Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Numiner  9  -
aufhörle,  und  alle  zivilen  Maßnahmen  der  esihzie
  Behörden  und  Bevölterung  sowie  ein
izieller  Appell  des  elhnischen  Lmdtages  an
die  verbündeten  Regierungen  von  England,
Fatreich  Amerika  und  Belgien  erfolglos  blie.
ah  sich  die  elsthnische  Armeeleitung  zur
Fiaosles“  ener  Straferpeditjon  veran.
laßt.  Daraufhin  haben  esthnische  Truppenteile,
welche  von  Reval  in  der  Nichtung  gegen  Karve
dorgingen,  plündernde  russische  Truppen  getrosffen,
  gestellt  und  geschlagen.  Die  esthnischen  Vezluste
  an  Toten  und  Verwundeten  s#nd  gering.
#Die  Säuberung  Esthlands  von  rusfischen
  Truppen  chreitet  vor.

Die  Kelegslage.

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WTB.  Wien,  9.  1.  mitlags.  Amtlich  wird
gemeldet:

Italienischer  Kriegsschauplaz.

IZnfolge  ungünstiger  Sichtoerhälknisse  blieb  die
Cefechtstätigleit  auf  einzelne  Feuerübersälle  beschränkt.


Lustangrisf  aus  Met.
*  Met,  9.  1.  We  die  Metzer  Zeitungen  melben,
  wurden  bei  Fiiegerangrissen  am
3.  Januar  nachts  und  in  der  Nacht  zum  4.
-'s.  eine  Frau  tödlich  verleßt,  ferner  zvei
(Arbeiter,  eine  Arbeilerin  und  ein  russischer
Kriegsgefangener  verwundet.

Der  Krieg  zur  See.
Wieder  ein  deutscher

Ozean-Jäger!
s  Zũrich,  8.  1.  Der

„Tagesanzeiger“  mesdet:

  Ans  verschiedenen  Presse  Aeußerungen  ist
Indsschen  Ozean  wie:  #i
das  die

zu  schlier  en.  daß  im
der  ein  deutschles  Schiff  täti#g  ist,
Zufuhrsstras  en  zum  Roten  Meer  und  Suezlanal
  unsicher  macht.

Alsemeines  vom  Keleg.

Drei  a  merilanische  Generale
abgesetzt.
Veru-  5.  1.  De:  „Temps“  meldet,  daß
drei  amerikanische  Gencralmajore  an  der  sranöösischen
  Front,  Sibert,  Mann  und  Vletchford,
ihres  Amtes  enthoben  warden  ur  id  bereits
Frankreich  verlafsen  haben.

Musinnd.

Die  Lage  in  Spanien.

„  Rotterdam,  8.  1.  Nach  dem  „Nicuwe
Rotterdanischen  Courant“  melde:  der  „Daily
Telegraph“  aus  Madrid  vom  Montag:  Der
Besckluk,  das  Parlament  aufenlösen,  den  der
HKönig  vorige  Woch:  unte  rzeichnet  hat,  dessen
  Veröffec  iklickung  aber  noch  ausgeschoben
wurde,  wurde  tückzängig  gemacktt.  Gerüchtweise
verlautet.  dal.

einne  Negieri  ung-lri  ise  be  worscht.
gol#ische  Aundschau.
Eine  stürmische  Versammlung.

*  Berlin,  8.  1.  Der  Landesverein  Großberlin
  der  deutschen  Vaterlandspartei
  hicli  gestern  sein:  erste  Versammkung  cb.
Wie  sich  berauesiellte,  haite  sich  eine  Amahl
Gegner,  anch  scheinend  Solin  Idemok#gten.  eingeslellt,
  die  balo  durch  ausrei;  zende  Zmischenrufe
Störungen  verursachten.  Den  Vorsitz  führte  Ge- 



 

 

 

 

