Full text : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

X

Silben  der  Skansion  gemäß  in  dem  virgilischen  Vers:  Timeö  Danacs  et  döna  feréntes  ꝛc.  Die  hierbel
vorkommende  Verschmelzung  zweler  Silben  in  eine  (die  s.  g.  Elision)  bezeichnen  wir  durch  das  Hyphen
C),  z.  B.:  Mens  säna-in  Ispr.  fast:  sän’  in]  cõrpore  säno;  Näturam  C#xpelläs  furcä,  tamen  usque
recürret  Ifast:  nätur’  2c.1.

V.  Uber  die  grammatischen  Verhältnisse  der  Kremdwörter.

8  22.  Darüber  vermisst  man  in  allen  bisherigen  Wörterbüchern  fast  jede  Bemerkung.  Im
Allgemeinen  ist  nur,  namentlich  auch  bei  Heyse,  das  Sprachgeschlecht  der  Substantiva  angegeben,  für
alle  andern  Redetheile  fehlt  es  auch  an  der  geringsten  grammatischen  Andeutung.  Wer  nun  aber  z.  B.
hinter  Mouolog  nur  ein  m.  findet  (zur  Bezeichnung  des  Worts  als  masculinum)  und  ebenso  hinter
Philolog,  kann  unmöglich  daraus  erkennen,  daß  dort  die  gewöhnliche  Abwandlung  lautet:  des  Monologle)s;
die  Menologe,  hier:  des  Philologen;  die  Philologen.  Bei  Direktor  fügt  auch  Heyse  hinzu:  pl.  Direktören;
schweigt  aber  über  den  Genitiv  (wie  bei  den  daneben  stehenden  Direkteur,  Dirigent  weder  Genitiv  noch
Mehrzahl  erwähnt  wird);  ähnlich  führt  er  auch  an:  Pästor,  landschaftlich  auch  Pastör,  m.,  pl.  Pastören;
dagegen  fehlt  (wofür  zunächst  mein  deutsches  Wörterbuch  die  Belege  bietet)  die  Mehrzahl  Pastöre,  Pastöre
und  neben  der  Verkleinerung  Pästorchen  die  Form  Pastörchen;  ferner  außer  dem  Genitiv:  des  Pästors  auch
die  ganz  lateinische  Abwandlung  u.  ä.  m.

&  23.  In  unserm  Wörterbuch  sind  die  Hauptwörter  (Substantiva)  als  solche,  und  zugleich
ihrem  Geschlecht  nach  bezeichnet  durch  m.,  f.,  n.  Dann  folgt  der  Genitiv,  der  aber  bei  allen  weiblichen
  Hauptwörtern  als  gleichlautend  mit  dem  Nominativ  fortbleibt');  dann
der  Plural  (Mehrzahl);  wo  er  unverändert,  wie  die  Einzahl  lautet,  bezeichnet  dies  ein  uv.;  wo  er  fehlt,
eine  Null  (O).  Wo  dann  noch  eine  Form  mit  nachstehendem  Bindezeichen  (-)  folgt,  ist  es  die  des  Bestimmungsworts
  in  Zusammensetzungen.  Danach  bezeichnet  z.  B.

„Inktion,  f.;  -en;  —s-“:  Auktion,  weibliches  Hauptwort  mit  unverändertem  Genitiv;  Mehrzahl
  Auktionen;  al“  Bestimmungswort  in  Zusammensetzungen:  Auktions,  z.  B.  Auktions-Katalog  2c.;
doch  haben  wir  bei  den  weibl.  Hw.  auf  iön,  tärt  2c.  die  entsprechende  Form  des  Bestimmungsworts  (durch
angehängtes  s)  meist  unbezeichnet  gelassen.

Neben  einander  vorkommende  Formen  sind  durch  ein  Komma  (nicht,  wie  die  für  verschiedene
Verhältnisse  dienenden,  durch  ein  Semikolon)  getrennt  oder  die  minder  üblichen  in  Klammern  ()  eingeschlossen,
  also  z.  B.  (vgl.  §  22):

Häst-or  (—),  m.,  —;  ören,  (-öre,-örc)  2c.  Wo  über  die  Form  der  Verkleinerung  Besonderes
zu  bemerken  ist,  geschieht  dies  hinter  vorangeschicktem  „Verkl.“  —  Hauptwörter,  die  nur  im  Plural  vorkommen,
  werden  durch  pl.  bezeichnet.

Es  versteht  sich  wohl  ohne  Bemerkung,  daß  für  die  Angabe  über  das  Geschlecht  eines  Fremdworts
der  Gebrauch  im  Deutschen,  nicht  in  der  Ursprache  die  Norm  giebt.  So  verzeichnen  wir  z.  B.  beau
monde  als  f.  (obgleich  es  im  Franz.  m.  ist,  vgl.  demi-monde);  comitc,  als  n.  (nur  vereinzelt  m.,  —
obgleich  es  im  Franz.,  wo  es  überhaupt  kein  Neutrum  giebt,  nur  m.  ist)  Committee  (Kommitte)  als  f.,
obgleich  das  englische  Wort  als  neutr.  zu  bezeichnen  wäre  2c.

*)  Doch  wollen  wir  hervorheben,  einerseits,  daß  bei  weibl.  Eigen  namen  sich  eine  vom  Nominativ
  verschiedne  und  deßhalb  auch  besonders  aufgeführte  Genitivform  findet  (z.  B.  Arbrede,  Genit.:
es  oder  ens;  Ev.a,  Genit.:  —6  oder  ·  ens  2c.)  und  andrerseits,  daß  auch  bei  nicht  weibl.  Hw.  statt  der
Genitiv-,  wie  auch  statt  der  Pluralsorm  auf  —s  in  larerer  Weise  sich  nicht  selten  die  unveränderte  Form
des  Nominativs  der  Einzahl  findet,  wenn  das  zu  bezeichnende  Verhältnis  durch  den  vorgesetzten  Artikel
zur  Genüge  deutlich  ist.