Full text: der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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Schanze auf Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute 
5 Uhr vormittags auch der Kostajnik, ein von den Serben für uneinnehm- 
bar gehaltener wichtiger Stützpunkt, erstürmt wurde. Die Zahl der Ge- 
fangenen und der erbeuteten Geschütze ist bisher nur annähernd bekannt. 
Ein Erfolg in den Argonnen. 
W.T. B. Großes Hauptquartier, 8. November, vormittags. 
1 ¶ nere Angriffe bei Mres und westlich Lille wurden gestern fort- 
gesetzt. 
Am Westrand der Argonnen wurde eine wichtige Höhe bei Vienne 
la Chateau, um die wochenlang gekämpft worden ist, genommen. Dabei 
wurden zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre erbeutet. 
Sonst verlief der nebelige Tag auf dem westlichen Kriegsschau- 
platz ruhig. 
Vom Osten liegen keine neuen Nachrichten vor. 
Oberste Heeresleitung. 
Gefechte am Chatt-el-Arab. 
Auf dem Chat-el-Arab fand, wie der „Deutschen Tageszeitung“ aus 
Pera berichtet wird, ein Gefecht zwischen einem türkischen Monitor und 
einem englischen Kanonenboot statt. Hierbei gerieten die englischen 
Petrollager von Abadan in Brand. Das englische Kanonenboot floh 
gleichfalls brennend. Der Monitor kehrte heil nach Basra zurück. Die 
sonstige Lage ist unverändert. Die Türken feiern das Schwinden des 
englischen Seeprestiges infolge des deutschen Seesieges bei Chile. 
W.T. B. London, 8. November. Nach einer amtlichen Mitteilung 
haben eine indische Truppenabteilung und eine Seebrigade Fao an der 
Mündung des Chat-el-Arab im persischen Golf nach einstündigem Kampf 
in Besitz genommen. Sie hatten keine Verwundeten. 
Die Senussi in Aegypten. 
W.T. B. Frankfurt a. M., 7. November. Der „Frankf. Ztg.“ 
wird aus Mailan d berichtet: Nach einer Meldung der „Stampa“ hat 
der Scheik der Senussen seine Streitmacht aus der Kyrenaika zurück- 
gezogen und nach Aegypten gegen die Engländer geschickt. Eine italienische 
bteilung, die am 29. Oktober von Zaui Beda abging, gelangte bis 
Mersa, ohne einen Feind zu treffen. 
Der Kaiser beim Heere des Generals v. Kluck. 
Vor einiger Zeit weilte der Kaiser bei der Armee des General- 
obersten Kluck. Folgender Armeebefehl wurde hierauf für die 1. Armee 
ausgegeben: 
Seine Majestät der Kaiser und König hatten die Gnade, am 
gestrigen Tage zum zweiten Male die 1. Armee mit Allerhöchstihrer 
Anwesenheit zu beehren und sich in hohem Grade lobend über den 
Zustand der Truppen und deren große Tüchtigkeit und hervorragende 
Tapferkeit auszusprechen. Seine Majestät besuchten gestern eine Ge- 
fechtsstellung und überzeugten sich Allerhöchst selbst von den Bauten der 
ersten feuernden Batterie, der Anlage von Schützengräben und feind-
	        
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