Full text: der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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Futterer zusammen die Verwundeten zunächst in der Gefechtslinie, dann 
auf einem Verbandsplatz in Günzbach. 
Die Beschießung durch den Feind konnte bis dahin nicht als Absicht 
angesprochen werden. 
Als jedoch das Gefecht abgebrochen und das Schießen eingestellt war, 
wurde jeder Versuch, die Verwundeten in nahegelegene passende Räume 
zu bringen, durch Feuer auf die Krankenträger erschwert. 
Der mit großer „Roter-Kreuzflagge“ versehene Sanitätswagen erhielt 
bei seiner Abfahrt Schnellfeuer; ein Mann der Bedienungsmannschaft 
fiel. Unterarzt Dr. Futterer und ich verließen als letzte Günzbach und 
waren eine große freie Strecke lang (etwa 500 Meter) heftigem Gewehr- 
feuer ausgesetzt. 
Da das Zeichen des „Roten Kreuzes“ bei dem klaren Wetter weithin 
kenntlich sein mußte und der Feind in etwa 400 Meter Entfernung lag, 
muß angenommen werden, daß er das „Rote-Kreuz-Abzeichen“ nicht be- 
achten wollte. gez. Mallenbergg, Bataillonsarzt. 
  
Anlage 12. 
Meldung der 6. Infanteriedivision an das General- 
kommando des III. Bayerischen Armeekorps. 
Arracourt, 27. August, 11 Uhr vormittags. 
Am 26. August nachmittags wurde das vor der jetzigen Gefechts- 
front der Division gelegene Gefechtsfeld (in der Gegend von Maixe) durch 
Krankenträgerpatrouillen der Sanitätskompagnie nach liegengebliebenen 
Verwundeten abgesucht. Diese Patrouillen wurden von französischer In- 
fanterie, ohne Rücksicht auf das Rote Kreuz, beschossen und zersprengt; 
zurzeit fehlen noch etwa 100 Mann der Sanitätskompagnie. 
gez. von Gebsattel. 
Anlage 13. 
Meldung des Etappendelegierten Grafen Reichenbach an 
den stellvertretenden Militärinspekteur der freiwilligen 
Krankenpflege in Berlin. " 
Valenciennes, den 24. September 1914. 
Eestern sind in der Umgegend des hiesigen Etappenhauptortes in sonst 
sicherer Gegend mit Krankentransportabteilung auch 13 Mann freiwilliger 
Krankenpflege beim Heranschaffen von Verwundeten durch Bevölkerung 
überfallen, trotz deutlicher Rote-Kreuz-Abzeichen. Sechs Mann von uns 
tot, einer verletzt. Vernehmungsprotokolle folgen später, auch nach Mög- 
lichkeit Verwendungsbücher der Gefallenen. 
gez. Graf Reichenbach. 
Anlage 14. 
Meldung des Kommandeurs der 2. Sanitätskompagnie 
an die 10. Infanterie-Division. 
St. Maurice, den 24. September 1914. 
Als am 22. d. M. die Krankenträger der 2. Sanitätskompagnie mit 
dem Absuchen des Gefechtsfeldes nach Verwundeten beschäftigt waren, 
erschien plötzlich aus der Ostspitze des St. Remyer Waldes feindliche In- 
fanterie, etwa 40 bis 50 Mann, unter Führung von zwei Offizieren. 
Obwohl diese sahen oder jedenfalls sehen mußten, daß sie vor sich nur 
Krankenträger hatten, die auf Tragen schon Verwundete trugen oder mit
	        
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