Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierter Band. (4)

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1182  —  1202.  Sein  Sohn  Canut  VI.  unterwarf  sich  mehrete
Slavische  Fürsten  in  Pommern  und  Meklenburg,  auch  die  Grafen
  von  Schwerin  und  Holstein.

1202  42.  Sein  Sohn  Waldemar  II.,  König  der  Slaven  und.
Herr  von  Nordalbingien.  Nie  hat  sich  vor  und  nach  ihm  die
Herrschaft  eines  Königs  von  Dänmark  so  weit  verbreitet  als  die
seinige,  denn  er  besaß  das  ganze  südliche  und  füdöstliche  Küstenland
  der  Ostsee,  von  Holstein  an  hinauf  bis  nach  Estland.  Es
war  eine  herrliche  Vereinigung  der  schönsten  Provinzen.  Holstein
  und  Meklenburg  und  kauenburg  und  Pommern  und  einen
beträchtlichen  Theil  von  Preußen  und  die  schöne  Küfßtenstreife
von  Curland,  Livland  und  Estland.

1223.  änderte  sich  mit  einemmal  alles.  Graf  Henrich  von
Schwerin,  von  seinem  übermüthigen  Lehensherrn  schändlich  gekränkt,
  bemächtigte  sich  der  Person  desselben,  und  hielt  ihn
drei  Jahre  lang  gefangen.  Schnell  erhuben  nun  also  alle  ihr
Haupt,  die  sich  bis  dahin  unter  das  Glück  des  Siegers  gebeugt
  hatten.  Graf  Adolf  von  Schaumburg  machte  sich  in  Holstein
  frei;  die  Fürsten  von  Meklenburg  und  Pommern  wurden
unabhängig,  Hamburg  und  Lübek  erhuben  sich  zu  einigem  sicheren
  Anfang  von  Reichsfreiheit.  Zwar  machte  Waldemar,  so
bald  er  wieder  aus  seiner  Gefangenschaft  los  war,  sogleich  neue
Versuche,  sein  altes  Reich  zusammenzuerobern,  aber  seit  der
Niederlage  bei  Bornhbovede  (I227.)  war  jeder  weitere
Versuch  vergeblich.  Nichts  blieb  ihm  von  allen  seinen  ehemaligen
  großen  Eroberungen  als  Rügen  und  ein  Stück  von  Estland.
Denn  ersteres  fiel  erst  1325,  da  die  alten  Fürsten,  die  Dänische
  Vasallen  waren,  ausgestorben,  als  freie  Vesitzung  an  die
Herzoge  von  Pommern,  und  1346.  verkaufte  Kön.  Waldemar
III.  alle  seine  Rechte  an  Estland  dem  Deutschen  Orden.  Leider
batte  auch  Waldemar  II.  kurz  vor  seinem  Tode  seine  Staaten
  unter  seine  Söhne  getheilt,  und  daraus  entsprangen  endlose
innere  Kriege.  Oft  schien  der  völlige  Untergang  des  Reichs
unvermeldlich.

II.  Das  Reich  war  in  dieser  Zeit  ein  unglückliches  Mittelding
  von  Wahlreich  und  Erbreich,  und  ob  schon  die  Wall
oft  bloß  die  Form  einer  feierlichen  Anerkennung  des  Nach-8*