Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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schußgerech!,  jür  einen  Schuß  gerecht,  im  Bereiche  eines
Schusies:  in  schuszgerechter  entlernung  Schiller
4,  71;  bildlich:  eine  Kleinc  verschicbung  .  sich  meine
Auszecrungen  schuscgerecht  zu  bringen  Bismarck  Red.
16,  200.  —  Schußlinie,  k.  Linie  die  ein  abgegebener
Schuß  durchfsliegt:  er  zog  die  gefallenen  ..  nus  der
schuszlinio  Freytag  Soll?2,219.—  schußrecht,  =  schußgerecht:
  schuszrecht  stcht  es  (das  Untier)  fur  den  jäger
Geibel  5,  19.  —  Schußweitc,  k.  so  weit  ein  Schuß
reicht:  sie  reiten  auszer  schuszweite  um  das  schlosz
Frevtag  Soll  2,  236.  —  Schußwunde,  s.  durch  einen
Schuß  entstandene  Wunde.

Schüffel,  f.  vertiefte  Speiseplatte,  frühes  Lehnwort
aus  dem  gleichbed.  lat.  scotula,  ahd.  secugzila,  mhd.
schuzache,  schurzel,  mud.  schetel.  schettel,  schuttel.
entsprechend  dem  altengl.  scutel,  scotelc,  Platte,  Teller,
und  dem  altnord.  Masc.  skutill,  Platte,  Tischchen:;
discus,  seutella,  scutusa  schussel,  schusscl,  schissel
Dies.;  metallene,  irdene,  thönernc,  porzellanenc,  silbernc
(1i.  Mos.  7,  #l)  schussel;  schusseln  .  aus  feinem  golde
2.  Mos.  25,  29;  lache,  tiefte  (Bel  32)  schusseln;  las
uns  disz  bier  mit  schusseln  aus  der  melkgelten  schöpfen
und  es  bei  zeben  schusseln  zusaufen  Garg.  178;  lasz
uns  .aus  ciner  schussc!  essen  Hv  Kleist  Amphitr.
3,  83;  der  mit  der  hand  mit  mir  in  die  schusscl  tauchet
Matth.  26,  23;  schussel  mit  braten,  fleisch,  gemuso,
suppe,  fruchten  u.  s.  w.;  das  schussclchen  mit  der
polenta  Hepse  5,2;  daher  auch  von  der  in  der  Schüssel
gebrachten  Speise:  einc  schusscl  (Gericht)  üsche  Adelung;
  bin  ich  doch  beinahe  erstickt  von  dem  dufte
Ihrer  groben  scbusseln:  Möser  Phant.  1,  161;  (ein
Mahl)  wovon  cin  wohlbetagtes  huhn  .  .  dio  beste
schussc!  machte  Wieland  Musar.  2,  113;  sprichwörtlich
  der  erste  in  der  schusscl,  der  letzte  heraus;  bei
lecren  schusseln  sitzen,  nichts  zu  esien  haben:  —
Wagschale:  eine  wage  sonder  schussel  Homburg
Clio  1,  F3b;  schusselchen,  eine  Art  Frucht  bei  verschiedenen
  Flechten,  auch  eine  Art  Muscheln;  regenbogenschusscuchen
  eine  Art  vertiefter  alter  Münzen.

Schusser,  m.  lleine  Spielkugel,  die  in  Schuß  gebracht
wird,  Schnellkügelchen:  schusscr,  schnellkaulchen.  globiis
siotitis  Steinbach;  spielst  du  mit  schussorn  Gocthe
4,  110.  —  schussern,  mit  Schussern  spielen.

