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mung erledigen, daß das Kriegs- oder Standgericht, wenn nach seinem Ermessen
eine wissentlich falsche Denunziation angebracht und der Denunziant nach
Vorschrift der Prozeßordnung 8. 83. Titel 35. und der Kriminalordnung §. 605.
in die Kosten zu verurtheilen ist, die Verhandlungen an das die Untersuchung
leitende Militairgericht abzugeben und dieses uͤber den Kostenpunkt durch ein Resolut
zu entscheiden hat, welches der hoͤhern Beslaͤtigung nicht bedarf, wogegen
jedoch dem verurtheilten Denunzianten ein Niederschlagungsgesuch an das General-Auditoriat
gestattet seyn soll. Das Militair-Justizdepartement hat diesen
Befehl dem General-Auditoriat mitzutheilen, ihn auch in die Gesetzsammlung
aufnehmen zu lassen, und Sie, der Kriegsminister, denselben noch besonders der
Armce bekannt zu machen.
Berlin, den 22sten Oktober 1836.
Friedrich Wilhelm.
An das Militair-Justizdepartement.
(No. 1755.) Allerhöchste Kabineksorder vom 28sten Oktober 1836., betreffend die Abänderung
des 5. 22. des Stempelgesitzes vom 7ten März 1822.
A# den Bericht des Staatoministeriums vom 30sten v. M. bestimme Ich
unter Modifkation des §. 22. des Stempelgesetzes vom 7ten März 1822. Folgendes:
«
1) Die Strafen, welche unmittelbare oder mittelbare Staatsbeamte durch
unterlassene Verwendung des tarifmaͤßigen Stempels zu Amtsverhandlungen
verwirken, sind nicht von dem Besitzer oder Produzenten der
Verhandlung, wovon die Kontravention begangen, mit Vorbehalt des
Regresses an den Beamten, zu fordern, sondern von dem Letztern selbst
einzuziehen.
2) Beamte, welche bei ihren amtlichen Verhandlungen die tarifmaͤßigen
Stempel nicht verwenden, werden von der ordentlichen Stempelstrase
nicht betroffen, sondern sind, sofern nicht nach der Art des Vergehens,
wegen verletzter Amtspflicht, eine höhere Strafe eintritt, nur mit einer
Ordnungsstrafe zu belegen.
3) Die Strase ist auf den einfachen Betrag des nicht verwendeten Stempels,
für den Fall jedoch, daß derselbe die Summe von 50 Riehlr.
übersteigt, auf letztern Betrag festzusetzen. Ermäßigung oder Niederschlagung
der Strase ist von dem Ministerium, zu dessen Verwaltung
der Beamte gehörk, zu verfügen und durch Beibringung der Verfügung