das Kind keine Nahrung mehr
und ist zur Zeit so elend, daß große Sorge um das Leben des
Kindes besteht.
579. Landsberg. Frau J. L. schrieb am 17. 2. 1911: „Auch
ich kann nur sagen, daß mein Kleinchen, das bis dahin — 7 Monate —
nie krank war oder gefiebert hatte, gleich nach dem Impfen unruhig
wurde und vom 3.— 6. Tage bis zu 400 Fieber hatte.“
580. Lindau i. B. (+) Frau Ida L. schriebt: . . . umsomehr,
als unser erstgeborenes Kind, ein kräftiger Knabe, an den Folgen
der Impfung gestorben ist.“
581. Lehe an der Weser. Frau V. schrieb am 23. 11. 1910:
„ da ich selbst auch trübe Erfahrungen gemacht habe."“
582. Ciegnitz. Frau Rechnungsrat B. schrieb am 4. 12. 1910:
„Mein jetzt 6 Jahre alter Sohn bekam gleich nach dem Impfen,
trotzdem der Arzt ihn als einen kerngesunden Jungen bezeichnet hatte,
auf beiden Seiten des Gesäßes je ein großes Geschwür, das vom
Arzt geschnitten werden mußte.
583. Ceipzig-Lößnitz. Hildegard Kr., geboren am 23. 4. 1810,
geimpft am 9. 6. 1911, schwoll am 8. Tag der Arm und das ganze
Gesicht stark an, am 19. 6. kam sie ins Krankenhaus; Pusteleiterung
1* und hohes Fieber. Das Kind starb am 26. 6. 1911. Auf dem
Totenschein steht als Todesursache n Vaccina“.
584. Leipzig. Max Klingenberg, der Geschäftsführer des
leipziger Impfgegner-Vereins, berichtet: Ein Mitglied unseres Vereins,
Kunstmaler Koch, teilt mir mit:
„Mein Sohn, 1¼ Jahr alt, wurde am 9. Oktober 1911 von
Dr. Dittmar geimpft. Dieser Arzt hatte das Kind schon früher be-
handelt und mußte mit seiner Konstitution vertraut sein. Ich ließ
meinen Sohn vorher besonders untersuchen. Der Arzi stellte fest,
1 daß er ein kräftig entwickeltes Kind wäre, an dem er keine
Krankheits-Symptone wahrnehmen könnte. Er riet mir zur Impfung,