(So.)  ern,  so  für  auereichende  Be-Nosenh#emer

  Anzelgek

Friedensangel#ote  sind  wir  ihm  nicht  näher  gelommen.
  (JZwischenrufe:  im  Gegenteil.)  Wenn
wir  zeninz  Frieden  wollen,  müssen  wr  siegen
(stürmischer  Beifall).  Unser  Zutrauen  zu  Hindenburg
  und  Ludendorff  ist  grenzenlos  (stürmischer
  Beisall),  jetzt  lommt  es  darauf  an,  daß  das
deutsche  Volk,  das  sich  bisher  so  Dra#“  gehalten.
bis  zum  letzten  Angenblick  durchhält,  w.e  unsere
Feldgrauen  draußen.  Der  Siegespreis  dieses
blutigen  Krieges  müssen  Sicherungen  für  un,
sere  Zulkunft  sein.  Auf  die  Gutmütigieit  von
England,  Frankreich  und  Wilson  können  wir  und
nicht  verlassen.  (Es  kam  hier  zu  erheblichen  Slõrungen
  durch  die  Gegner.  Der  Redner  wies  die
Störenfriede  darauf  hin,  daß  sich  draußen
auch  Konservative,  Zentrum  und  Sozialdemokraten
  vertragen,  sie  sollten  sich  auch  in  der
Heimat  vertragen.)  Noch  slürmischer:  Zwischenrufe
  und  Störungen  ereigneten  sich  während  der
Rede  des  rechtsnationalliberalen  Abgeordnetmn
Fuhrmann.  Er  sprach  über  den  Frieden.  Bei
seinen  Ans  führungen  wurde  der  Redner  niederzubrüllen
  versucht,  und  es  kam  zustürmischen
AMusschreitungen.)  Die  Versammlung
mustte  auf  5  Minuten  vertagt  werden.  Eine
Persönlichleit  sellle  ans  dem  Saal  geb  acht  verden,
  die  sich  sedoch  webrte.  Eine  beslimmte
Grupre  begle.  tet:  diese  Matznahme  m.1  dauer:  1
den  Zurusen  und  Lärm.  Sil  eillich  gelang  e5
dem  Generalselcctär,  sich  Gehör  zu  verschaffen
Er  tellte  mit,  daß  eine  uip  zuß  Deute  poltzeilich
  nicht  erlaubt  sei.  daß  85  aber  an  ne
derer  Sielle  eifalgen  würde.  Den  Störenfriede
drol  te  er  mit  dem  Hausrecht.  Nur  langseen  iert
llummte  der  Lärm  und  nachkdem  die  Vaterlandspartei
  „Deutschland,  Deuischl  and  über  alles“
gesungen  hatte,  sielite  sich  die  Ruhe  einigermaßen
ler.  Neue  Lärmszenen  ereigneten  sich  daun
während  der  Friedensreden.  Die  Versammlung
hdog  sich  lange  bis  nach  Mitternacht  bin.

Boyerischer  Landkag.

Haushalt  des  Finanzministeriums

*  MKünchen,  9.  1.  Vor  leeren  Tribünen  wur,
de  am  M.#ttwoch  in  der  Vormitlag=  und  Rachmittagsitzung
  die  Veratung  des  Haushalts
des  Finanzministeriums  m  den  ein.
sch  lägigen  Anträgen  sortgesctzt.  In  der  Vormittaasitzung
  tret  dabei  insbesondere  für  die  Anträge
  se  ner  Partei  der  Abg.  Robhauxter
üge  der  Gelegenheitsarbeiter,
  „  Gewährung  ausreichender
Kriegstenerungeb#zihilsen  an  die  Pensionisten  u.
deren  Hinterblielenen  und  Genährung  einer
rockmaligen  einmaligen  Teuerungs,ulage
die  Beamten.  Star  tsarbeiter  usm.  Der
Lutz  (Bbd.)  brachte  eine  Reihe  von  Klagen
vor  ũber  die  Art  der  Einhebung  der  Reichz,
kriegsabgaben,  insbesondere  beim  Rentamte
Närdlingen.

