Volltext: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

Verworrenbeit der Lage nach Abbruch der BVerhandlungen mit Saore. 515 
habe aus Rücksicht für die Intervention des norddeutschen Gesandten 24 Stunden zuge- 
standen, werde aber sodann die Tore forcieren müssen, da längeres Zögern unmöglich und 
Militärdespotismus fremder Söldner unzulässig,“ lind cum grano salis in der Dresse m 
benutzen als Beweis, daß der norddeutsche Gesandte der einzige sei, der im Snteresse des 
Papstes irgendwelche Cätigkeit entwickelt habe. 
*1828. Erlaß an den Gesandten in Karlsruhe 
Grafen von Flemming. 
[Reinkonjept.)] 
Serrières, den 24. September 1870. 
Ew. pp. erwähnen in dem gefälligen Bericht Ar. 40 vom 16. d. M., daß die Groß- 
herzogliche Regierung, indem sie ihr volles Einverständnis mit den in meinem Erlaß, d. d. 
AReims, den 6. d. M. , kundgegebenen õdeen konstatiere, auch über die andern, in ihrem 
PDromemoria vom 2. d. M. berübrten Gegenstände ähnliche Außerungen gewünscht hätte. 
Ich glaube, diesem Wunsche bereits in meinem Erlaß vom 12. d. M.-, welcher Ew. pp. in- 
zwischen zugekommen sein wird, entgegengekommen zu sein, und darf mich daber darauf 
beziehen. 
Wenn der Großherzogliche Herr Minister ugleich den Wunsch nach „Nachricht nicht nur 
von dem Beginn der eigentlichen Fried gen, sondern auch von etwaigen Ver- 
handlungen über GSriedenspräliminarien“ ausfpricht, * bitte ich Ew. pp., ihn darauf auf- 
merksam zu machen, daß unter Verhältnissen, welche kaum ein sichres Urtheil darüber ge- 
statten, mit wem wir eigentlich zu verhandeln haben, der prartische Ausgongspunkt der 
Friedens-Berhandlung sich vielleicht später im Riickblick, aber nicht leicht i in der Gegenwart 
wird erkennen lassen, ulnd] daß die Unterscheidung zwischen * Gri dl Präli- 
minarien, Waffenstillstandsverhandlungen ulnd] nutzlosen Vesprechungen, nach welchen noch 
Monate des Krieges folgen können, für mich weder gleichzeitig noch namentlich im Boraus 
möglich iste. Es sind allerdings Versuche der Anknüpfung von den gegenwärtigen Macht- 
babern in Paris und von Agenten andrer europäischer Parteien gemacht worden; dieselben 
konnten sich m jeder Stunde ihrer Dauer zu amtlichen Verhandlungen ausbilden, nach 
3 Tagen aber war jede Aussicht auch nur auf Waffenstillstand geschwunden“. Unsere Auf- 
gabe kann zunächst nur sein, eine Klärung der Situation abzuwarten, um die Frage lösen zu 
können, ob eine Regierung in Frankreich vorhanden ist, mit welcher eine Verhandlung in 
der Aussicht geführt werden könne, daß das Ergebnis derselben von der franjösischen Ration 
als gültig und bindend würde anerkannt werden. Daß es die Absicht Seiner Maoajestät des 
Königs ist, sobald dies fest steht, seine Verbündeten zur Teilnahme einzuladen, ist Ew. pp. 
1 Siehe Ar. 1761. 
2 diede Ar. 1795. 
r Schluß des Satzes von den Worten an: „daß unter Verhältnissen, welche kanm elgen- 
bändigert — ismarcks im ersten Komept von Abekens Hand. len. t 
'i 26.0e letzte Ceil des Satzes: „dieselben konnten sich ...“ eigenbhändiger Zusatz Bismarcks im orften 
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