Vorwort.
Die Frage der Volksernährung ist ohne Zweifel eine
der wichtigsten politischen Fragen, welche das deutsche Volk
während des Krieges beschäftigt, und zwar ist sie nicht bloß
für die innere, sondern auch für die äußere Politik von der
allergrößten Bedeutung. Hängt doch von unserem „Durchhalten“
nicht nur das Wohl und Wehe vieler, vieler Menschen,
sondern vor allen Dingen die Möglichkeit des Sieges und
eines ehrenvollen Friedens ab. Das ist im Verlaufe von
2½ Kriegsjahren jedermann klar geworden. Weniger klar
dürfte es für viele sein, daß die Volksernährungsfrage auch
noch nach dem Kriege eine der allerwichtigsten politischen
Fragen sein und bleiben wird. Dem Nachweise dieses Satzes
sei das Vorwort gewidmet.
Wenn während des Krieges die Nahrungsmittel nicht in
der gewohnten Fülle vorhanden sind, so hat dies keineswegs,
wie man vielfach glaubt, seinen hauptsächlichen Grund darin,
daß es an der erforderlichen Arbeit fehlt. Der Hauptgrund
liegt vielmehr darin, daß der deutsche Boden zur Erzeugung
der notwendigen Nahrungsmittel nicht ausreicht. Wenn von
gewissen Kreisen immer wieder versichert wird, daß die deutsche
Landwirtschaft imstande sei, das deutsche Volk ohne Hilfe des
Auslandes zu ernähren, so ist diese Behauptung durch die
Erfahrung des Krieges glatt widerlegt.
Die Menge der Nahrungsmittel, die uns infolge der
Absperrung gegen die Friedenszeit fehlt, beträgt nach den
mäßigsten Schätzungen aller Wahrscheinlichkeit nach sogar