Der  Fnanemiunier  g'ing  aus  ene  Reihe  von
Anregungen  ein.  Er  lündigte  an,  daß  eine  Vor.
lage  über  die  Steuerresorm  dem  Landtage  in
der  nächen  Woche  ugehe.  Was  die  Veranla-Hung
  de:  Grundbesitzes  im  allgemeinen  an:
langt,  so  gzub:  er  nicht,  daß  Fehler  in  dem
t  nge  gemact  wurden,  we  sie  hier  sestgestellt
  wurden.  Ueber  das  Rentamt  Nördlingen
find  aub#r  vom  Abg.  Lutz  keine  #Klagen  eingelausen.
  In  bezug  auf  Personalwünsche  erklärte
der  Mins  ster,  daß  die  Regierung  die  schwierige

Lage  der  Beamten,  geschaffen  durch  de  Kriegs.
verhälknisse,  nicht  verkennt.  und  cuf  Abhllfe  im

Nahmen  des  Möglichen  #dacht  ist.  Die  Lage
de#  bayer.  Slaatshausha#ites  muf.  dabei  aber
im  Auge  behalten  werden.  Wenn  die  enmal  g.
Kricgsteuerunge.  Fulage  #sn  läuschte,  so  hängt  des
damit  wwseen,  9  eu  fällig  um  die  gleiche

ii  8
Zeit  in  —  und  t  Rci.he  mit  höheren

 

an
Abg.

Beträgen  vorgegangen  wurde  und  daß  man  hienach
  Klaubte,  auch  in  Bayern  höhere  Beträge
erwarten  5  brfen.  Das  Houplaugenmerl  muh
auf  die  fortlaufenden  Beih  len  gerichte!  werden
und  die  bisherigen  Vorschriften  werden  übermrüst
  werden.

In  der  wellkeren  Debatte  bedauerte  Abg.
Heida  (Ztr.),  daß  die  Ledigen  und  Verwitweten
ron  der  #e:  öten  einmaligen  Teuerungszulage
auegesch.  ossen  murden  und  bimängelte  den  nedrigen
  Grundbetrag  von  60  Mark.  Trotz  aller
notmend:  gen  Soarsamseit  dürfen  in  diesem  Fall
die  notm#endilen  Staatsausgaben  nicht  so  knapp
Lemessen  Verden.  Redner  trat  weit#e#r  nachdrücklich
  für  den  Ausbau  der  somtlausenden  Teucrungs
  zulagen  ein.  Alg.  Schubert  (lib.)  brach
eine  letzte  Lanz:  für  das  Rentamtspersonal  und
vertrat  we.  sers  Personalwünsche.

«  Wallersteinscken  Domänendirektors  Dr.

Frelkaß,  7.  Jan#at  7öl#s

Ba#yerische  Nachrichten.

Z:mei  Gesch  wister  mit  zusammen
20r  Jahren.  102  Jahre  ali  starb  in  Wollerstein
  bri  Nördlingen  am  5.  Januar  Fräulein
Josephine  Kummer,  Tochter  des  ehem.  fürstl.
Kummer,
  eine  Schwester  des  im  99.  Leb:  nsjahre  stebenden
  Landridters  a.  D.  Kummer  in  Tandshut.


Tödlider  Sturzs  vom  Fenster.  Vorgestern
  abe  nd  gegen  7  Uhr  wollte  in  der  Kör
nerstraße  in  Nürnber,.  ein  12  jähr.  Knabe  vom
Küchenfenster  der  im  4.  Stodc  gelegenen  Woh,
nung  aus  hinaussehen,  um  festzußeellen.  ob  es
noch  regne.  Dabei  verlor  er  das  Uebergewicht
und  siel  in  den  Hofraum  hinunter.  Die  Verletzungen
  des  Knaben  waren  sofort  töklich.

 

 

Herschiedene  Nachrichken.

Mordtat  in  Russisch-Volen.  Der
Wirt  Powilefis  in  Kadyßki,  Bezirk  Suwalli,
hatte  mehrere  Perjonen  wegen  Pferdediebstahls
angezeigt.  Aus  Nacke  daräber  übersielen  einige
Freunde  der  Angczeigten  den  Wirt  und  ermoldeten
  ihn,  desgleichken  den  zu  Hilse  eilenden
Nachtmächter  Nartaszum.  Eim  Knecht  wurde
tödlich  verwundet.  Die  Mörder  zändeten  darauf
  das  Wohnhaus  des  Wirtes  an,
eine  Frau  und  ein  Biehbirt  verbrannten.

