Contents : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  27

mehrun  g  sich  innerhalb  der  durch  z  die  c  Berlehrs
steigerugg  gebotenen  Grenzen  halte.

Deutschland.
—EE—
l  Bische  Ankeihe.

Das  Kätselraten.  4%  den  Erfolg  der  Zeich
nung  auf  die  preußische  Schatzscheinanleihe  hat
ein  Ende.  Die  Anleihe  ist  etwa  sechsundsiebzigmal
  gericchne  worden.  Das  Wolssbüro  meldet:

  Auf  die  zur  öfsentlichen  Zeichnung  ausgelegten
  350  Millionen  preußischer  AIproz.  auslosbarer
  Schatzanweisungen  sind  etwa  25  Milliarden
  gezeichnet  worden,  darunter  rund  19  Mill.
mit  sechsmonatiger  Sperrverpflichtung  Wenn
auch  diese  gewallige  Ueberzeichuung  nicht  maßebend
  ist  für  die  Höhe  des  wirllichen  Kapitalangebotes,
  so  läßt  doch  der  ungewöhnlich  grohze
ag  der  Sperrzeichnungen  erkennen,  daß  die
leberzeichnungen  nicht  sowohl  zu  spemlative  n
weden  als  vielmehr  in  der  Absicht  seitens  der
nzelnen  Zeichner  ersolgten,  bei  dem  allgemeinen
starken  Wettbewerb  um  den  Anleihebetrag  einen
möglichst  grolzen  Teil  zur  ernsten  Kavitals—
anlage  für  sich  zu  gewinnen.  Sache  de:-  Zuleilung
an  die  JZeichnungsstellen  und  die  Unterverteilung
an  die  einzelnen  Zeichner  wird  es  sein,  oie  Zeichnungen
  richtig  einzuschätzen  und  die  aus  eine
dauernde  Kapitalamage  gerichteten  Zeichnungen
  und  inobesondere  die  kleinen  Sparer  nach
Möglichkeit  zu  berücksichtigen.  Die  „Erlf.  Ztg.“
macht  den  Vorschlag,  gleich  den  gefamten  Gelobedarf
  Preußens  zu  decken  und  noch  etwa  200
Millionen  Mark  mehr  auszugeben.  Dadurch
würden  auch  die  Schwierigkeiten  bei  der  Iuteilung
  behoben  und  der  Anjagemarit  beruhigt,
da  hernoch  vor  Jahresftist  keineweilerepreußische
in  Aussicht  genommen  werden  müßle.
Die  neue  Regierung  in  Elsaßringen.



Dem  Staatssekretär  Freiherr  Zorn  von  Bulach
  ist  die  nachgesuchte  Dienstentlassung  unter
Verleihung  der  Krone  zum  Noten  Aclerorden
erster  Klaise  erteilt,  auch  ist  er  vom  Kaifer
auf  Vorschlag  des  Vundesrates  in  die  erste
Kammer  des  elsaß  lothringischen  Landtages  berufen
  worden.  Ferner  hat  der  Kaiser  bei  Genchmigung
  ihrer  Abschiedegeiuche  den  Unternaatssekretär
  Dr.  Petri  den  K.  Kronenorcecn  erster
Klasse  und  dem  Unterstaatsfelretär  Dr.  Mandel
  den  Stern  zum  Noten  Adlerorden  2.  Klali#
verliehen.  Unterstaatssekretär  Köhler  wird  in
seinem  Amte  verbleiben.  Zum  Staatssekretär
von  Elsaß-Lothringen  ist  der  Oberpräfidialrat
  Graf  von  Nödern  ernannt  worden.
auch  die  Leitung  der  Abteilung  des
im  elfaß-  lothringsche  n  Ministerium  übe  rnehmen.
Zum  Veiter  der  Abteilung  iür  Landwirt'chaft
und  öifentliche  Arbeiten,  die,  bisher  von  dem
Staatssekretär  geleitet  wurdc.  ist  der  um  Untersiaatsselretär
  ernannte  bieherige  Vortragende
Rat  im  Reichsamt  des  Junern  Geh.  Oberrezi:  "Q
rungerat  Freiherr  von  Stein  aurersehen.  Die
Entscheidung  uber  ###  Nachfolge  des  Untersiactsselretärs
  Dr.  Peiri  ist  noch  vorbehalten.

