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Nr. 9.
Herr Rene Viviani, Ministerpräsident und Minister des Aeussern,
an Herrn Paul Cambon, französischen Botschafter in
London.
Paris, den 29. Juli 1914.
Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Sir Ed. Grey bitten
wollten, er möge in Berlin sobald als möglich und in der
Form, die er für die geeignetste und wirksamste halte, seinen
Vorschlag zu einer Vermittlung durch die vier Mächte wieder
aufnehmen, der die grundsätzliche Zustimmung der ' deutschen
Regierung gefunden hatte.
Die russische Regierung hat wohl ihrerseits direkt bei
der englischen Regierung denselben Wunsch aussprechen lassen;
denn Oesterreichs Kriegserklärung an Serbien, seine .Truppensendungen
an die österreichisch-russische Grenze, die hierauf
folgende russische Mobilisierung an der Grenze von Galizien
haben in der Tat den direkten Verhandlungen zwischen Oesterreich
und Russland ein Ende gemacht.
Die Erläuterungen, die die deutsche Regierung nach der
Erklärung des Freiherrn von Schoen, die ich Ihnen mitgeteilt
habe, in Wien verlangen wird, um die Absichten der österreichischen
Regierung zu erfahren, werden den vier Mächten
erlauben, zwischen Wien und Petersburg eine zur Erhaltung
des Friedens nützliche Tätigkeit zu entfalten.
Ich bitte Sie, den englischen Staatssekretär auch darauf
hinzuweisen, wie wichtig es wäre, wenn er von der italienischen
Regierung die Aufrechterhaltung ihrer vollständigsten Mitwirkung
bei den gemeinsamen Unternehmungen der vier Mächte zu
gunsten des Friedens erlangen könnte.
Rene Viviani.
Nr. 98.
Herr Paul Cambon, französischer Botschafter in London,
an Herrn Bienvenu-Martin, stellvertretenden Minister des
Aeussern.
London, den 29. Juli 1914.
In seiner heutigen Unterredung mit meinem deutschen Kollegen
hat Sir Ed. Grey geäussert, da die von Herrn Sasonow