Full text : Deutschlands Heldenkampf 1914-1918.

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eine  der  Lage  entsprechende  Entscheidung  zu  treffen.  RKier  wurde
dann  am  14.  August  in  einer  Sitzung,  in  der  der  Kaiser  den  Vorsitz
führte,  beschlossen,  daß  alle  zur  Herbeiführung  des  Friedens  nötigen
Schritte  getan  würden.  Der  Kampf  wurde  aber  deswegen  nicht  aufgegeben.
  Moch  immer  glaubte  man  an  die  Möglichkeit  eines  ehrenvollen
  Friedens,  und  eine  solche  war  auch  tatsächlich  vorhanden.
Frankreich  und  England  waren  am  Ende  ihrer  Kräfte  und  würden
bald  auf  einigermaßen  glimpfliche  Bedingungen  eingegangen  sein,
wenn  nicht  die  augenfällige  und  offenbare  Schwäche  des  deutschen
Dolkes  sie  zur  Anspannung  ihrer  letzten  Kräfte  veranlaßt  hätte.  Der
baldige  Susammenbruch  der  Mittelmächte  war  aus  dem  ganzen  Derhalten
  des  Dolkes  und  aus  den  Kundgebungen,  deren  sich  auch
deutsche  und  österreichische  sogenannte  Staatsmänner  schuldig  gemacht
  hatten,  deutlich  zu  erkennen.  Die  inneren  Derhältnisse  der
Mittelstaaten  waren  der  Entente  vollkommen  bekannt,  während  diese
selbst  die  törichtsten  Roffnungen  hegten,  und  gaben  ihr  den  Mut  und
die  Kraft  zum  Durchhalten.  Da  die  ganze  Welt  hinter  ihnen  stand,
hielten  sie  an  ihrem  Vernichtungswillen  fest.  Demgegenüber  mußten
alle  militärischen  Anstrengungen  der  Mittelmächte  versagen,  da
ihren  Regierungen  der  Siegeswillen  fehlte  und  ihren  Dölkern  die
sittliche  Kraft,  die  allen  Gefahren  zu  trotzen  vermag.  An  diesem
Fehlen  sittlicher  Wraft  ist  Deutschland  zugrunde  gegangen.

Was  wollte  es  demgegenüber  sagen,  daß  am  12.  Mai  der  Kaiser

von  Esterreich,  der  eben  noch  seinen  Zundesgenossen  verraten  hatte,
nach  Spaa  gekommen  war  und  mehrere  Divisionen  für  die  Westfront
2  stellen  versprochen  hatte!  Wie  sehr  man  in  diesen  Kreisen  den
Ernst  der  Cage  unterschätzte,  zeigt  am  besten  der  Umstand,  daß  man
sich  zwischen  Deutschland  und  Ssterreich  über  die  polnische  Frage
nicht  zu  einigen  vermochte  und  Esterreich  an  der  sogenannten  austropolnischen
  Lösung  festhielt,  nach  der  ein  österreichischer  Erzherzog
den  polnischen  Thron  besteigen  sollte.  Als  ob  es  sich  in  diesem  Augenblick
  noch  um  solche  Mebenfragen  gehandelt  hätte  und  nicht  um  das
politische  Dasein  der  Mittelstaaten  überhaupt!

Der  Rückzug  in  die  Siegfriedstellung.

Für  die  nächsten  Tage  sind  die  Quellen  sehr  mangelhaft  und
lassen  nur  eine  ganz  allgemeine  Darstellung  der  Ereignisse  zu.
SEHileich  nach  dem  8.  August  übernahm  General  von  Boehn  eine
aus  der  2.,  18.  und  9.  Armee  neu  gebildete  BHeeresgruppe,  und  an
der  Cys  wurden  die  Truppen  um  einige  Kilometer  zurückgenommen,
weil  die  Lage  dort  in  der  Tat  unhaltbar  und  nur  als  Derbereitungsstellung
  für  einen  Angriff  zu  rechtfertigen  war.  Eine  weitere  Zurückverlegung
  unter  Hreisgabe  des  Kemmel  wurde  vorbereitet.  Die
17.  Armee  erhielt  den  Auftrag,  sich  nicht  in  ihrer  vordersten  Cinie,