Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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den  Germanen  die  römische  sprache  und  wissensehbaft
zu  verbinden  Freytag  Bild.  1,  317;  verband  sio  tdie
dramatische  Form)  mit  kheatralischer  strenge  Schiller
5,  151;  sich  ein  weib  verbinden,  sie  heiraten:  eilt  ich
..  das  schönste  weib  mir  zu  verbinden  Wieland
Winterm.  2,  221;  refl.:  damit  verbindet  sich  eine  feste
vorslellung;  ein  feuriger  rittergeist  verbindet  sich  mit
zwangrollen  ordensregeln  Schiller  9,  398;  mit  dem
Sinne  der  Verpflichtung:  verbände  mich  nicht  eine
zusage  Räub.  I,  1;  ein  weib  .  die  weil  der  man  lebct,
ist  sie  verbunden  an  das  gesetz  Röm.  7,  2;  zu  etwas,
für  etwas,  einem  verbunden  sein;  er  will  mir  nicht
verbunden  scheinen  Lessing  Minna  4,  3;  dreiszig
kön'ge  sind  ibm,  dem  sultan  Bubylons,  verbunden
Tieck  Octav.  245;  in  höflicher  Wendung:  Sie  werden
mich  verbinden,  wenn  Sie  das  thun;  ich  bin  Ihnen
sehr  verbunden;  refl.:  ich  verbinde  mich  das  zu  thun;
in  der  Bed.  der  Vereinigung  mit  gegenseitiger  Verpflichtung:
  sich  zu,  für  etwas  verbinden;  sich  mit  einem
verbinden  und  sein  gescll  oder  freund  werden  Maaler;
das  jr  euch  alle  verbunden  habt  wider  mieh  1.  Sam.
22,  8t  einige  freundo  .  haben  sich  zu  dem  entwurfe
verbunden  Schiller  4,  32;  —  anderes  verbinden,
falsch  binden:  ein  packet  ist  verdunden  Adelung;
der  buchbinder  bat  das  buch  verbunden.  —  verbindlich,
  zu  verbinden  geeignet,  verpflichtend:  verbindliche
Zusage;  sich  verbindlich  machen,  für  etwas  verbindlich
bleiben;  in  der  Spr.  der  Höflichkeit:  verbindliche  worte;
dasz  du  selbst  gegen  die,  welche  dir  nicht  gefallen,
verbindlich  sein  kannst  Moltke  6,  62;  es  kommt  gar
nicht  derauf  an,  etwas  geistreiches  zu  sagen,  sondern
womöglich  etwas  verbindliches  ebd.  —  Verbindlichleit,  f.
verbindliche  Art:  v.  eines  gesctzes,  einer  zusage;  er  bestreitet
  die  rerbindlichkeit  priesterlicher  satzungen
Ranke  Werte  1,  191;  in  der  Spr.  der  Höflichleit:
einem  mit  vieler  verbindlichkeit  cotgegenkommen;  Verpflichtung,
  Schuld:  eine  verbindlich  keit,  viele  verbindlichkciten
  gegen  jemand  haben;  seine  verbindlichkeiten
nicht  abtragen  könpen;  ich  babe  Sic  lhrer  verbindlichkeit
  erlassen  Lessing  Minna  5,  5.—  Verbindung,  (.
Handlung  des  Verbindens:  v.  einer  wunde;  verbindung
der  augen,  so  man  einen  entbaupten  wil  Maaler;
verbindender  Gegenstand:  eine  v.  zwischen  zwei  straszen,
ländern  herstellen;  Zustand  des  Verbundenseins,  vielsach
  in  festen  Wendungen:  in  v.  mit  einem  treten,  stchen,
verbrudungen  baben,  pflegen,  1ösen;  in  genaucren  verbindungen
  Schiller  5,  180;  von  einer  Heirat:  (daß)
lady  Milford  -  eine  verbindung  eingehen  soll  Kab.
1,  5;  bei  Studenten:  eine  v.  bilden,  in  eine  v.  einspringen;
  von  Dingen:  chemische,  grammatische,  syntaktische,
  satz-,  lautverbindung;  scin  Huszeres,  in  verbindung
  mit  einem  sichern  auuftreten,  bestach  alle.  —
verbitten,  in  älterer  Spr.  —  Fürbitte  thun:  verbitten,
lurditien  Stieler;  die  guten  leutlin  zu  Orlamunde,
wil  ich  verbeten  und  entschuldigt  haben  Luther  3,  56-;
überleitend  in  die  neuere  Bed.:  eines  andern  tod  verbiticn,
  morfem  alieujus  deprecarf,  er  verbat  scine
strase,  ruppitefe  ven  denreeabatur  Steinbach,  die
die  alleinige  geblieben  ist,  durch  Bitten  abwehren,
nicht  gestatten  wollen:  verbitten,  dasz  ciner  nicht  bose
werde,  derecorf,  ne  quis  irascatur  ebd.;  dssz  der
nlte  berr  sich  Ihre  gegenwart  verbittet  Kotzebne
Pagenstr.  2,  4;  ener  gnaden  galanterieen  kunftig  zu
verbinen  Schiller  Fiesko  3,  1.  —  verbikkern,  mhd.
verbittern,  bitter  machen;  gewöhnlich  im  Bilde:  dusz
man  jm  also  dic  höllenkuchlcin  verbitterte  Garg.  ;