Dem  Gedächkris  Karls  des  Großen.

Nachen,  1.  Februar.

Zum  Gedächtnis  des  1100jährigen  Tode
tages  Kaiser  Karl  des  Großen,  ihres  Schutzpatrones
  legte  die  Slatt  fest  lichen  Schmuc  an.
Besonders  der  Markkplatz  bot  einen  prächtigen
Anblick.  Die  Feier  wurde  mit  einem  Pontililalamt
  im  Münster  eröffnet,  von  dem  Kölner  Erzbischof
  Dr.  von  Hartmann  zelebriert,  an  dem
auch  der  Weihbischof  von  Köln  und  der  Bi'chf
von  Lüttich  leilnahmen.  Darauf  bewegte  sich
ein  gewaltiger  Festzng,  an  dem  etwa  120  Vereine
  mit  uber  5000  Personen  teilnahmen  durch
die
——  –

Aus  sounigen  emden.
Eindrücke  von  einer  Mitlelmcerfahrt  mit  dem
Rorddeutichen  Lloyd.

Von  Achim  v.  Winterfeld.

(Forlsetzung.)

Ein  siilles  Viertelstündchen  in  der  Franzizkanerkirche
  gleich  zur  Linien  der  Hauptstraße
mit  dem  sehenswerten  Kreuzgang,  i  in  bessen
einer  Ecke  so  goldig  die  Früchte  eines  Orangenbaumes
  glänzen,  und  mit  seiner  alten  Apotheie,
  die  zu  den  ältesten  Europas  gehörk,  oder
eine  kleine  Ruhepause  im  Dominikanerkloster
oberhalb  des  alten  Hafens,  ein  Rundblick  im
Hofe  des  altersgrauen  eltorenpalaster  mit
der  wundervollen  Fassade  und  den  rei  chverzierten
  Kapitälen,  das  sind  Erinnerungen,  die  man
wohl  kaum  jemals  wieder  vergißnt.  Und  auch
ein  Blick  von  den  allen  venezianischen  Stadtmauern
  über  das  weite,  im  Sonnenschein  seiodig
erglänzende  Meer  und  die  schöngeformte  Küstenlinie
  gehört  zu  den  Genüssen,  die  sich
uns  nicht  alle  Tage  bieten.

Und  des  Abends,  wenn  freundliches  Licht
durch  die  CGassen  glihert,  dann  ist  es  Zeit,
die  Houptstraße,  den  Siradone,  entlang  zu
schlendern  und  sich  zu  ergötzen  an  dem  bunten
Leben,  das  sich  hier  abspielt,  und  durch  die  verschiedenen
  hier  vertretenen  Volkstypen  fast  inlernationalen
  Charakter  annimmt.

Auch  die  Umgebung  —  verdient  einen
Besuch.  Vor  allem  ist  da  die  liebliche  Jusel
La##ema,  Pan  beren  Felswänden  in  kchher##o

.  zr-—


 

Loth= 



Er  wird
Innern

Straßen  ver  Alttadt  zum  Ra:  baufe  r  wo

men  mag.  luch

 

