Staatsbibliothek des ewigen Bundes Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.

Monograph

Persistent identifier:
lindner_krieg_gegen_frankreich_einigung_deutschlands_1895
Title:
Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.
Author:
Lindner, Theodor
Place of publication:
Berlin
Publisher:
A. Asher & Co.
Document type:
Monograph
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1895
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Full text

66.. 
daß er sich kaum auf dem Pferde zu halten vermochte. Er begegnete dem verwundeten Mac Mahon und 
wechselte mit ihm ein kurzes Wort; lange verharrte er im Granatfeuer, den Tod erwartend, der ihn nicht 
treffen wollte. Mit dem stumpfen Gileichmut, der ihm seit seiner Erkrankung eigen war, kehrte er nach Sedan 
zurück, ohne sich in die Schlachtleitung einzumengen, obgleich er sie nicht billigte. Früher als seinen Generalen 
stieg ihm die überzeugung auf, daß alles verloren war; er wünschte nur noch dem Blutvergießen ein schleuniges 
Ende zu machen. Daher solgte er Wimpffens Aufforderung nicht und ließ um 2 ½ Uhr weiße Fahnen auf- 
Fiehen; Offiziere rissen sie herunter. Da ihm Lebrun sagte, um Waffenruhe zu erlangen, müsse ein Parlamentär 
mit einem Schreiben hinausgeschickt werden, sandte Napoleon deshalb einen Brief an Wimpffen, der ihn verächt- 
lich beiseite steckte. Als jedoch desien letzter Versuch mißglückt war, wehten die Franzosen mit Tchern von den 
Wällen. Bald darauf stieg auch über der Festung die weiße Fahne auf, und das Feuer schwieg. Alsbald erklang 
bei den Siegern „Die Wacht am Rhein“. 
Mittlerweile hatte König Wilhelm den Oberstleutnant v. Bronsart und den Hauptmann v. Winterfeld nach 
Sedan gefandt, um zur 
UÜbergabe aufzufordern. 
Zu ihrem Erstaunen 
wurden sie zum Kaiser 
geführt, denn deutscher- 
seits wußte man nichts 
von dessen Anwesenheit; 
eben erst hatte König 
Wilhelm ungläubig 
diese Nachricht durch 
Graf Bothmer, der sie 
von Soldaten hörte, er- 
fahren. Napoleon war 
gerade beschäftigt, einen 
Brief an den preu- 
,. ßischen Herrscher zu 
MNampf dei Cazal. schreiben: 
„Nachdem es mir nicht vergönnt war, in der Mitte meiner Truppen zu sterben, bleibt mir nichts 
übrig, als meinen Degen in die Hände Ew. Mojestät niederzulegen“. 
Gegen 7 Uhr, bereits in der Tämmerung, ritt der kaiserliche Generaladjutant Graf Reille ohne Degen, 
ein Stöckchen in der Hand, begleitet von einem Offizier und einem Trompeter mit weißer Fahne, aus dem Thore 
langsam die Höhe von Frenois hinauf. Entblößten Hauptes trat er an den König heran und überreichte das 
rotgefiegelte Schreiben. König Wilhelm empfing es stehend, im Waffenrock, den Helm auf dem Haupte, ihm 
zur Seite auf seinen Pallasch gestützt der Kronprinz, etwas zurück Bismarck, Moltke, Blumenthal, Roon und 
die anwesenden Fürstlichkeiten; im Hintergrunde hielt die Stabswache. Ehe der König den Brief öffnete, sagte 
er: „Aber ich verlange als erste Bedingung, daß die Armee die Waffen niederlege“. 
Nach kurzer Beratung schrieb der König eigenhändig die Antwort, sitzend auf einem Strohfessel und als 
Tisch einen zweiten benutzend, den Major v. Alten niederknieend emporhielt; eine Husarentasche diente als Platte. 
Den Briefbogen gab der Kronprinz aus seiner Satteltasche, Tinte und Feder hatte der Großherzog von Weimar 
bei sich, ein Soldat konnte ein Stückchen Siegellack liefern. 
„Indem ich die Umstände, unter denen wir uns begegnen, bedauere, nehme ich den Degen Ew. Majestät 
an und bitte Sie, einen Ihrer Offiziere zu bevollmächtigen, um über die Kapitulation der Armee zu
	        

Downloads

Downloads

Full record

ALTO TEI Full text PDF
TOC
Mirador

This page

PDF Image Preview Image Small Image Medium Image Master ALTO TEI Full text Mirador

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

ausgabe:

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Formats

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.