Schuster,  m.  Schuhmacher,  mhd.  schuochsütere,  zufammengezogen
  schuochster,  schuoster;  der  letzte  Teil
der  Zusammensetzung  ist  das  aus  dem  lat.  sutor  übernommene
  und  umgebildete  ahd.  saütäri,  mhd.  sdturre
Näher,  dem  verdentlichendes  schuoch  vorgesetzt  wurde;
der  häufige  Gebrauch  veranlaßte  Rückgang  der  Form
und  später  einen  gewissen  niedrigen  Klang  des  Wortes,
so  daß  es  in  nenerer  Spr.  fast  nur  noch  mit  spöttischem
  oder  verächtlichem  Nebensinne  verwendet  wird:
%ttr  schuester,  schuster,  schuchter  Dies.;  were
das  leder  breit  genug,  so  dörfts  der  schuster  nicht
inn  zencn  umbzihen  Garg.  74;  der  schuster,  der  mit
aller  zuftiedenheit  an  scinen  leisten  kloptt  Möser
Phant.  2,  197;  sprichwörtlich:  schuster,  bleib  bei  deinem
leiptken  (j.  dort);  schusters  rappen,  der  schwarze  Schuh
oder  Stiejel,  vgl.  unter  roppen;  dic  post  ist  schon  bestelll,
  und  ladet  mich  bercits  auf  meinen  schusterrappen
  Günther  1039;  geratter  schuster  oder  schncider,
  für  allerhand  Volk  aus  geringem  Stand;  e  Christe

warczu  du  wilt,  bin  ich  bereit,  wiltu  mich  ein
schuester  adder  schn  ider  sein,  dis  wil  ich  thucn
Lutber  krit.  Ausg.  1,  652.  schuster  auch  Name  der
Schabe,  einer  Art  des  Bocdläsers,  und  einer  Sxinne,
Ptrsauum  oslnsdso,t  Wehberknecht.  Dazu:  (Filzhütchen)
das  von  den  feinen  weiszen  florentincrhuten  der  underen
frauenzimmer  schustermuszig  abstach  Keller  Einnged.
  112.  —  schullern,  als  Schuster  arbeiten;  in  freierem
Emne  ctwas  schustern,  zusammen  schustern,  dürftig
und  gleichsam  als  Flickwerk  berstellen;  schweizerisch

M.  Heyne,  Teunches  Voctertuch,  111.

schußgerecht  —  schustern.

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schustern,  hümpeln,  stümpern  Stalder;  (poetischer
Ur=  und  Grundstoss)  wio  er  dem  menschengeschlechte
angeboren  und  nicht  ungeschustert  ist  Keller  Nachl.
159;  geld  einschustern  in  ein  Unternehmen,  um  es
dadurch  zu  halten;  in  älterer  Spr.  ich  schustero  ein,
delrimentum  natiorSteinbach;  schustern  auch  Spielausdruck
  im  Tricktrack  Adelung.