NRosenh#s

die  vereinigten“  Männergesangvereine  am  Staudbilde
  Karls  des  Großen  eine  Jymne  vortrugen.
Im  Krönungssaale  des  Nathauses  versammelten
  sich  die  Spitzen  der  Behörden,  die  Bischöfe,
die  Stadtvertretung,  Abordnungen  der  Vereine
  usw.  Dort  hiel  nach  Vorträgen  des  städt.
Orchesters  Stadt-  Archivar  Huyolens  die  Festrede,
in  der  er  ein  Lebensbild  Karle  des  Großen  gab
und,  auf  unsere  Zeit  übergehend,  der  Segnungen
  gedachte,  deren  Aachen  und  das  ganze  Reich
heute  sich  erfreut.  Abends  sand  im  großen  Saale
des  FKurhauser  eine  Vorführung  von  Bildern
aus  Karis  des  Großen  Leben  unter  Musilbegleitung
  und  Erläuterung  ourch  Dichtungen  slatt.
Es  ist  das  erstemal  seil  1719,  daß  Aachen  das
Gedächtnis  des  großen  Kaisers  feiert.

Sozlase  Kuroschen

Berlin,  1.  Febr.  Der  Abg.  Bassermann  hat
im  Reichstage  mit  Unie  -  ung  der  nalionalliberalen
  Reichstagesraktion  zur  Frage  der:  Arbeits
  wiliigenschutes  zur  zweiten  Beratung
  des  Etats  des  Neichsamtes  des  Innern  folgende
  Resolution  eingebracht:  Den  Lerrueichskanzler
  zu  ersuchen,  die  von  ihm  in  seiner  Rede
zur  ersten  Lefung  des  Etato  in  Aussicht  geit.  Alte
Deulschrift  baldigsi  vorzulegen  und  in  de  **5v  iben
folaende  Fragen  zu  behandeln,  bezw.  Steliung
zu  denjelben  zu  nehmen:  1.  welche  us  wüchse  des
Koalitionsrechtes  sind  in  Dentschland  zutag:  getreten?
  2.  haben  sich  die  besiehenden  gesetzlichen
Bestimmungen  als  aus  reichend  erwiesen,  um  diese

Auswüchse,  eincrlei,  ob  solche  bei  Arbeitgebern
oder  Arbeitnehmern  zutage  getreten  sind,  zu  belämpfen?
  3.  war  die  Hen  dhabung  der  geseizlichen
Besiimmungen  in  den  deutschen  Vunder  ftanten
eine  einheitliche,  und  wenn  dies  nicht  der  Fall
mar,  weiche  Mahregeln  empfehlen  sich,  um  eine
vinheitliche  Handhabung  der  gesetziichen  Bestunmungen
  zum  Sckutze

 

der  Koalitionsfreiheit  und
zur  Abwehr  des  Koalitions  zwanges  herbeunführen?
  4.  empfiehlt  es  sich,  eine  zivilreTliche
Haitung  der  Koalitionen  für  Schaden,  oen  diselben
  im  Widerspruch  mil  den  Gesetzen  und  guen
  Sitten  durch  Beaustragte  herbeiführen.  ein.
arführen  5.  weiche  Ersahru  igen  liegen  Crzäglich
des  wirtschaftli  4  n  und  politi  hen  Bonlottsvor?
6.  wie  ist  die  Lage  der  aur  ländischen  Gesegebung,
  und  welche  Ertahrungen  iind  im  Auslande
  bezüglich  der  unter  Zi'ser  1—5  ausgeführten
  Noterien  gemacht  worden?

Daderb  orn,  1.  Febr.  Kardinal  Dr.  Konp
setzte  sich  gesiern  dem  Volkleblatte  zufolge.  um
zu  einer  Versiän  di—  ng  in  der  Gewerl—
schaftsfrage  iu  kommen,  mit  dem  Bischofe
von  Paderborn  in  nr  Verdindung.

