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seine Idee zu gewinnen. Mit der Zustimmung des Kaisers
zum Kongresse in der Tasche, begab er sich auf den Rückweg
und telegraphirte von irgend einer Zwischenstation an den
Fürsten Bismarck, er werde Abends in Friedrichsruh eintreffsen.
Wir warteten auf ihn mit dem Mittagsessen. Bei
Tische war von Politik nicht die Rede, Graf Schuwaloff
erzählte kleine pikante Geschichten aus Petersburger Hofkreisen,
Fürst Bismarck frischte Erinnerungen an seine letzten
Besuche in Rußland auf. Nach Tische begaben sich die
Beiden in das Arbeitszimmer des Fürsten. Graf Herbert
Bismarck und ich warteten derweil in dem Zimmer nebenan,
wo Herbert zu arbeiten pflegte. Wie lange die Unterredung
zwischen dem Fürsten und Schuwaloff gedauert
hat, vermag ich genau nicht anzugeben; länger als zwanzig
Minuten oder eine halbe Stunde gewiß nicht. Dann erschien
der Fürst in der Thür, einen Bogen Papier in der
Hand, auf dem das ganze Programm des einzuberufenden
Kongresses niedergeschrieben war. Er diktirte uns dieses
Programm sowie die Einladungsschreiben an die Großmächte
und eine Instruktion an unsere Botschafter, die
noch in derselben Nacht in chiffrirten Depeschen befördert
wurde. Das Programm wurde demnächst von allen Großmächten
in seinem ganzen Wortlaute acceptirt. Nur ein
einziges Wort wurde, wenn ich mich recht erinnere, auf
den Wunsch Englands geändert.
Als ich am nächsten Morgen mit dem Grafen Schuwaloff
im Friedrichsruher Park promenirte, äußerte sich
dieser über den Fürsten fast genau mit denselben Worten,
wie Friedberg.
Erinnerungen an Bismarck. 3