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übrigen 11Amerikaner sind in unbedeutenden Stellen der siamesischen
Verwaltung verstreut.
Die Vertreter der iibrigen Nationalitäten befinden sich zufällig im siamesischen
Staatsdienst, ımit Ausnahme des Belgiers Sheridan, der noch von der Zeit
her im Dienste steht, als die Belgier zur guten alten Zeit des Herrn Jacanemyns
tätigen Anteil an der Organisation der Rechtspflege in Siamı nahmen.
In die Liste sind die Namen zweier »russischer« Angestellten bineingeraten.
Eine ist Lehrerin, einer ist Eisenbahnbeamter. Die eratere ist der Gesandtschaft
bekannt, der andere ist in den Konsularregistern nicht eingetragen.
So merkwürdig es ist, aber unter den Ausländern. die in der siamesischen
Verwaltung dienen, fehlen die Japaner gänzlich. Die mit viel Reklame gepriesonen
Erfolge der japanischen Waffen in dem letzten Krieg mit uns haben das
Prestige Japans in Siam seinerzeit bedeutend gehoben und sogar die Mode
einer starken Begeisterung für dieses aufstrebende l.and hervorgehracht: «labei
erwarb seine Vertretung in Baugkok zeitweilig sogar einen vorherrschenden Eintluß
sowohl am Hofe als auch bei der öffentlichen Meinung. Damals wurden
japanische Räte und Spezialisten zum Eintritt in den siamesischen Staatsdienst
aufgefordert, und an Stelle der englischen Mädchenschule, die geschlossen hatte,
wurde unter dem Protcektorat der Königin einc Pension eröffnet, in der die Vorsteherin
und alle zehn Lehrerinnen Japanerinnen waren. Ferner hatte man für
Heer und Flotte geplant, sich außer Material auch Instrukteure aus Japan kommen
zu lassen. Das Ansehen Japans in Siam wurde nicht nur dureh seine
kriegerischen Erfolge, sondern auch durch das von diesem Lande mit den Engländern
geschlossene Bündnis gefördert. Sobald aber eine Abkühlung des Verhältnisses
zwischen den unnatürlichen Bundesgenossen eintrat und eine offene
Konkurrenz zwischen den beiden Ländern, die noch vor kurzem Freunde waren.
zutage trat, kühlten sich auch in Siam die Sympathien ab. Den Siamesen begannen,
mit llilfe der Engländer natürlich, die Augen darüber aulzugehen, dab
die Japaner «fen darauf ausgehen, das Land ausschließlich zu eisennützigen
Zwecken unter ihren Einfluß zu bringen, was durch das gewöhnliche Spionagezystem
und die Intrigen der Japaner, das hier wohnende chinesische Element
auf ihre Seite zu bringen, sefördert wurde. Das Ergebnis war, daß statt der
Ankunft japanischer Instrukteure und neuer Beamten die schon in Siam lebenden
Räte, Lehrerinnen und Spezialisten nach Japan zurückkehren mußten, da
ihre Kontrakte nach Ablauf der Frist nieht ernenert wurden: die einzigen ernsthaften
Konkurrenten Englands in Siam waren bis zum gegenwärtigen Kriege
die Deutschen, (lie jetzt vollkonmen beseitigt und von Briten ersetzt sind.
Ich halte es für meine Pflicht. über die Beziehungen der einzelnen Nationalitäten
zueinander auf dem ökonomischen und dem Handelsgebiet einen besonderen
Bericht einzuaenden, nachdem ich das entsprechende Material gresamımelt
und zusammengefaßt haben werde.
gez. J. Loris-Melikow.
(Rotb. Heft II Nr. 30.)