Innsbruck,  1.  Febr.  Es  fin  d  Anzeichen  Lafür
  vorhanden,  daß  der  nun  seit  dem  2.#D
zember  dauernde  Bu  druen  r-Ausst  8
—  die  Gehilsen  in  Tirol  wurden  an  diesem  Tage
wegen  Verweigerung  der  Arbeit  entlasse  n  —  sei—
nem  Ende  zugeht.  Die  Gehiltenschaft,  welche
die  Intervention  des  Tarisamtes  in  Wien  zuersi
abgelehnt  hat,  nahm  nunmehr  diele  Augebot  an,

a  bei  den  Sciicnden  sich  eine  starle  Unlut  zur

des  bemerlbar  1
Verha-  akagen  i.  Abiiii  sind  nun  do  w
diehen,  daß  der  Aursland  voraussichtlich
Februar  beendel  sein  wird.  Es  dürfte  dann  allerdinge
  noch  Wochen.  fa  vielleicht  Monate  dauern,
bis  die  Dahl  der  rt  eiier  in  die  Druckereien

Tirols  je  sje  Löhe  erreicht  haben  reird,  wie  srü—
her,  denn  c:  sehlt  jeßt  an  Arbeit  für  so  viele
Häm  ke.  Dabei  Wanderien  viele  große  Aufträge
ins  Ausland  und  sind  vielleichi  für  immer  verloren.
  —  Eine  'ocre  Meidung  aus  Wien  besagt
  dann:  Die  Einigungeverhandlungen
  im  öflerrei  *  Buchdruckgewerbe,
die  unter  der  Leilung  de  Handelsministetiums
unter  Afiisten  des  Tarifamics  der  deutschen

 

   
   
 

 
  
 

 
  
 

 

    

  

Buchdrucker  gesührt  wird,  ergaben  am  vierten

Zeiten,  in  Säcke  eingenäht,  die  Schmerver  recherin
  Meer  gestürzt  sein  sollen.  Dat  Schlotz,
„as  si  ch  inmitten  prachtrolter  Garlenlagen
und  vermildeter  Waldungen  auf  der  Juill  befindet,
  war  ursprünglich  ein  Benedillinerlloster.
Nach  der  Ueberlieserung  soll  hier  Pickerd  Löwenherz
  auf  der  Rückkehr  vom  Seilsgen  Lande
von  einem  schweren  Sturm  ans  Ufer  grworfen
worden  sein  und  zum  Dank  für  seine  Reitung
in  Ragusa  die  1007  durch  ein  Erdbeben  zerftörte
Kathedrale  gestiftet  haben.  Später  war  der
Besiher  von  Insel  und  Schloß  Erzhetzog  Ferdinand
  Marx,  der  nachmalige  Kaiser  von  Me-Lilo,
  in  neuerer  Zeit  war  es  Lusischloß  des
Kronprinzen  Rudoi.

Was  die  dalmalinischen  Nalionaltrachten  anlangt,
  so  kann  man  nur  wünschen,  daß  sie  nicht
das  rraurige  Schicksal  so  vieler  nur  noch  in
Truhen  und  Museen  zu  findender  Landesilcioung
teilen  werden,  sondern  recht  lange  bei  der  Bevöllerung
  in  Ehren,  Ansehen  und  Gebrauch  slebhen
  mögen.  Demn  sie  sind  nicht  nur  eigenartig,
sondern  auch  schön.  Noch  finden  wir  hier  die
Scheidung  des  verheirateten  und  unverheirateten
  Weibes  durch  die  Farbe  des  Käppchens,
das  bei  den  Unverheirateten  rot  ist,  während
das  Untergewand  bei  den  Ehefrauen  blau,  bei
den  Mädchen  weißt  ist.  Schön  nehmen  sich  ans
die  rotgestickten  Hemden  mit  den  weiten  Aermeln
  und  die  Aermellosen  bunten  Oberlleider.
Dazu  die  roten  Leibchen  aus  Leinwand  und

Flanell  und  oft  kostbarer  Halsschmnck,  der  nicht

selten  aus  alter  Familienhinterlassenschalt  tamdie
  weiten  blauen  Hosen  der

Manner,  die  so  schen  kontraslieren  zu  den  wei- 



Dienstas,  3  Februar  In

 

Sitzungstage  eine  Versländigung  in  den  Hauptfragen.
  Die  endgültige  Beilegung  des  r**
lonsliltes  ist  in  Kürze  zu  erwarten.  -

