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Die 45. Landwehrdivision
Als im Frühjahr 1017 neue Kraftleistungen mit den
wachsenden Kriegsräumen für Deutschland unerläßlich wurden,
schritt man zur Bildung zweier neuer sächsischer Landwehrdivisionen,
der 45 und 46. Landwehrdivision. Im
Westen war die frühere 47. Landwehrbrigade bereits 1913
zur Didision ausgebaut worden. Nunmehr wurden die im
Osten stehenden Landwehrregimenter und die dort aus Ersatzbataillonen
nach und nach gebildeten Neuregimenter auch
zu Divisionen zusammengezogen.
Die Kriegsgliederung der 45. Landwehrdivision war zunächst
die nachstehende:
Kommandeur Generalmajor v. Reyher.
45. Landwehr-Infanteriebrigade
Landwehr-F.-R. 350] Landwehr-J.-R. 133 | Landwehr-F. 107
4. Gardereiterregiment
Feldartillerieregiment 408
III. (F) II.
Minenwerferkompagnie 31 4. Komp. R.-M.-Batt. 22
Pferdelazarett 45 Reserve-Feldlazarett 91
Feld- Fernspr. Schein= Kraftw.-Feldsignallazarett
Sanitäts-, Abteilung werferzug Kolonne trupp 717
355 v. 545 253 798 und 716
Zugeteilt
Leichter Nalchigenge wehrtrupp
„DO., 8. Landsturmbataillon Passau 1b(5)
zu je 5 Gewehren
l. Felkart.= " 5.-3.Gakde-j ·
RegcmentZIØBattercen wehr Landwehr- Arpuse“
3 Batt. zu je 1 Gogarten vegiment 51 Fuhartillerie= batterie 702
3Geschützen % 9 regiment
Fliegerabteilung 4 Reserve-Fernsprechabteilung 22
Staffelstab 48
Munitionskolonnen und Trains.
Leichte Munitions-= Etappen-Munitions-=
kolonne Fuhrparkkol.] Proviant= Feldbäckereikolonne
561, u. M. 502, 503, kolonne 151 kolonne 98
50%, 805 175, 116 „06
Leider verbietet die Rücksicht auf den Umfang des Buches,
die Vorgeschichte der einzelnen Truppenteile bis zur Aufstellung
der Division ausführlich wiederzugeben. Bezüglich
der tapferen Landwehr--Infanterieregimenter 107 und 133
verweise ich auf Teil I Seite 188, wo wenigstens deren
Haupttaten in den beiden ersten Kriegsjahren Ertwähmung
gefunden haben.
Die Vorgeschichte der einzelnen Truppenteile ist kurz die
Folgende:
ÜUberblick über die Vorgeschichte der einzelnen
Truppenteile der 45. Landwehrdioision
Landwehr-Infanterieregiment 107 nahm, ursprünglich
zur Festungsbesatzung von Thorn gehörig, an der
Schlacht von Tannenberg teil, kämpfte bei Mlatwa und an
den masurischen Seen, war im Oktober 1914 am Vormarsch
gegen Warschau und an den schweren, siegreichen
November= und Dezemberkämpfen bei Czenstochau beteiligt
und machte den anschließenden Stellungskbrieg im Verband der
35. Reservedivision mit. Ende März lols zum Beskidenkorps
nach Ungarn gefahren, half es den russischen Durchbruchsversuch
durch die Beskiden zurückschlagen. Beim Vormarsch
durch Galizien nahm das Regiment an 50 Gefechten
teil; es kämpfte bei Przemysl, bei Durchbrechung der Grodnostellung,
bei der Eroberung von Lemberg und bei der weiteren
Verfolgung der Russen bis zur oberen Schtschara. Dann
schuf sich das Regiment Ende September 1918 in Sumpf
und Urwald seine Abwehrstellung am Oginskikanal, die es
gegen mehrfache russische Angriffe behauptete.
