den Dienst des nächsten Tages freute. Die Ausbildung
und der Umgang mit den Mannschaften, der stramme
altpreußische Zug, die gesunde körperliche Bewegung in
Wind und Wetter, der Stolz auf die alte Regiments—
uniform, das alles hat mir den Dienst lieb gemacht.
Wie alle Dinge im Leben, in denen man es zu etwas
bringen will, muß auch das Soldatenhandwerk mit dem
Einsatz der ganzen Persönlichkeit, mit wirklicher Liebe
und Hingabe betrieben werden. Führer wie Truppe
müssen von diesem Geist erfüllt sein.
Kurzer energischer Dienst unter äußerster Anspannung
aller Kräfte, Strammheit und Manneszucht, Sauber—
keit und Pünktlichkeit, Bestrafung jeglicher Nachlässig—
keit oder passiwen Widerstandes. Dazu aber ein warmes
Herz auch für den geringsten und wenigstbegabten Rekru—
ten, Fröhlichkeit in der Kaserne, soviel Urlaub wie mög—
lich, außerordentliche Auszeichnungen für außerordentliche
Leistungen, mit einem Satz: den Leuten Sonnenschein in
ihre militärische Dienstzeit bringen! Das sind die Grund—
sätze, die für mich leitend gewesen sind.
Moai i919.
Zur Feste wehmütiger Ark habe ich in diesen Mai—
kagen seiern können: am sechsten bin ich siebenunddreißig
Jahre alt geworden und habe hier in meiner Abgeschiedenheit
aus lieben Briesen von den Meinen und
aus zahllosen Zeichen des Gedenkens aus allen Teilen der
deulschen Heimak erkennen dürfen, daß es noch Menschen
gibk, die sich mir zugehörig fühlen und die keine noch so
wild wütende Hetze mir entfremden konnte. Auch aus
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