Heciinieoevtsaivkiigim

Berlin,  1.  Febr.  Ein  schwerer  Revolverlampf
  spielte  sich  heute  Vormittag  in  der  Laubenkolonie
  auf  Neuköllner  Gebiet  ab.  -  19jährige
  Sohn  des  rt  anl#wirtes  Prätzel  hatte  seinem
  Vater  eine  assette  mit  300  Mn  gesiohlen.
  Er  hielt  sich  in  der  Laube  seines  Valers
  verborgen.  Als  der  Vater  mit  einem  Schupmann
  an  die  verriegelte  Laube  heranlam,  seuerte
  der  Dieb  auf  den  Veamten  und  eröffnete
auf  acht  Kriminalbeamte,  melche  herbeigeholt
worden  waren,  ein  Schnellfener  mit  einem  Revolver,
  das  die  Beamten  aues  der  Deckung  erwiderten.
  Als  dem  Dieb  die  Munition  ausgegangen
  war,  drangen  die  Beamten  in  die
Laube  ein  und  sanden  ihn  sierbend  auf.  Er
hatte  eine  Kugel  in  den  Leib  erhalten  und  sich
selbs#  seine  letzte  Kugel  in  die  Schläse  geschossen.


Mergentheim,  1.  Febr.  Bei  den  Fundamentierungoarbeiten
  sür  den  umfangreichen
Ban  der  Leitung  von  Dr.  Reicher  stehenden
Kuranstalt  für  Magen-,  Darm=  und  Stoffmechselkranke,
  „Hohen  lohe“  im  Herrentale  bei  Mer-Hentheim
  stieß  man  in  der  Tiese  von  4  Metern
aus  ein  ganzes  Dorf,  das  nach  den  Untersuchungen
  des  Leiters  des  K.  Landessonfervatoriums
Prof.  Dr.  Gößler  in  Stuttgart  der  Bronze
Seit  um  etmwa  1500  v.  Chr.  angebört.  Es  kamen
die  Reste  von  etwa  15  Su#en  in  Gestalt  von
Steinsockeln,  Sißzsteinen  und  von  Herdplatten
zum  Vorschein.  Zwischen  den  Hütten  sand  man
meiterhin  drei  Urnengräber,  besiehend  aus  je
einer  Haupturne  mit  Kohlenasche  und  Knomenreßen
  und  mehreren  lleinen  Nebenurnen.  An
Bionzesunden  wurden  Gewandnadeln,  Armringe
und  ein  Raliermesser  zutage  gefördert.

Saarbrücken,  1.  Seb#.  In  der  Nacht  zum
Sonntag  wurde  in  dem  von  Vingerbrück  hierber
gehenden  Zuge  kur:  vor  Oberftein  die  Notbremse
gezogen.  Die  Beamren  sanden  in  einem  Abteil
zweiter  Klasse  einen  Herru  mil  Schußwunden
im  Kopse  und  untei  dem  Herien.  Er  gab  an,
bald  nach  der  Abfahrt  von  Vingerbrick  von
einem  Manne  überkallen,  seiner  Brieft  asche  mit
270  Mark  Inhalt  berautt,  worden  und  in  Ohnmacht
  gesalien  zu  sein.  Verwundete  konnte
seine  Personalien  0  ncht  angeben.

Han  nover,  1.  Jebr.  Heute  sand  ein  Arbeiter
  in  einem  Brumen  in  der  Nähe  der  Körtingschen
  Fabrik  bei  Körlingedors  die  Leiche
eines  5jährigen  Mädchens  mit  durchschnittenem
Hals  und  aurgeschlitztem  Leib.  Eine  Gerichtslommission
  begab  sich  an  den  Platz  und  ermittelte,
  daß  es  sich  um  die  Leiche  der  seit
dem  12.  Jannar  als  vermißt  gemeldeten  Toch
ter  Hildegard  des  Arbeiters  Wildhagen  handelt.
  Der  Regierungsprösident  hatte  aufs  die
Auffindung  der  Vermißten  eine  Belohnung  von
500  Mf.  aueger  etzt.