verbindlich  —  verbiltern.

was  damals  meine  eecligkeit  verbitterte  Schiller

4,  38;  dasz  Sie  cs  darauf  anlegen,  ihrc  armath  durch
schande  zu  verbittern  3,  563;  besonders  von  innerem
Groll:  er  ist  gunz  verbittert;  das  innd,  das  alles  verbittert
  hat  Jer.  50,  21;  in  verbitterter,  misztrauischer
zeit  Häufsfer  d.  Gesch.  3,  147;  refl.:  batte  sich  dic

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stimmung  .  noch  wehr  verbiltert  Treitschke  3,  69;
—  intransitiv,  bilter  werden:  er  verbittert  immer  mohr.

Verblassen,  blaß  werden:  gott!  Sie  vorblassen
Schiller  Kab.  2,  2;  verblaszto  farben,  tinte,  bilder;
bildlich:  dies  kuiscrthum  der  verbluszten  erinnerungen
Treitschke  1,  9.  —  verbleiben,  mhd.  verdliben  neben
verliben,  gänzlich  bleiben:  du,  o  herr,  verbleibst  in
ewigkeit  Opitz  3,  44;  verblicbe  mir  der  name  Courage
Simpl.  3,  27;  dasz  er  mag  gesund  verbleiben  Fleming
46;  jetzt  noch  es  verbleibt  dabei;  es  dabei  verbleiben
zu  lassen  Wieland  Perv.  3,  265;  in  Briesschlüssen:
ich  verbleibe  lbr  ergebenster  N.  N.;  als  Subst.:  bei
dem  urtheil  .  selle  es  dann  sein  verbleiben  haben
Ranke  Werle  1,  293;  =  wegbleiben,  nur  in  älterer
Spr.:  es  ist  alles  komen  und  keins  verblichen  Jos.
23,  14;  weil  er  bei  noht  wochen  lang  ohne  erlaubnus
vrom  regiment  verblichen  war  Simpl.  3,  211;  unterbleiben:
  verblieb  disz  angelangene  werk  Schuppius
830.  —  verbleichen,  ahd.  farblichan,  mhd.  verblicheo,
gänzlich  bleich  werden:  die  wangen,  farben  verbleichen;
einer  verbleicht,  bei  Schreck,  Ohnmacht:  Sie  zittern,
grütin,  Sic  verbleichen  Schiller  Wallenst.  Tod  5,  12;
des  todes  verbleichen;  eines  zweidentigen  todes  rerblichen
  Goethe  DuW.  9;  bildlich:  verblichen  ist  des
gluckes  morgenroth  Körner  2,  12;  Jenny  Lind  mit
Banz  verblichener  stimme  Moltke  6,  273.  —  verbleien,
mit  Blei  einfassen,  fenster;  verbleite  läufe  Instr.  60.  —
verbleuden,  mhd.  verblenden,  durchaus  blenden,  blind
machen:  verblenden,  mitgesähenden  augen  blind  machen,
eærcaecare  aliquem  Maaler;  er  bat  jro  gugen  verblendet
  ..  das  sie  mit  den  augen  nicht  schen  Joh.
12,  10;  dasz  ihr  ..  morgenstral  ihm  die  augen  nicht