Münchener  Neuigkeilen.

etnunchen,  9.  Jannar.

VBon  einem  Vorortzug  überfahren
und  getötet  wurde  am  9.  Januar  frũh  im
Hauptbalhnh  ibof  nädhst  der  Hackerbrücke  ein  Kohlenarbeiter

Von  einem  auovicklagenden  feride
  getölet.  In  eirner  Stallung  am  Isarkorrlatz
  wurde  der  17  Jahre  alte  Kutscher  Frank
von  einem  aussck  laginden  Pferde  am  Unterleib
sil,  er  verlehzt,  sodaf  et  alsbald  derjiarb.

Keine  Kohlen  für  die  Leichenver-#rennung.
  Dieser  Tage  fand  im  Sitzungssaale
  des  Magistrats  die  zweite  Sitzung  des
Beirats  der  Ortsfohlenstelle  München  statt.  Es
wurden  zuei  Bescklüsse  gefaßt,  daß  einmal  für
den  Linter  1218.  19  unter  allen  Umständen
schon  während  de:  Sommers  1918  ein  genül
gender  Vorrat  an  Brenn##  offen  geschaffen  werden
  muß,  reilens,  daß  für  die  Leichenver.
ebrennung  bis  zur  Behebung  der  Kohlennot
keine  Kohlen  mehr  Zigewie  en  worden,  daß
also  die  Leichen  zunächsi  beigesetzt  werden  müssen,
  um  erst  später  der  Verbrennung  zugeführt
31  werden.  Dieser  Besckluß  wurde  mit  allen
gegen  5  Stimmen  gefakbt.

Zur  Belämpfung  des  gewerbsmä.
Rigen  Schleichhandels  warde  im  Juni
1917  von  der  Münckener  Poliʒ  eidirellion  eine
e  Abteilung  geschaffen.  Seit  Bestehen  der
Ab  Sg  ltamen  elua  10)  gewerbemäßige
Schleichhändler  und  üller  100  mit  d.esen  zumemenark-itende
  Helfershelser  zur  Anzeige.
-  r  den  beschlagnahmten  Waren  befinden  sich:

Zentner  Friscksleisch,  114  Zentner  ge-.
  c-·e-  Fleisch.  *7“  Jeu-  ner  Wurstwaren,  ca.
*  S-  Eier,  Jentner  Butier,  123:
VZeniner  Feit.  112  11  Zucer,  293  Stück
Sse  2287  Stid  Feinkeise,  c1.  193  Zenlner
Mehl.  Die  meisten  beschlegnabmien  Warecn  huen
  die  Schleichhändler  hauptsächlich  aus  den
Bcz'rien  Dorfen.  Erding,  Pfarrkirchen,  Aichach,
Wolnzch  und  Schrobenhausen  ausgeführt,  um
sie  über  München  an  norddeutsche  Händler  ab.
zigeben.  Oie  besclagnohmten  Fleischwaren  wur.
den  der  Freibank  und  den  städt.  Volksküchen
übermiesen.

 

 

#nen

—

 

Grenzlande.

Ballein,  9.  1.  Grähliches  Unglück.
Beim  Abeisen  des  Müllrades  in  der  Sägemüh
le  Moldan  zu  Obralm  geriet  der  63  jahrige
Säzer  Konrad  Bernhofer  von  St.  ZJoham
i.  P.  durd;  Ausgleiten  in  der  Radstube  in  dis
Wasserrad  und  wurde  gräblch  zugerichtet.  De
Sckädeldecke  wurde  ihm  völlig  zertrümmert  und

das  Gehlru  buchstäblich  aus  dem  Kopf  gewa

wobei
sch-remmt,

1

 

schon.  Von  der  statlen  Strömuns  fortge
wurde  der  Aerunglüdie  bei  dem
Turbinenrechen  de;  Eleitrizitälswerkes  der  Sa
line  am  Saganger  aufgerunden  und  aus  dem

Almlanal  geborgen.

Bawerisches  Oberiand.