Prag,  J.  Febr.  Gegen  den  seit  einer  Wor
slüchligen  Amtsdirektor  von  Franzenebad,  Doktor
  Habl,  iin  bei  der  Stealsanwalltschafst  V
zeige  uchen  Belruges,  Dokumentenfälschung  und
des  veriuchten  Eittmordes  erftattet.  Auch  gegen
die  Witwe  des  Franzensbader  Arztes  Dr.  Dieie,
welche  Habl  auf  der  Kluck!  begleitet,  ist  Untersuchung
  eingeleiltet.  Ein  Okffiziant  des  Egerer

reisgerichter  „,  welcher  in  die  Angelegenheit  verwickelt
  ist,  wurde  ces  Diensie-  enthaben.  Habl
soll  u.  u.  d#s  Testament  des  Dr.  Diese  zu  Gun.
sten  der  Witue  gefälicht  haben.  wei  Zeugen
sagten  aus.  Dr.  Habl  habe  ihnen  je  2000°  Kronen
für  die  Beschaffung  von  (Gist  versprochen.Dr.
Habl  ist  von  seiner  Gattin  geich-  edenu'"##  unterhielt
  mit  der  Witwe  des  Dr.  Diele  ein  Verhältnis.


 

Ztrümpfen,  und  die  rote  Wes.  e,  Leiobinde
das  gleichfarbene  Käppchen  sind  evenso
Piie  ihre  leider  schon  im  Auosterben  begrifftnen
  Tänze,  denen  die  jüngere  Generatian  nicht
riehr  huldigt,  auseerordentlich  charakteriftisch.
Etwas  vom  schönsten,  was  sich  als  Pano

rama  von  cinem  Schiife  aus  geniehen  läßt.  in
die  etwa  zweislündige  Fahrt  durch  die  berühmte
B  ducht  von  Kattaro,  die  der  Norddeusche  Llond
auch  im  lommenden  Riühjahr=  wieder  mit  jeinem
Damufer  „Sch  leswig“  auf  einer  Vergnügungsfahrl
  durch  die  interessantesten  Teile  des  Milteimieeres
  auffuchen  wird.  Es  ist,  als  sei  Norwegens
verträumte  Schwermut  in  die  lachenden  Gelilde
des  Südeno  veriett.  alo  raglen  Agaven,  Pinien,
  Zypressen  in  Jbsens  und  Bijörnsens  Heimat.
  Bald  verengt  sich  das  Meer  wie  zu  einem
Flusse,  bald  weitet  es  sich  wieder  aus  zu  lieblihen
  Buchten.  Und  in  diesen  Buchten  liegen
freundliche  kleine  Städte,  umgeben  von  Myrten
und  (Granatbäumen,  rosenumblüht.  In  der  stillen
  Flut  schwimmen  winzige  Inseln,  mit  einem
besch  aulichen,  von  Zopressen  umstandenen  Klosier
  geschmückt.  Droben  aber  an  den  schroffen
Hängen  sast  senkrechter  Gebirgoemassen  lleben
lleine  Dörschen,  überragt  von  dem  spilzen  Klrchturm,
  der  weit  hinausschaut  über  die  Vucht.
Eine  Mischung  von  Ernst  und  verhaltenem  Lächelr.
  von  Schallhaftigkeit  und  Melancholie,
von  Troner  und  Frohsinn  liegt  über  diesem  Nalurwärcken,
  ein  Reichtum  von  Etimmungen,  der
langsam,  fast  widerwillig  in  dig  grauen  Schleier
sich  verlierl,  die  die  [iueende.  Nachl  um  die  Felswände
  breltet.  Uno  erst  als  das  Dunkel  alles
umhbllt,  L#len  lich  die  Degenlatze,  oie  diele

ßen
und

 

