Contents : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1843. (20)

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mittel  von  den  Gefangenen  zu  sich  genommen  werden  vürfen,  ist  durch  die  Tagesordnung  bestimmt.


Zu  dem  Verkaufe  vieser  Genußmittel  ist  nur  der  aufgestellte  Kostreicher  ermächtigt.  Die
von  der  Verwaltung  festgesetzte  Tare,  welche  von  Zeit  zu  Zeit  zu  berichtigen  ist,  muß  den
Gefangenen  bekannt  gemacht  werden.  Die  Abgabe  der  Genußmittel  steht  unter  der  genauen
Controle  der  Verwaltung,  welcher  die  hierüber  aufzunehmenden  Listen  täglich  zur  Durchsicht
vorzulegen  sind.  «

Das  Anborgen  des  Preises  ist  verboten;  auch  darf  kein  Gefangener  unter  irgend  einem
Vorwande  den  vorbin  angegebenen  Betrag  der  Ausgabe  eines  Tages  überschreiten.

Dem  Verwalter  steht  die  Befugniß  zu,  Gefangenen,  welche  sich  nicht  gut  betragen,  das
Recht  zur  nsafn  von  Speiseartikeln  zeitlich  zu  entziehen.

K.  27.

Beschwerden  der  Gefangenen  über  die  Kost  und  die  erlaubten  Genußmittel  hat  ver  Verwalter,
  nöthigenfalls  unter  Zuziehung  des  Hausarztes,  schleunig  zu  untersuchen  und  zu  erledigen.
  Klagen  über  das  Brod  sind,  wenn  sie  nicht  auf  gleiche  Weise  erledigt  werden  können,
an  die  Polizeibehörde  und  die  öffentliche  Brodschau  zur  Entscheidung  zu  bringen.

Uebrigens  bat  die  Verwaltung  von  Amtswegen  für  die  vorschriftmäßige  Abgabe  dieser
Gegenstände  zu  sorgen,  und  muthwillige  Beschwerden  zu  ahnden.

B.  Kleidung.
K.  28.

Die  Gefangenen  tragen  ihre  eigene  Kleidung.  Sind  sie  nicht  mit  hinlänglichen  Kleivungsstücken
  versehen,  und  nicht  vermögend,  solche  aus  eigenen  Mitteln  anzüschaffen,  so  wird
ihnen  von  der  Anstalt  der  Bedarf  abgegeben.

Die  näheren  Bestimmungen  bierüber,  sowie  über  den  Wechsel  der  Kleider  und  Leibwäsche,
find  in  dem  Regulativ  über  vie  Bekleidung  der  Gefangenen  enthalten.  (Beil.  Nro.  III.)

C.  Lagerstätten.
K(.  29.
Jeder  Gefangene  erhält  eine  eigene  (d.  h.  einschläfrige)  Bettstelle,  und  es  ist  der  Gebrauch
  eigener  Betten  gestattet.
Bringt  der  Gefangene  solche  nicht  mit,  so  wird  ihm  ein  Bett  von  der  Anstalt  abgegeben.
Das  Nähere  über  die  Bestandtheile  der  Betten  und  den  Wechsel  verselben  ist  gleichfalls
in  einem  besondern  Regulative  bestimmt.  (Beil.  Nro.  IV.)