Schloßberg  lei  Rosenheim,  9.  1.  Beerdiemun
  Am  vergangenen  Dienstag  vormint
tag  sand  im  hbiesigen  Friedhofe  eine  tiefergrei
sende,  jedoch  höchst  ehrende  Leichenfeierlichkeit
state.  Frau  Amalie  Schmier,  Hausbesitzerrga#
tin  iund  langjähriges  Mutglied  des  Schlierseer.
Uanerntheatcrs,  wurde  unter  großer  Beteili.
gung  von  Leidtragenden  aus  nah  und  fern  zu
Geabe  geltragen.  In  warmen,  tief  zu  Herzen  ge.
heuden  Worlen  sch  ldere  HH.Pfarrer  Dach  der
edlen,  guten  Charalter  der  Verstorbenen.  Im.
preseio  Füuster  legte  in  Vertretung  des  Di.
—m——...——  Te

 

Tciofal  im  Namen  de;  Schlier.
seer  Bauer##heaters  drei  schöne  Kränz;  an  dem
reich  mit  Vlumen  geschmüclien  Grabe  der  Ver
sterbenen  neder.

Keubeuern,3  9.  1.  Das  Gastspiel  der
Direltion  Riesch  am  vorigen  Sonntan
erfreute  sich  eines  zahlreichen  Besuches.  Der  Hof

testal  war,schon  lange  vor  Beginn  be#  auf
das  lotzte  Plätchen  ausverlauft.  Die  drei
Einaller  fanden  ein  lachlustiges  Publilum.

Brannenburg,  10.  1.  75.  Geburtstag.
Ein  in  weitlen  Kreisen  sehr  bekannter  Offizier,
Major  a.  D.  Mazimiljan  Reinhard,  der  Schloß
herr  und  Ehrenbürger  von  Brannenburg,  be
Aht  am  10.  Jannar  den  75.  Welurtetag.  Sel

Johren  ist  er  ilellvertretender  Vorsitzender  des
Aussichtsrates  der  Lolalbahnaitiengesellschaft.
MRiehßeraudorf,  9.  1.  Heldentod.  Dieser
Tage  traf  hier  die  amtlich:  Nachticht  ein,  daß
der  Oberjäger  in  einem  Tiroler  Kaieerfägerrea.
Fistl  Fanlhauser  von  Auerdach  bei  Riedern
dorf  in  Sütt-rol  den  Keldentod  gesto  ben  ist.  Er
war  26  Jahre  alt.  "

Bad  Aibling,  3.  1.  Sitzun  des  Ge
meindekollegiums  vom  7.  Januar.  Der
1.  Vorsitzende,  Lerr  Posthalter  Kuobl,  gob  vor
Eintritt  in  die  Tagesordnung  dem  Wunsche
Auodruck,  daß  das  Jahr  1918  den  heißerf  ehn
len  Frieden  bringen  mög:  und  gedachte  der  m
Felde  siebenden  Mitglieder.  Bei  der  Vorstand:
mall  wurde  die  bisherige  Vorstandschaft  wieder

 

neral  der  IZn#anterte  3.  d  von  Lochow.  Er  sagte

einleitend:  Wir  alte  wollen  den  Frieden,  und

zwar  sehr  bald,  aber  durch  die  fortgesetzten
Spruchweisheit.

Verlasse  alo  aus  nid  autin.

Ued  ulemals  anf  die  aodern.
deun  c#u  wicn  immer  del  dir  sein.
Indes  die  freunde  wändern.

die  Hulue  von  Solurn.

an  dem  Lande  der  —“'  von  Luls  Humpeler-  "

Es  gab  hbier  des  Schönen  so  viel,  daß  er  aus
dem  Bewundern  nicht  herauslam  und  sich  nicht
satt  sehen  kounte.  Eine  isleues  Heiterkeil
hog  in  sein  Herz  und  nur  mit  Mühe  gelang
es  dem  Freunde,  ihn  zur  Weiterreise  zu  bewegen.

  ,

In  Oberbozen  angelommen,  stand  Balmer
zum  ersten  Male  der  Dolomitenpracht  gegenüber.
  Eine  neue,  wunder  am:  Welt  tat  sich  vor
ihm  auf.