Rom,  1.  Febr.  In  zwei  Abruszenortschafte
ist  es  zu  schweren  Unruhen  gekommen:  beide  On
schaften,  die  in  der  Gegend  von  Aauisa  lie  en
besinden  sich  seit  langer  Jeit  in  Streit.  5s5
nunn  zu  einem  blutigen  Kanpse  zwischen  v.
wohnern,  und  als  die  Polizei  eingreifen  wolln
um  die  Ruhe  herzustellen,  wurde  sie  von  den  beden
  Parteien  angegriffen.  Sechs  Gmegmr
und  ein  Polkzeikommissar  wurden  durch  Nco
verschüsse  und  Messerstiche  schwer  verlett.  2
Polizei  machte  auch  von  der  Wasse  Gebrauch-àverletzte
  fünf  Bauern  schwer.  Die  Er'esa
Aquila  und  Umgebung  war  so  groß.  daH  Taz
pen  dorthin  entsandt  werden  mußten.

San  Remo,  1.  Febr.  Der  Grohlaufmar
Moriz  Figall  aus  Leipzig  und  das  junge  Che
paar  Longsilb-Wolff  aus  Stuttgart,  die  ine
nem  hiesigen  Hotel  wohnten,  machten  gesr
einen  Automobilausflug.  Auf  der  Nössehe
wurde  der  Chausseur  plötzlich  angerunsen,  1
möge  hallen.  Figall  slieg  lotenblaß  aus  m
stürzte  zur  Erde.  Das  Chepaar  ver'uckte
sliechen,  es  wurde  jedoch  von  der  Polizei  ur
hastet.  Es  wurde  festgestelit,  daß  digall  r
Anto  durch  einen  Schuß  aus  einem  Brou##
getötet  wurde.  Nach  den  poligzeilichen  Fein  ste.
lungen  ist  Longsilb  ein  berüchligter  intern:
tionaler  Verbrecher,  der  erst  23  Jahre  allt  in  ur
aus  Santa  Nosa  in  Californien  stammt.  8
Frau  soll  aus  einer  angesehenen  Familie
Stuttgart  stammen  und  aus  dem  ellerlic
Hause  ratslohen  sein.

Paris  .  Febr.  Die  Kolainsucht  hat  ri
der  zwei  Syi  gesordert.  Die  sunge  S  inaeri
Boulanger  in  Reims,  die  unter  dem  Namen  Vv.
nnsette  austrat,  hatte  sich  mit  ihbrem  Freuh).
dem  Sohne  einer  der  reichsten  Kamilien  i
Reims,  in  ihr  JZimmer  zurückgez#ogen,  um  de
Kolaingenusse  zu  irohz:  isen.  Wie  es  scheint.  brsie
  ein  zu  grosses  Quantum  genommen;  dir
die  Sängerin  wurde  gestern  tot  aufgesunen
lluch  der  junge  Mam  liegt  im  Sterben.

London,  1.  Tebr.  Der  Hamburger  Vie
maßeer.  „Hera“,  der  mit  einer  Nitratladung  or
Pisagua  lam,  lies  in  der  Nacht  von  Samste
auf  Sonnltag  bei  Port  Scathe  (Cornwall)  ei#s
Felsen  an.  19  Personen  sind  ertrunken.  E-Boot
  wurde  ins  Wasser  gelassen  und  s  n  ei
38  Mann  gelang  es,  das  fsinlende  Schuf  wiek
zu  erreichen.  Sie  llammersen  sich  eine  Jei  ila
an  der  Marsstange  sest.  Drei  wurden  ven  ein
ungehenren  Welle  binwengel  chwemmt.,  dir  i#-übrigen
  wurden  durch  ein  Nktungrboyt  vr
Falmouth  gerettet.

Newyork.  1.  Febr.  In  der  Pianefon
sabrik  von  Walther  ereigneten  sich  zwei  füre
bare  Explosionen.  welche  das  gauze  Koh#n
ctablissement  in  Vrond  sehten.  Dir  sich  iemt
weiter  ansbreitenden  Feueraarben  erhriifrt  n  i«'
fiirchslsarek»a)iieliiq.iiiniichdiider  niqeaeiiiilicrlieqendeii(i)elinii«esiii3«11riis.

