18 Vorschläge zur Ernährung des deutschen Volkes in Krieg und Frieden.
Vorstadtmärkte für Lebensmittelerzeuger.
Von Hugo Nawitsch.
In der Zeit der Nahrungsmittelknappheit sollten unbedingt
in größeren Städten wieder Vorstadtmärkte eröffnet
werden. Die Markthallen haben in den größeren Städten
dieselben verdrängt. Dadurch sind aber die kleinen Landleute,
sowie die Verbraucher recht empfindlich geschädigt worden.
Die jetzigen Frühmärkte, auf denen die Erzeuger ihre
Waren zum Verkauf bringen, müssen in den meisten Fällen
bis 8 Uhr vormittags geräumt werden. Wenn auch den
Erzeugern dann das Recht zusteht, mit ihren übrigen Waren
einen Platz in der Markthalle einzunehmen, so ist der Transport
vom Frühmarkt zur Markthalle immer mit großen
Schwierigkeiten und Kosten verknüpft.
Die Landleute ziehen es dann vor, ihre bis dahin nicht
verkauften Erzeugnisse den Händlern für billigen Preis weiter
zu geben und nehmen aus diesem Grunde jede Gelegenheit
wahr, schon zu Haus so viel wie möglich zu verkaufen.
Dadurch werden den Verbrauchern auch die notwendigsten
Lebensmittel der Landesproduktion unnötig verteuert. Dieselben
büßen an Nährwert und Frische ein, denn nicht immer
ist es den Händlern möglich, ihr Gemüse usw. so schnell
abzusetzen, wie es der Erzeuger an den Verbraucher abgeben
könnte, wenn dauernd ein Platz zum Angebot vorhanden
wäre.
Die kleinen Stellenbesitzer in der Nähe der großen Stadt
fehlen leider aus diesem Grunde bei den Märkten sehr.
Die fehlenden Arbeitskräfte auf dem Lande erfordern
auch hier eine Anderung.
Gäbe man den Landleuten die Möglichkeit, den
ganzen Tag, zum mindesten aber bis 2 Uhr mittags ihre
Erzeugnisse direkt an die Verbraucher anzubieten, so würden