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mung von Böhmen Gleichheit der Stimmen behaupten konnten;
aber nun war die Einigkeit getrennt und oft schienen
Proteskanten und Katholiken einänder weniger todtlich zu
hässen, als Lutheraner und Reformirte.
Die Uneinigkeit, welche unter den letztern selbst in Ansehung
einiger der wichtigsten Lehren war, gab deu erstern
manche gerechte Gelegenheit zu Vorwürfen; und da es schon
zweideutig war, ob der Religionsfriede auch auf die so genannten
Zwinglianer sich erstrecke, wie viel weniger konnte
er den eigentlichen Calvinisten gelten. Jo. Calvin hatte
nehmlich schon lange in der Dogmatik der so genannten Reformirten
Kirche die wichtigsten Veränderungen gemacht, und
außer einer kleinen Umbildung der Zwinglischen Abendmahlslehre
auch einen zweiten großen Streit über Prädestination
und Gnadenwahl erregt. Also auf Calovinisten schien der
Religionsfriede gar nicht gehen zu können. Die Schuͤler
Melanchthons näherten sich zwar hierinn noch nicht den Genfischen
Meinungen, aber die eifrigen Anhänget Luthers wollten
nicht auf die letzte Erklärung ihrer ganzen Gesinnungen
warten, und von beiden Seiten mischten sich politische Absichten
ein, welche besonders aus dem indioiduellen Verhältnisse
des Albertinischen und Ernestinischen Sächsischen Hauses
entsprangen. Die seit Moritz fortdaurende geheime Abneigung
des herzoglich sächsischen Hauses gegen die Churlinie
wurde unter Churf. August durch die Grumbachische Erecutionsgeschichte
nicht wenig vermehrt, und wenn es der Melanchthonischen
Partie gelungen wäre, die Churfürstinn Anna
auf ihrer Seite zu behalten, so würde August von seinem
Leibarzt Peucer und andern ihm immer nahen politischen
Theologen oder theologischen Politikern endlich unvermerkt
auf die Seite der Reformirten herübergeführt worden sepn.