CiievderlsebandeunreinMaloiiii.iis:1
in  welchem  sich  entietzliche  Szenenbsiel
Bei  dem  Fluchtversuch  der  Mädchen  wurden  d
getötet  und  iele  verwundel.  Auch  eine  akes
Anzahl  von  Pferden  find  ein  Opfer  der  ler
men  geworden.  Die  Ursfach  der  Brandes  #—
der  Explosionen  is.  noch  nicht  seuugestellml.  4%
Schaden  joll  eine  halbe  Million  Doilar##
tragen.

Rio  de  Janeiro:  1.  Febr.  In  einzelr
Teilen  Sudamerilas  ist  an  der  .  ci:
grofse  Sturmflut  eingetreten,  die  große  tẽ
den  an  Gut  und  Menschenleben  verurfackt  ber
Nachrichten  aus  Bahia  melden,  daß  die  Kürtstriche
  Pernambuco,  Catarina  und  Bahia  gur

 

 

 
  

 

 

 
 

 
 

  

eine  schwere  Sturmflut  heimgesucht  wurden.  2
teu.  A.

  
 

relne  Meldungen  sprechen  von  2000  Toten.
Städte  Cann,  Cirasi,  San  Felir,  Cacaora,  J
buna  und  Eaces  stehen  unter  Wasser.  Die  Haup.
siadt  Bahia  ist  rensaus  chwer!  mit  Igenomme

La-  oschaft  so  vuerlodeno  gestalten,  in  ein  mindes
schlafsucke:  ides  Atmen.

Im  Frühĩonnenschein  wandern  wie  dutch
reinlich  en  Gassen  von  Cattaro,  wo  der  romisn
Uhrturm  und  das  alte  Portal,  auf  dem  de
venclianische  Löwe  unter  dem  österreiliche
Doppekadler  sitzt,  lebhafles  Interesse  ctregen
Droben  an  der  Felswand  kletterl  der  Blichbi  in:  i
lilerdieMeinencerpenliiienderen-UreiilzeiiLcindiimgeinnasNeichlwNil-ts-


Geduld  so  lange  versucht,  Europas  Frieden  ⅛
lange  gesährdet  hat.  Der  hohe  Verg,  auf  des
sen  Gipfel  noch  immer  ein  weiso  Sc  neeläp#t
chen  ruht,  ist  der  montenegrinische  Sazenbelz
Leucen.  In  ihm  wohnt  nach  des  Volkes  Meinunz
einer  der  Natihnalheloe  n  von  Montenegro.  Iwr
Cernojevic.  Gleich  dem  Barbarossa  der  deulichen
Sahe  soll  er  hier  in  einer  Vergeshöhl:  schtosen
um  einst  in  der  Stunde  zu  erwachen,  wenn  pi
ATürken  aus  Europa  verjagt  werden.

Dunlelglühend  sinkt  der  Sonnenball  in  ti
samtene  Flul.  Es  ist,  alo  mühte  ein  Jicher
duich  die  Slille  gehen.  Langsam  ziebt  e
„Schleswig“  ihre  Bahn,  hinaus  zum  Me#c#
Korsu  entgegen.  Und  mährend  uns  die  boch
ragenden  Berge  des  vielumstrittenen  Albanienin
  die  Nacht  hinein  das  Geleil  geben,  denl
wir  freudig  zurück  an  das  Land,  in  dem  uns  so.
chöne  Tage  beschert  waren,  an  dieses  La#ot
in  dem  so  viel  von  dem  innigen  Teienh

  

den,  von  der  warmen  Naturbeseelung  in  un

zum  Leben  erwach!,  die  Böcklin  in  seinen  9

malten  Dichtungen  festgehalten  hat.
¶Mortseung  tolgt.

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