Vebersicht der Ereignise des Tahres 1866.
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aber seine Politik gegen Preußen war doch längst eine bloß defen-Preußen.
sive; äußerlich hatte es sich noch eine große Stellung in Deutschland
erhalten, innerlich aber mehr und mehr aus Deutschland zurückgezogen;
befangen in dem ihm historisch überlieferten Ideenkreise mußte
es mit diesem und in demselben Grade wie dieser von Tag zu Tag
an Boden in Deutschland verlieren. Thatsächlich waren es am Ende
nur die Interessen der zahlreichen Dynastien, die für ihre bedrohte
Souveränetät in Oesterreich Schutz gegen Preußen suchten, die jene
Stellung noch stützten und zu erhalten suchten. Auch diese Stützen
waren durch die Politik Oesterreichs seit 1864 wankend geworden.
Aber trotz alledem bedurfte es doch einer letzten gewaltigen Anstrengung,
um die realen Machtverhältnisse zur Anerkennung zu bringen,
mußte Preußen alle seine Kräfte zu einem wuchtigen Schlage zusammenfassen,
mußte es unläugbar seine Existenz selber dransetzen,
wenn es sein Ziel erreichen wollte. Das war denn auch der Grund,
warum die preußische Politik in neuerer Zeit so häusig den Stempel
einer gewissen Unentschiedenheit trug, der den Eindruck der
Schwäche machte. Jetzt war der Mann gesunden, der keine Schwäche
kannte und bereit war, die ungeheure Verantwortlichkeit auf sich zu
nehmen. Es ist ganz undenkbar, daß es dem Grafen Bismarck nicht
klar vor der Seele stand, was er für sich, was er für seinen Staat
für den Fall einer Niederlage wagte. Allerdings dürfte es
wahrscheinlich sein, daß Preußen, auch wenn es bei Königgrätz,
oder in einer Schlacht auf den Ebenen Sachsens oder vor den Thoren
Berlins geschlagen worden wäre, und selbst wenn die Oesterreicher
in Berlin eingezogen wären, sich noch nicht wie Oesterreich
besiegt gegeben hätte, aber daß der Graf Bismarck persönlich, nach
der ersten Niederlage der Preußen verloren gewesen wäre, das ist
wohl außer Frage.
Auch die Lage Europa's und die Stimmung der übrigen
Großmächte bereitete dem preußischen Staatsmanne Schwierigkeiten,
doch erschien ihm dieselbe im Ganzen nicht ungünstig. Rußland Rußlaad.
legte Preußen wenigstens keinerlei Hindernisse in den Weg. Egs
scheint zwar, daß der Kaiser von Rußland den König von Preußen
und zwar wiederholt und dringend von Schritten abzuhalten suchte,
deren Tragweite nicht zum voraus berechnet werden konnte. Eine
Vertoickelung auf beschränktem Terrain konnte dagegen Rußland unter