verblende  Schiller  2,  378;  übertragen  auf  geistige  Erlenntnis:
  das  der  verstand  seiner  klugen  verblendet.
werde  Jes.  29,  14;  geschenk  und  gaben  verblenden  die
weisen  Sir.  20,  31;  refl.:  die  menschen  können  sich
verblenden  Ranke  Päpste  2,  68;  niemand  kann  sich
dazu  verblenden  Moltke  5,  118;  Part.  verblendete
anhünger;  weh  euch  verblente  leiter  Matth.  23,  16;
in  gewerblicher  Spr.:  verblenden  im  Bergwerk,  mit
Brektern  verbauen;  bei  Maurern,  Offnungen  mit  Steinen
zuschen-  weidmännisch  zeug  verblenden,  des  Jagdzeug
durch  grüne  Reiser  verdecken,  u.  a.  —  verblinden,  blind
werden;  eigentlich:  o  dasz  sie  verblindeten,  diese  ungen!
Schiller  Ränb.  Trauersp.  1,  12;  übertragen:  wenn
die  gerechtigkeit  für  gold  verblindet  Schrift.  3,  511;
transitiv,  blind  machen  (wie  verblenden):  morgennebelung
  verblindet  mir  des  blickes  scharfe  sche  Goethe
Div.  1,  10;  refl.:  wer  wollte  deiner  allmacht  sich  verblinden?
  Tieck  Octav.  150.  —  verblüfssen,  verwirrt
und  eingeschüchtert  machen;  ursprünglich  niederd.  Wort
(mnd.  vorblutlen,  in  Schrecken,  Verwirrung  bringen,  bestürzt
  machen  Schiller-Lübben),  im  spätern  18.  Ih.
in  die  Schriftfpr.  ausgenommen:  verblullt  und  auszer
sich  Wieland  Perv.  2,  232;  sprichwörtliche  Mahnung:
lasz  dich  nicht  verbluffen;  verblunt  sein  (Keller  Sinng.
23),  dastehen  (Eichendorff  Taug.  138);  wic  er  mit
verbluffender  kindlichkeit  sagte  Treitschke  5,  166.  —
verblühen,  ahd.  ferbluon,  mhd.  verbluejen,  zu  Ende
blühen,  welk  werden:  die  blame  verblüht  Schiller
Glocke  106;  übertragen:  verbluhte  wangen,  ein  verbluhtes
  maidchen;  dasz  nuch  das  herz  verbluht  Geibel
1,  72.  —  verblümen,  mhd.  verbluemen,  mit  Blumen
zieren;  übertragen  auf  Zier  der  Rede:  verblumen,  -
bagibus  allegorsofspro  err-,  urris  rdelorfeis  ornare,
verblumt.  krohfee,  allegoriee,  #####r#as  Frisch;  in  gewöhnliche
  Spr.  übergegangen:  einem  etwas  verbtumt
zu  verstchen  goben;  nichts  erihrt  sio,  nichts!  auch
nicht  cinmal  verblumt  Kotzebue  Freim.  1;  verblumte
andeutung  Gandy  Erz.  120.  —  verblulen,  mhb.  verbluoten.
  alles  Blut  verlieren,  in  Blutverlust  vergehen;
intransitiv:  da  er  gur  berblutet  hatto  2.  Macc.  14,  46;

verblassen  —  verblulen.