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Geschichte des deutschen Volkes.

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte des deutschen Volkes.

Monograph

Persistent identifier:
mueller_geschichte_deutsche_1887
Title:
Geschichte des deutschen Volkes.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Franz Vahlen
Document type:
Monograph
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1887
DDC Group:
Geschichte
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Chapter

Title:
Vierte Periode. Deutsche Reformationsgeschichte.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
A. Reformation der Kirche.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
4. Der Reichstag zu Worms. 1521.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichte des deutschen Volkes.
  • Cover
  • short_title_page
  • Porträt Kaiser Wilhelm I.
  • Urheberrechtsvermerk
  • Sr. Königlichen Hoheit dem Erbgroßherzog Friedrich von Baden zu seiner Abiturientenprüfung am 5. Juli 1875
  • Vorwort zur ersten Auflage.
  • Vorwort zur zweiten Auflage.
  • Aus dem Vorwort zur dritten Auflage.
  • Vorwort zur achten Auflage.
  • Vorwort zur zehnten Auflage.
  • Vorwort zur elften Auflage.
  • Vorwort zur zwölften Auflage.
  • Inhalt.
  • Tabelle der deutschen Geschichte.
  • short_title_page
  • Blank page
  • Übersicht.
  • Erste Periode. Deutsche Stammesgeschichte.
  • A. Urgeschichte. Römer und Germanen.
  • B. Die große Völkerwanderung.
  • C. Der fränkische Stamm.
  • Zweite Periode. Deutsche Kaisergeschichte.
  • A. Die karolingischen Reiche.
  • B. Herrscher aus dem sächsischen Hause.
  • C. Kaiser aus dem fränkischen Hause.
  • D. Herrscher aus dem staufischen Hause.
  • E. Deutsches Volksleben in dieser Periode.
  • Dritte Periode. Deutsche Fürsten- und Ländergeschichte.
  • A. Geschichte des Reiches.
  • B. Deutsche Fürsten- und Ländergeschichte.
  • C. Deutsches Volksleben in dieser Periode.
  • Vierte Periode. Deutsche Reformationsgeschichte.
  • A. Reformation der Kirche.
  • 1. Die neue Zeit. Das Haus Habsburg in seiner Weltstellung.
  • 2. Reich und Kirche.
  • 3. D. Martin Luther. (Geb. 10. Nov. 1483, gest. 18. Febr. 1546.)
  • 4. Der Reichstag zu Worms. 1521.
  • 5. Bewegungen der Schwärmer. Der Bauernkrieg. 1525.
  • 6. Bildung der evangelischen Landeskirchen. Reichstag zu Augsburg. 1530. Schmalkaldischer Bund.
  • 7. Vom Nürnberger Religionsfrieden (1532) bis zu Luthers Tod (1546).
  • 8. Der schmalkaldische Krieg, 1546-1547. Der Augsburger Religionsfrieden, 1555.
  • 9. Die Schweizer Reformation. Streitigkeiten innerhalb des Protestantismus,
  • B. Gegenreformation und dreißigjähriger Krieg. Zeit des Übergewichts der habsburgischen (österreichisch-spanischen) Monarchien in Europa.
  • C. Deutsches Volksleben in dieser Periode.
  • Fünfte Periode. Deutsche Nationalgeschichte.
  • A. Sinken der habsburgischen Monarchien. Emporwachsen Preußens. 1648-1740.
  • B. Zeitalter Friedrichs des Großen. 1740-1786.
  • C. Kampf gegen die französische Revolution und die Napoleonische Gewaltherrschaft. 1792-1815.
  • D. Deutschland bis zur Herstellung des Kaisertums. 1815-1871. Überblick.

