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ganz im besondern wohltuend an ihm gewesen. Gerade
weil er niemals die Neigung bekundet hat, von seinen religiösen
Empfindungen viele Worte zu machen, vielmehr
meist ein keusches Stillschweigen darüber bewahrt hat, sind
seine gelegentlichen Heußerungen in Briefen und Reden
wirkliche Bekenntnisse. So oft er unser Gebiet berührt,
„geschieht es nie, um etwa beiläufig dem Kllerhöchsten ein
Kompliment zu machen, eine Reverenz zu erweisen, sondern
stets mit dem Nachdrxuck einer festgegründeten Ueberzeugung,
mit der Innigkeit eines tiefen Empfindens und insbesondere
mit der Demut, die das sicherste Kennzeichen echter
Irömmicgkeit ist“ 8).
Nun hat bereits 1884 Moriz Busch in seinen „Studien
zu einem Charakterbilde“, die er unter dem Litel:
„Unser Reichskanzler“ herausgab, ein besonderes Nopitel:
„Sein Derhältnis zu den göttlichen Dingen“ dargeboten,
worin allerlei interessanter Stoff aus öffentlichen und privaten
Keußerungen zusammengetragen ist. Dem Schreiber
fehlt es spürbar an Kongenialität mit dieser höchst persönlichen
und realistischen Gottesanschauung; Bismarck wenigstens
spürte das heraus, so daß er ihn frug: „Sie selber
glauben wohl nicht an einen persönlichen Gott?“ Sür
sein Bekenntnis zu dem theosophisch-Schellingschen Standpunkt,
für welchen in Gott die Welt, auch das Böse enthalten,
Gott ein ewig Werdender ist, hatte der Reichskanzler gewiß
wenig Derständnis?).
bgesehen davon aber suchte Busch zu viel in gelegentlichen
geußerungen, brachte System hinein. Bismarck
bielt ihm vor 5): „Sie wollen meinen inneren Menschen