„Mein  Gott,
an  Natursäöe  uh#  i.7“

„Gelt,  unser  Tirolerlandl,  da  schaust  halt,
was!  Ich  bin  zwar  kein  gebürtiger  Tiroler,
aber  lieb  habe  ich  es  doch  gewonnen,  das  prächtige
  Land,  die  herrlichen  Berge,  die  wundervollen
  Sern,  die  schönen  Täler  und  die  saubern
  Dirndln.  Die  Bauern  sind  im  großen
und  ganzin  ein  braves,  gulmütiges  Volk,  halten
  kreu  zu  Kaiser  und  Neich,  und  wehe,  wenn
die  Welschen  versuchen  sollten,  das  Land  n
zgreifen:  Da  würde  es  sein  wie  im  Jahre
1609.  Wie  ein  Mann  würden  sich  alle  er

wie  reich  ist  doch  euer  Land

ben  und  d  e  geimat  bio  zm  lehten  Atemzug
verteidigen.“
„Meinit  du,  daß  e:  noch  so  sein  wird,  wie

vor  hundert  Jahren?!  Hat  sich  da  wohl  nichts

 

geäntert?“

„Nein,  bafür  ##  ich  die  Hand  ins  Feuer.
Lern  unser  Land  und  sein  Volk  erst  Kunen,  dann
wirst  du  es  guch  verstehen  und  lieben  können.“

„Du  ermäh  hntest  vorh'n,  wenn  der  Welsch=  dieses.
  Land  angreifen  wollte  .  Italien  ist  doch
unser  Vundcsgenor  se,  wie  lönnte  es.

„Jamo'l,  Bundesgenosse,  aber  was  für  einer!
Man  sielt.  daß  du  aus  der  Großstadt  kommst
und  daß  ou  vor  lauter  Arbeit  dickk  um  Leben
und  Polktik  nicht  gelümmert  hast.  Aber  sei  nur
erst  ein  Jal#r  hier  unten,  da  uepE#st?#u  anders  denlen.
  Ich  habe  auch  nicht  daran  glauben  wollen,
Dabe  aber  wohl  müssen.  Ich  habe  gehörl  nd  gesehen
  genug!  Ja.  viele  wollen  es  nicht  cglauben,

und  ich  predihie  tauben  Ohren.  Gebe  Gott.b#arald,

  daß  du  dein  Lebenswerk  glücklich  und  ehne
Unfall  bald  ##  Ende  führen  lanust,  dann  „lieb
Valetland,  maaft  ruhlg  sein!“
Kräftig  schüttelten  sie  sich  die  Hände.#
Dann  saben  die  bziden  Freunde  heiter  pludernd
  beim  Rackmittagskaffee.  Werner  hatte  sern
Gegenüber  schon  öfters  verstohlen  belrachtet;  jeht

ließ  er  wieder  einen  brwundernden  Biick  über

die  praͤchtige  Erscheinung  Balmers  gleilen  und
sagte  schmun-elnd:

„Schade,  daß  ich  kein  Weib  bin,  dich  nähme
ich  gleich  3
feiches

„Aber  nnsse  sagte  Balmer  herzlich  lachend,

em  Manne,  wer  zwei  gäben  doch  ein!

du  Uist  wirtlich  löst-ih.
nötig,  selch:  Wünsche  3  haben.  Dir  dürfte  es

i  finden  du  bift  auch  nicht  so  ohne.

„Mag  sein,  lieber  Freund,  Aber  weift,  wenn
ich  auch  schon  sehr  viel  geliebt  habe,  so  konnte  ich
mich  nicht  entschlieben,  ein  festes  Verlältnis
  einzugehen;  lieber  emig  prüfen,
um  sich  #u  binden,  als  prüfen,  eu#g  gich  en  Dinden,
hätte  der  Dickter  sagen  sollen.  Und  dann.  du
kennst  sicher  2  Spruch:  Erst  den  Kuh  und  dann
die  Kralle  so  sind  see  alle.