Full text

Bewegungen der Schwaͤrmet. Der Bauernkrieg. 1526. 88 344 — 346. 231 
Bibelübersetzung, die edelste Gabe, die er seinem Volke bieten konnte; 
ihrem Inhalt nach der Quell verjüngenden Lebens, in ihrer Sprache nicht 
minder der Beginn einer neuen Zeit für deutsches Reden und Denken. 
S. Lewegungen der Schwärmer. Ber Gauernkrieg. 1525. 
#§# 344. Die große Bewegung, vom Throne abgewiesen, geriet nun zum 
Teil in verhängnisvolle Bahnen. Noch während Luther auf der Wartburg 
war, kamen nach Wittenberg Handwerker aus Zwickau, welche außer dem 
Recht, das Luther für jeden Christen in Anspruch genommen, die Bibel aus. 
sich selbst zu erklären, sich auf eine besondere prophetische Erleuchtung be- 
riefen, welche die Kindertaufe verwarfen, die Gütergemeinschaft und ein Reich 
Gottes auf Erden, einen Staat von bloß Wiedergeborenen einführen wollten. 
Melanchthon schwankte ihnen gegenüber. Karlstadt schloß sich ihnen an. 
Bald genügte ihnen ein langsames und behutsames Abstellen alter kirchlicher 
Formen, wie es in Wittenberg schon begonnen hatte, nicht mehr: man be- 
schloß mit Gewalt die „heidnischen Greuel“, als Messe, Priesterschmuck, 
Bilder und Bildsäulen in den Kirchen, kurz alles, was an den katholischen 
Gottesdienst erinnerte, abzuthun. Die Verwüstung, die nun folgte, drohte 
Luthers reines Werk den schlimmsten Leidenschaften preiszugeben. Luther 
war gegen jede Gewalt. „Das Wort hat Himmel und Erde geschaffen und 
alle Dinge, das muß es thun und nicht wir armen Sünder." Die Nach- 
richt von diesem Bildersturm rief ihn deshalb von der Wartburg zurück; 
er kam noch „im Reitergewande", das Schwert an der Seite (was ihm in 
Jena mit zwei Schweizer Studenten ein heiteres Abenteuer bereitete), und 
schrieb noch auf dem Wege seinem Kurfürsten, der ihn hatte zurückhalten 
wollen, einen heldenmütigen Brief (§ 423), darin es hieß: „Ich komme gen 
Wittenberg in gar viel einem höhern Schutz, denn des Kurfürsten. — Ja 
ich halt, ich wollt Kurfürstliche Gnaden mehr schützen, denn sie mich schützen 
könnte". Denn „wer am meisten gleubt, der wird hie am meisten schützen“. 
Und in dieses seines Geistes Kraft bändigte er wirklich bald den Sturm, 
Ostern 1522. 
& 345. Aber gefährlicher gärte es in Süddeutschland. Die Gestalt des 
Reichs war von Mißbräuchen nicht minder entstellt, als die der Kirche, und es lag 
nahe, auch auf dem staatlichen Gebiet eine Reformation zu wünschen. Kaiser 
Karl V. wollte auch in Deutschland, wie in seinen Niederlanden und Spanien, 
die ständische Selbständigkeit beugen und die Gewalt der Krone stärken. 
Deshalb gewährte er auf dem echstoge zu Worms das Reichsregiment 
(§ 329) nur in einer Gestalt, die dem Kaiser- mehr Einfluß sicherte. Trat 
so der Kaiser der Fürstengewalt hemmend in den Weg, so nicht minder 
der besonders in Schwaben und Franken mächtige Stand der Reichs- 
ritter, deren Selbständigkeit ebenfalls durch die wachsende Landesgewalt 
der Fürsten sich bedroht sah. Franz von Sickingen war der bedeu- 
tendste dieser Männer, die am Rhein und in Franken vor allem zahlreich 
und mächtig waren. Sie hatten sich Luther, der sich ja an sie mit einer 
besonderen Schrift ( 338) gewandt hatte, freudig angeschlossen. Ulrich 
von Hutten, ein abenteuernder, feuriger Mann (§ 329), der jetzt mit 
der Feder, wie einst vor Zeiten die Ritter mit dem Schwert, seine mannig- 
fa Fehden bestand, unterstützte Luthers Werk mit geistreichen Schriften 
voll Spott und Hohn gegen seine Widersacher:
	        

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