Full text: der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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des Innern dulden wird, daß dieses System brutaler Aufhetzung der 
Menge fortdauert. Die Folgen dieser Bewegung sind jetzt klar. Niemand 
kann damit einverstanden sein, daß die mißleiteten Opfer sich für das 
unverantwortliche Auftreten der Anstifter zu verantworten haben. 
Weitere Mobilmachung in Italien. 
Zürich, 21. Oktober. Der „Tagesanzeiger" meldet aus Turin die 
Mobilmachung der italienischen Landwehr, beginnend mit Einberufung 
der Jahresklasse 1894. 
Ueber 3 Milliarden Kriegsanleihe eingezahlt. 
Berlin, 21. Oktober. Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihen 
haben heute den Betrag von 3 Milliarden überschritten. 
Die spanische Neutralität. 
London, 20. Oktober. Die „Morning Post“ meldet aus Madrid 
vom 18. Oktober: Bei dem üblichen Journalistenempfang sagte der Pre- 
mierminister, das Parlament werde am 30. Oktober eröffnet werden. 
Der Minister ermahnte die Journalisten, den Krieg ohne Leidenschaft und 
Vorurteil zu behandeln. Spanien habe, ohne eine kostspielige Mobili- 
sierung vorzunehmen, alle zur Sicherung seiner Neutralität nötigen Maß- 
nahmen getroffen. (Tägl. Rundsch., 22. Oktober.) 
Die Kämpfe in den Karpathen. 
Wien, 21. Oktober. Amtlich wird verlautbart: 
21. Oktober, mittags. Im schweren hartnäckigen Angriffe auf die 
verstärkten Stellungen des Feindes von Felsztyn bis an die Chaussee 
östlich Medyka gewannen wir wieder an mehreren Stellen Terrain, wäh- 
rend die russischen Gegenangriffe nirgends durchzudringen vermochten. 
Vergangene Nacht erstürmten unsere Truppen die Kapellenhöhe 
nördlich Mizyniec. Südlich Magiera gelang es ihnen schon gestern, sich 
von den eroberten Ortschaften gegen die Höhen vorzuarbeiten. Am Süd- 
hügel wird der Kampf hauptsächlich von der Artillerie geführt. Durch 
weitgehende Anwendung der modernen Feldbefestigung nimmt die 
Schlacht großenteils den Charakter eines Festungskrieges an. In den 
Karpathen wurde gestern der Jablonica-Paß, der letzte noch von einer 
russischen Abteilung besetzt gewesene Uebergang, von uns genommen. Auf 
ungarischem Boden ist kein Feind mehr. Unsere Vorrückung in der 
Bukowina erreichte den Großen Sereth. (Tägl. Rundsch., 21. Oktober.) 
Eine Proklamation des Gouverneurs von Tsingtau. 
Nachfolgende vom Gouverneur des Kiautschougebietes erlassene Pro- 
klamation wird uns heute von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt. 
Tsingtau, den 23. August 1914. 
Am 15. August hat Japan Deutschland ein Ultimatum gestellt, in 
dem die sofortige Zurückziehung oder Entwaffnung aller deutschen Kriegs- 
schiffe des Kreuzergeschwaders sowie die bedingungslose Uebergabe 
Tsingtaus bis zum 15. September gefordert wurde. Frist zur Beant- 
wortung der 23. August mittags.
	        
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