Die Reichsbank vom Kriegsende bis zur Stabilisierung der Mark (1918—1923) 119
derjenigen zu 1000 Mark, herangezogen. Die Zahl dieser privaten Anstalten belief
sich am Jahresende auf 26, die täglich Notenmengen in Höhe von 17 bis 18 Milliarden
Mark zur Ablieferung brachten. Die auf den Notendruck bezüglichen
technischen Maßnahmen bewegten sich in der Richtung einer Vereinfachung sowie
Beschleunigung des Herstellungsverfahrens und der Schaffung neuer dem gesunkenen
Geldwert angepaßter Notenabschnitte.
Zwecks Vereinfachung des Druckverfahrens erschien es angebracht, das
zeitraubende Kupferdruckverfahren mehr und mehr durch den technisch einfacheren,
aber infolge neuer Methoden einen hervorragenden Schutz gegen Nachahmungen
bietenden Buch= und Farbendruck zu ersetzen.
Das Kupferdruckverfahren war bis zum Beginn des Weltkrieges fast ausschließlich
angewendet worden. Diese Druckart, die zwar erheblich teurer und
zeitraubender als das Buchdruckverfahren war, ermöglichte es, den Noten
eine gewisse Gediegenheit in der Ausstattung zu geben und durch Wiedergabe
zeichnerischer Feinheiten jedes Stück zu einem kleinen graphischen Kunsterzeugnis
zu gestalten. Der einprägsame ornamentalische Schmuck (Bildnisse und
Guillochen) sowie die tiefen, satten Farben gewährten in Verbindung mit den in
Papier eingebetteten farbigen Pflanzenfasern, dem Kopfwasserzeichen, der
Riffelung und anderen Sicherungen einen bedeutsamen Schutz gegen Nachahmungen.
Bei der Herstellung der Banknoten über 100 Mark (V. Ausgabe)
wirkte überdies verteuernd der Umstand, daß das zu den Noten erforderliche
Papier nach dem ältesten Papierbereitungsverfahren an der Bütte mit der Hand
geschöpft und weiterbearbeitet werden mußte. Dazu waren neben dem geübten
Personal eine Reihe besonderer Einrichtungen nötig.
Der übergang vom Kupferdruck zum Buchdruck vollzog sich nach und nach.
In der ersten Kriegszeit wurde z. B. bei den Darlehnskassenscheinen die Vorderseite
zunächst noch in Kupferdruck, die Rückseite jedoch schon in Buchdruck ausgeführt.
Der steigende Zahlungsmittelbedarf zwang dann dazu, die kleinen
Werte nur noch in Buchdruck, die höheren in Kupferdruck oder durch Kombination
beider Verfahren herzustellen. Einen weiteren Übergang zum reinen Buchdruck
bildeten die Noten zu 10 Mark (von Marcus Behmer) und zu 100 Mark (von
Prof. Hadank), die 1921 in den Verkehr kamen.
Die stetig fortschreitende Inflation zwang schließlich im Frühjahr
1922 zur völligen Einstellung des kostspieligen und langsam arbeitenden
Kupferdrucks. Den erhöhten Anforderungen blieben lediglich die Buchdruckschnellpressen
und die Rotationsmaschinen gewachsen. Das Papier wurde