Rilckwirkung auf unsere europäüische Stellung. Kaiserfrage dringlich. 607
M. o. Forckenbecke. Brief an seine Gattin vom 28., Deutsche Mevue, Bebruar 1899, 5. 140 f. und
R. v. Bennigsens Brief an seine Gattin, H. Oncken, ARudolf von Vemnigsen, 11 1, 201. Sld
EE auf die nicht ganz klaren, eben desbalb um so beunrubigenderen rm-- Meldungen hin
logl. M. Busch, Tagebuchblätter, I, 449) lämtlichen im Seld befindlichen Aeichstagsmitgliedern
die Aussferderung jugeben, sich lofort nach Berlin zur Teilnahme an den Aeichstagssitzungen m
ege
Versoilles, den 30. Movember 1870.
Minister Graf Stzenplitz. Vertraulich.
Über die Besorgnisse, welche die plötzliche Sinberufung der hier befindlichen Reichstags-
mitglieder veranlaßt hat, bin ich durch Delbrücks bisherige Mitteilungen nicht aufgeklärt.
Beschlußunfähigkeit? Verwerfung der füddeutschen Verträge? Sollte letztere bevorstehen,
so glaube ich nicht, daß eine Cinigung mit dem Süden vor oder bald nach dem Grieden erreicht
wird, sondern daß wir noch eine NAorddeutsche Legislaturperiode in Aussicht nehmen müssen.
Die Rüchkwirkung auf unfere europäische Stellung und unfsere Griedensaussichten würde eine
sehr üble sein, wenn Swiespaltsumptome in Deutschland. Sch bitte um telegraphische chiffrierte
Nachricht über Ihre Ansicht von dem Schicksal der Verträge.
H. Goldschmidt, Das Reich und Preußen im Kampf um die Führung, S. 153.
1937. Telegramm an den Gesandten in München
Frelherrn von Werthern.
[Cigenbändiges Konzept.)
Versailles, den 30. November 1870.
Die 3 bairischen Minister ebenso wie Grlafj Holnstein stellten bei ihrer Abreise von hier
die unverzügliche Anregung der Kaiserfrage in Aussicht. Sch habe allen 4 gesagt, die Sache
Jei eilig, wenn verbindert werden solle, daß der Reichstag die Initiatine nehme; wir wünschen
diese Verhinderung dringend. Nach Delbrücks telegrlaphischen) Meldungen ist die Stimmung
im NReichstage bezüglich der Annahme des bairischen Vertroges unerwartet schwierig ulnd)]
desbalb alle bei der Armee befindliche Abgeord iete heut telegrlaphisch] nach Berlin einberufen.
Delbrücke meldet, daß der Kaiser, wenn von Baiern beantragt, das Gleichgewicht herstellen
würde, falls es bis Montag: dem Teichstag bekannt gegeben werden kann. Sprechen Sie
vertraulich darüber mit den Ihnen geeignet scheinenden Personen; Lutz, Prankh ulnd] Holn-
stein schienen unbedingt günstig gestimmt.
1938. Telegramm an den Dräsidenten
des Zundeskanzleramtes Delbrück.
[Cigenbändiges Konzept.)]
Versailles, den 1. Dezember 1870.
Wertbern meldet aus München:, daß Grlaf] Holnstein, der Sonnabend" früh bier sein
würde, das Schreiben des Königs von Baiern an Sleine] Wloajestät überbringt, in welchem
1 Zu Ztzenplitz' toptimilticher Ansicht ogl. Goldschmidt, S. 153f.
4KK. 1 Den 5. Dezem
1%S. 1 Kelegramm vom 1. Dejember.
2 Den 3. Dezembe