Schutt,  m.  Anschüttung  und  dazu  Verwendetes,
jüngere  erst  frühnhd.  bezeugte  Nebenform  zu  dem  Fem.
schurte  (s.  d.);  zufrübest  in  der  Bed.  eines  Erdwalles:
agger,  schut  Dief.;  baweten  ciucu  schut  umb  sie
(die  Stadt)  her  2.  Kön.  25,  1;  wider  dich  wird  er
bellwerk  aufschlahen,  und  einen  schutt  mucher.  Hes.
26,  5;  im  Plur.  schutte  machen  Dan.  11,  15,  Stieler
verzeichnet  schutte;  später  von  schlechter  Erde,  Gestein
trümmern  aus  zerstörten  Gebäuden  u.  a.,  als  Massenwort
  ohne  Plur.:  sand-,  mist-,  kehr-,  stcin  -,  kulkschutt
  ebd.;  sch.  laden,  weglubren;  stüdte  voller  schutt
und  stein  P  erhardt  96,  10;  Troja  lag  in  schutt
und  staub  Schiller  Siegesjest;  Magdeburg  ist  schutt
Wallenstein,  Prolog;  bildlich:  ein  groszer  schutt,  die
stürtte  meines  glucks  Goethe  nat.  Tocht.  3,2;  eine
altertumliche  verfassung  und  langjäbrige  ansammlung
des  schuttcs  Bismarck  Red.  4,  264;  schutt  —  Grus,
Geröll  von  Bergen,  berg-,  felsenschutt;  übertragen:
ihre  (der  Wahrheit)  stille  quelle  im  dunkeln  schutt
des  irrthums  aulangraben  Schiller  Karl.  3,  5;  zur
Wegebesserung:  sich"  wic  rings  der  damm  sich  erbebt.
und  schon  nach  dor  milte  sich  der  rollende  schmt.
herandrüngt  Gocthe  Achill.  131;  —  in  anderm  Sinne
gewerbliches  Wort:  im  Branwesen,  das  zu  einem  Gebräude
  gehörige  Malz,  wie  man  es  in  das  dazu  gebörige
  Wasser  schüttet;  in  der  Landwirtschaft  bestimmte
Menge  Getreide  als  gegebener  Lohn  und  Unterhalt;  bei
Müllern  das  zum  Abmahlen  ausgeschüttete  Getreide.  —
Schütt,  n.  Schutzbrett,  niederd.  Nebenform  zu  schut
(s.  d.);  bildlich:  das  schutt  der  thränen  aufzuziehen
Göckingk  Lieder  zweier  Lieb.  80.  —  Schütte,  s.  Anschüttung,
  mhd.  schutc,  schut,  in  der  weiteren  Bed.  der
Anschwemmnng,  der  dadurch  gebildeten  Injel,  des  Erdwalles,
  des  Schuttes,  auch  des  Kornbodens  zum  Aufschütten
  (Lexer),  woron  im  älteren  Nhd.  schutte
=  Erdwall,  'asm,  agger  terrenus  (Schottel)  geblieben
  ist:  (ie)  schutten  eine  schut  umb  die  sta!
2.  Sam.  20,  15;  bei  Adelung  sand-,  kalk-,  steinschutte
aufgeschütteter  Haufen  als  oberdeutsch;  sonst  schweizerisch
schutte  Schüttboden  und  Regenschaner  Stalder;  in
neuerer  Spr.  noch  —  Bündel  Langstroh:  schutte.  sc#
(ongissima  in  deerbum  cosecta,  eine  schutte  stroh,
sasciceulus  strament  Stieler;  eine  schutte  stroh  zu
seinem  lager  Schiller  6,  113;  vo  der  freund  auf
seiner  schütle  noch  in  ticfltm  schlummer  lag  Geibel
2,  77.  —  schütleln,  heftig  hin=  und  her  bewegen,  abd.
scutilön,  uihd.  schutelcn,  schuttchn,  Häufigleitsbildung
zu  schutten  (s.  d.):  Jaroere  schuttcln,  schuttlen,  schut—
lellen  Dies.;  schuttelt  den  sack  Garg.  75;  zusammen,
durch  cinander  schutieln;  lasz  das  chaos.  durcheinander
  die  atome  schutteln  Schiller  die  Freundschaft;
  cinen  menschen  schuttein,  um  ihn  zu  wecken,
zu  sich  zu  bringen;  durch  vagendes  schuttelndes  lachen
Garg.  11;  von  einem  pferde,  auf  cinen  wagen  geschuttelt
  werden,  im  Neiten  oder  Fahren  Adelung;
wich  schmicht  das  lcher;  von  se  muer  Beschutteit
Schiller  Näub.  1,  5;  baume  schutteln,  um  die  Frucht
zu  gewinnen,  die  frucht  vom  baume,  ubflel.  birn#n
schutteln;  wenn  du  deinen  olebaum  bast  geschuttckt
5.  Moj.  21,  20;  das  haupt  schmichn,  verneinend,  zwei
felud,  verwundernd,  verachtend:  das  die  volker  das
heulbt  uher  uns  schutleln  Ps.  11,  15;  schutickte  zu
allem  den  kopf  und  brummtp  das  srin  ritel  saule
##sche  Gaudv  Erz.  19;  auch  ohne  Acc.:  ihr  schutickt?
Lesiing  Nath.  1,  3;  die  haud,  e#inander  dic  hande

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Schutt  —  schütteln.