Volltext: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

Aussische Wünsche. Veröffentlichung der Konnilsbeschlũsse in Deutschland. 517 
*18311. Telegramm an den Gesandten in Detersburg 
Heinrich VII. Drinzen Reuß. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.] 
Am 14. September batte Saset Alexander II. mit dem Drinzen Reuh ein Gespräch über 
das Verbältnis Rußlands zur Türkei gehabt, über das dieser am 15. berichtete. ach einem 
Bericht des russischen Botschafters in Konstantinopel General Ignatiew, den der Kaiser dem 
Prinzen vorlas, hatte man auf der Pforte aus den gewaltigen Erfolgen der deutschen Waffen 
die Hoffnung geschö — in Deutschland einen Hort gegen russische Ubermacht m gewinnen, und 
Qeigte bereits das streben, Iwietracht zwischen Rußland und Preußen zu jäen. Ignatiew 
schlug deshalb vor, daß man preuhischerseits in Konstantinopel die gegenwärtige und künftige 
Solidarität mit Ruhßland einmal nachdrücklich betonen möge. Diese Anregung machte sich 
Alexander II. zu eigen, indem er zu Reuß sagte, „niemand könne sich der Ansicht verschlieben, 
daß die orientalische Srage früher oder wäter einmal wieder auf die Tagesordnung kommen 
werde. Sollte dies eintreten, dann hoffe er, daß Preußen ihm wenigftens leine moralische 
Unterstützung gewähren werde; er habe Sies wohl um Dreuhen durch seine jetzige Haltung 
verdient.“ 
Ferrières, den 25. September 1870. 
Antwort auf Bericht Ar. 170. Zu Außerung in Konstantinopel, um unsere freund- 
schaftliche Stellung zu Rußland zu dokumentieren, sind wir ofort bereit, sobald wir stärkere 
Gewißheit über Stellung des Kanzlers zu unseren Fried mit GSrankreich 
baben, bei welchen auf Landerwerb m verzichten für uns nicht möglich ist. 
Täheres schriftlich. 
1832. Schreiben an das Preußische Staats ministerium. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.)] 
Gerrières, den 25. September 1870. 
Ew. pp. beehre ich mich anliegend Abschrift eines Berichts des Königlichen Gesandten 
in Karlsruhe vom 17. d. M. zu überfenden, betreffend die durch den Weihbischof Kübel 
geschehene Veröffentlichung der Konzilsbeschlüsse, inklusive des Beschlusses über die 
Infallibilität, sowie die amtliche im Sesetz= und Verordnungsblatt des Großberzogtums 
Baden darüber erlassene Bekanntmachung. 
Ew. pp. ersuche ich ganz ergebenst um eine gefällige Benachrichtigung, ob von preuhischen 
Bischöfen ähnliche Beröffentlichungen erfolgt sind"; sowie um eine gefällige Aeußerung 
darüber, ob nach der Ansicht des Königlichen Staatsministeriums nach Lage der diesseitigen 
Gesetzgebung es erforderlich sein könnte, seitens der Königlichen Regierung eine Bekannt- 
machung oder Erklärung in Bezug auf die Veröffentlichung der Konilsbeschlüsse und die 
Bedeutung, welche sie für die inländischen rechtlichen Verhältnisse der katholischen Kirche 
Siebe den Erlah an Prin) Reuß vom 26. September, K. Abeindorf, Die Schwarte-Meer- (Dontus--) 
Froge, 150. NReuh follte danach Gortschakow u. a. darauf binweisen, wie sehr es zu bedauern wäre, wenn 
durch die wohlwollende bisberige Holtung Kaiser Alexanders II. erzielte gär Umschwung in der 
entlichen Meinung Deutschlands „im entscheidenden Stadium bei Gelegenheit der richensveondengen mit 
7! rankreich wieder beeinträchtigt werden und neue Saat d es Mihtrauens in Deutschland es uns erschweren 
Jollte. unfere Gesinnungen für Auhbland zu betätigen“. 
des vatiknischen Konjils bin des ichrr in i rin —* wiele der 4 o vos 
reslau, der auf dem Konzil zu den ent cbledensten Her Heern dieses Dogmos “- batte. Ugl. Ab 
Tagebucheintragung zum 6. Cktober, H. eken, 5,