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Hans Kelsens System einer reinen Rechts-
theorie.
Von
Dr. ApoLr MERKL, Professor an der Universität in Wien.
I.
HANS KELSEN hat seinem rechtstheoretischen Lebenswerke,
das er mit den grundlegenden „Hauptproblemen der Staatsrechts-
lehre“ eröffnet, in mehreren, trotz der Einstellung auf juristische
Spezialprobleme für die Hauptprobleme der Jurisprudenz außer-
ordentlich beziehungs- und aufschlußreichen Monographien ? fort-
geführt hat, nunmehr in dem neuesten Werke über „Das Pro-
blem der Souveränität und die Theorie des
Völkerrechtes, Beitrag zu einer reinen Rechtstheorie °, einen
! Tübingen. Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1911.
2 An rechtstheoretischen Schriften KELSEns sind außer den
beiden in Rede stehenden Hauptwerken namentlich hervorzuheben:
Zur Lehre vom öffentlichenRechtsgeschäft: Archiv des öffent-
lichen Rechts, 31. Ba., Heft 2/3. — Ueber Staatsunrecht: Grün-
hutsche Zeitschrift, 40. Bd., Wien, 1913. — Zur Theorie der juristi-
schen Fiktionen. Mit besonderer Berücksichtigung von Vaihingers
Philosophie des Als ob: Annalen der Philosophie, Leipzig 1919.
An Schriften zur politischen Theorie aus der Feder unseres
Autors seien genannt: Politische Weltanschauung und Erziehung:
Annalen für soziale Politik und Gesetzgebung 1912. — Vom Wesen und
Wert der Demokratie: Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen 1920. —
Sozialismus und Staat. Eine Untersuchung der politischen Theorie
des Marxismus: Verlag C. L. Hirschfeld, Leipzig 1920.
® Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1920, 320 X.