Mitte Februar 1917 aus dieser Stellung herausgezogen,
wurde das Regiment vom Beskidenkorps zur 92. Infanteriedivision
an den Stochod gefahren und trat dort zu der
neugebildeten 45. Landwehrdivision über. Seine weitausgedehnte
Stellung zeigte alsbald alle sächsischen Vorzüge,
Fleiß, Anpassungsvermögen und Ausdauer im Uberwinden
von Schwierigkeiten.
Landwehr-Infanterieregiment 1383, bereits in
Teil I, Seite 189, erwähnt, stand zunächst immobil in
Posen, wurde am 14. August 10914 der Division Bredow zugeteilt
und nahm in deren Verband am Vormarsch auf
Warschau und den späteren Kämpfen in Polen teil. Während
des Vormarsches der Verbündeten durch Galizien im
Sommer tas kämpfte das Regiment an der Kammiena,
erhielt für den Sieg bei Jablonna—Dombrowa besondere
Anerkennung von Sr. Majestät dem König, drang weiter
bei Iwangorod über die Weichsel und später über den Bug,
immer im Verband der Diovision Bredow bei der Armeeabteilung,
Woyrsch, vor. Dann nahm es am Stellungskrieg
weiter teil. Im Juni lo#l trat das Regiment zu
der neugebildeten Armeegruppe Bernhardi über. Dort fand
das Regiment am oberen Styr und Stochod besonders
während der russischen Offenside im Sommer 1910 reichlich
Gelegenheit, seinen Siegeslorbeeren neue hinzuzufügen. Es
behauptete seine Stellung bei Swidniki seit Jull lolé gegen
mehrfache russische Angriffe, verbesserte sie im weiteren
Verlauf noch bedeutend und verdrängte allmählich durch
bühnes Verhalten der Patrouillen die Russen fast völlig aus
dem Vorfeld.
Das Landwehr-Infanterieregiment 350 wurde
am 23. Februar 1917 aus dem I. Bataillon Infanterieregiments
329, dem IV. Bataillon Landwehr-Infanterieregiments
133 und dem IIl. Bataillon Ersatz-Infanterieregiments
s gebildet. — I. Bataillon Infanterieregiments
329 war als Ersatzbataillon des Landwehr-Grenadierregiments
100 in Dresden bei Kriegsbeginn aufgestellt, später nach
Posen verlegt und Mitte November 1914 als I. Bataillon
in das Besatzungsregiment 4 des Korps V (Posen) eingestellt
worden, als die kritische Lage im Osten Hindenburg
zwang, alle Reserven in den Kampf in Polen hineinzuwerfen.
Es kämpfte dann an der Nawka, Piliza und
Bzura bis Mitte Juli 1915. Dann trat es als I. Bataillon
in das preußische Infanterieregiment 329 über und gehörte
zur 83. Infanteriedioision. Mit diesem focht es am
Narew, half Grodno erobern und gelangte beim weiteren
Vormarsch bis an die nördliche Beresina. Dort schuf es
seine Abwehrstellung im Herbst 1915, die es bis Mitte
Februgr 10917 inne hatte.
IV. Bataillon Landwehr-Infanterieregiment 133 rückte
zunächst selbständig, fern dem Landwehr-Infanterieregiment
133, nach Kurland, nahm an der Besetzung von Mitan
teil, kämpfte an der Düna vor Jakobstadt und Riga und
wurde am 7. März 1917 unter Aufnahme als II. Bataillon
in das Landwehr-Infanterieregiment 350 nach dem oberen
Stochod gefahren.
III. Bataillon Ersatz-Infanterieregiment s rückte Anfang
Oktober 1914 alcs Landwehrbrigade-Ersatzbataillon 47 ins
Feld und bildete vom 17. November 1014 ab das III. Bataillon
Landwehr-Ersatzinfanterieregiments 3. In seinem
Verbande nahm es an den Kämpfen bei Lodz, an den
Stellungskämpfen an der Piliza, Bzura und Rawka und
lols an den Verfolgungskämpfen am Narewv teil.