Full text : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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wurde  zum  1.  Oktober  1913  nach  dem  Schießplatz  Wünsdorf  verlegt
und  erhielt  ein  Stammbataillon  von  4  Kompagnien.  Ihre  Lehr—
M.  G.-Kompagnie  ist  schon  erwähnt.

Die  Zahl  der  Unteroffizierschulen  vermehrte  sich  durch  die  am
31.  März  1900  gestiftete  zu  Treptow  a.  R.  (4  Kompagnien)  auf
7  preußische  und  eine  sächsische.  Ferner  bestand  seit  dem  1.  April  1894
eine  bayerische  in  Fürstenfeldbruck  (2  Kompagnien),  mit  der  eine
Vorschule  (1  Kompagnie)  verbunden  war.  Die  Unteroffizierschule
zu  Biebrich  wurde  1914  nach  Wetzlar,  die  zu  Jülich  1916  nach  Northeim,
  die  sächsische  zu  Marienberg  1916  nach  Frankenberg  verlegt.
Die  Unteroffizierschüler  traten  als  Zweijährig-Freiwillige  ein  mit  der
Verpflichtung,  beim  Truppenteil  4  Jahre  aktiv  zu  dienen.

Die  Unteroffiziervorschule  zu  Annaburg,  die  bisher  dem  dortigen
Militärknabenerziehungsinstitut  unterstand,  war  seit  dem  1.  April
1899  selbständig.  Neue  Unteroffiziervorschulen  zu  2  Kompagnien
wurden  1888  in  Neubreisach,  1891  in  Jülich  und  Wohlau,  1895  in
Bartenstein,  1896  in  Greifenberg  (Pommern)y  errichtet,  sodaß  insgesamt
  7  preußische  und  eine  sächsische  bestanden.  Die  zu  Neubreisach
wurde  1910  nach  Sigmaringen  verlegt.  Sie  stellten  Ersatz  für  die
Unteroffizierschulen.  Die  Unteroffiziervorschüler  dienten  für  jedes
auf  der  Vorschule  zugebrachte  Jahr  2  Jahre  aktiv  beim  Truppenteil.
Zwei  neue  Unteroffiziervorschulen,  die  1915  errichtet  und  zunächst
beide  in  Jena  untergebracht  wurden,  befanden  sich  die  eine  seit  1916
in  Frankenstein,  die  andere  seit  1917  in  Mölln  i.  L.  Württemberg
errichtete  1917  eine  Unteroffiziervorbildungsanstalt  in  Ellwangen.

Die  Kavallerie  behielt  1893  die  dreijährige  Dienstzeit  bei,
dafür  blieben  ihre  Mannschaften  seitdem  nur  drei  Jahre  in  der  Landwehr
  1.  Aufgebots.  Von  den  im  Kriegsfalle  aufzustellenden  11  Kavalleriedivisionen
  bestand  seit  1890  im  Frieden  nur  noch  die  Gardekavalleriedivision
  461),  doch  fanden  alljährlich  Ubungen  zusammengestellter
  Kavalleriedivisionen  statt.  Zu  ihrer  Leitung  wurden  durch
A.  K.O.  vom  20.  Februar  1890  die  Stellen  von  zwei  Kavallerie=Inspekteuren
  geschaffen,  auch  wurde  am  10.  April  1890  eine  ständige
  Kavalleriekommission  eingesetzt.  Am  31.  März  1898  wurde  eine
Generalinspektion  der  Kavallerie  errichtet  und  die  Zahl  der  Kavallerie=Inspektionen
  auf  vier  vermehrt.

Im  Jahre  1888  wurden  die  Kürassiere,  1889  und  1890  auch  die
Dragoner  und  Husaren  (Leibgardehusaren  schon  1888)  mit  Lanzen,
seit  1890  aus  Stahlrohr,  bewaffnet.  Bei  den  Kürassieren  fiel  1888
der  Küraß  für  die  Feldausrüstung  fort,  und  sie  erhielten  gleich  der
übrigen  Kavallerie  für  die  volle  Mannschaftsstärke  Karabiner  88,
später  Karabiner  98.  Statt  der  bisherigen  Kavalleriesäbel  erhielten
1890  Dragoner,  Husaren  und  Ulanen  den  kürzeren  Kavalleriedegen  89.
Die  Ausrüstung  wurde  1895  verändert,  sodaß  Karabiner  und  Degen

11)  Sie  war  seit  1.  4.  1890  in  4  statt  in  3  Brigaden  eingeteilt.