„„fui  Hans!  Das  darfst  du  nicht  sagen.  D  Der

diesen  Vers  „verbrochen“  hat,  mag  ja  so  schlim.
me  Er  fur  rungen  gemackt  haben  aber:  Kein:
Restel  ohne  Ausnahme.  Vielleickt  war  der  Betrefsende
  an  Viclem  se.blt  schald  und  wollte  es
jich  nur  nicht  e;ngestehen.“  Nach  luren  Schweigen
  sügte  er  ernster  werdend  hinza:

„IH  liabe  in  meinem  Leben  noch  nie  geliebt,
aler  ich  denke  mir,  ez  muß  doch  Frauen  geben
mit  Her:  und  tiefem  Gemüt,  in  deren  Seele  der
Man  en  endringen  kam  m  alien  Fasern  seine#
elhenen  Ichz,  uo  er  uie  in  einem  schern  Hafen

einen  Rubeeplotz  findet  da  ae#so  ein  Seelenbund,
  gleichkam  eine  Gewissenseh=  entsteht,  s?
Ualr  und  test,  daß  die  Engel  des  Himmels  6it
dariren  e  könnten  und  zu  der  es  keiner
raeapheen  oder  irgend  elner  segnenden  Har
„darf!

„Du  sagst,  daß  du  noh  en'e  Hellbt  ite  y17“
1„Nein,  mein  Lseber!  De-  t.
Jch  Pab:  nur  meine  Arbeit  ztenh  Das  war

 

—

zu  Halle

meine  Liebe,  in  der  ich  ganz;  aufgegangen  bin.

nicht  schmer  falen,  cine  passende  bebenegefährtin

Du  hast  es  doch  nicht

IJlr  gehörte  ali  mein  Sinnen  und  Trachten,  ilr
mein  gan'es  Sein

„Das  konntest  allerdings  nur  du;  den  mit  de“
ner  eisernen  Willenskraft.  Aber  trotzdem,  das  tur
nicht  ohne  Lieb.)  Du  verstehs#  mich  ja.
Won  4  ger  und  Seele  da?  Wozu  sind  Mann
und  Weib  da?  Nou  Hat  der  Schypfer  aller
Dinge  gerade  die  Liebe  in  jed#  Wesen  gepflanet:
Liel:  vom  Menschen  Tum  Menschen  muß  einmal
sein.  Ich  wilk  à##r  tufrichtia  lagen.  ich
sürchte  für  dich  Weibt  du,  wie  du  mir  vorlommst?
  Du  bist  wie  ein  schlummernder  Vulkan,
  der,  wenn  er  ei  inmal  nmun  Ausbruck  kommt,

alies  rerstört.  wwas  in  seiner  Nähe:  ist,  ja  noch

mehr  sich  selb't  vernichtet.  Geburt  und  Tod
ist  da  vereint.“

„Na,  wollen  schen,  ob  du  Recht  beheltst!  Es
ist  gut,  daß  die  Zukunft  uns  verschleiert  ist.  Das
närde  ja  den  Zweck  allen  Lebens  Kampf  und
Arlebit  ilmsorisch  machen.  Denn  nur  darin
liegt  die  Freude,  das  Gläck.  J#  leb.  der  Ge—
genwart,  mernum  Werk#.  Ist  das  vollendet,  wer
i.  til-.  ob  ich  dann  noch  leden  arrdeltten  kann.

Die  Voll  endana  meiner  Aufgabe  ist  selbst  mir
mal  unfatbbar,  ja  gerade-  1  zuheimich
Und  ic.  ich  dari  mit  ben,  gerade  #ch  bn  da.  1
—m—-  er  Welt  d  en  We  e  zu  bringen!!

Da  soll  ih  dann  r  auf  en  we  raten
mes  von  der  ungeheuren  Höhe  herunterfleigen
in  die  Tiefe,  :1  den  Menschen?!  Nenße
Gröhenwahnsinn  oder  wie  du  ez  wilist  —  c
ist  so,  ich  kann  mur  nicht  helken.  Ein  jeder  nach
seiner  Fähtgkeit  und  Heiner  Kraft.“

letung  sotgt.1