Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

606 Unterstützung der rufsischen Wünsche. Im Veichstag Neigung jur Ablehnung der Verträge? 
sind; solange in England die Erkenntnis nicht durchgedrungen ist, dah sein einziger wert- 
voller und sicherer Alliierter auf dem Kontinent in Deutschland zu finden ist, sind uns die guten 
Beziehungen zu Rußland von dem größten Wert. Wir müisssen dieselben daher auch auf der 
gegenwärtigen Konferenz mit der größten Vorsicht behandeln, ja nach Möglichkeit zu pflegen 
und jeden Argwohn zu verbüten suchen, als könnte Rußland uns zu seinen Gegnern zu jählen 
haben. Unter allen Umständen ist es, wie schon gesagt, notwendig, daß wir aus der Konferenz 
nicht mit schlechteren Beziehungen zu Rußland heraustreten, als unsere jetzigen lind. 
Ew. pp. bitte ich, sich diese Erwägungen während des Laufes der Konferenzen stets 
gegenwärtig zu halten und dieselben für Shre Haltung maßgebend sein zu lassen. Es folgt 
daraus, daß Ihre Aufgabe im wesentlichen sein wird, sich bei den Besprechungen auf die 
Seite Rußlands zu stellen und dessen Wünsche zu unterstützen, wozu eine Billigung der Form 
ulnd] der Seit, in welcher Ruhland sie zur Sprache gebracht hat, natürlich nicht erforderlich 
ist?. In allen materiellen Sragen, in welchen öhnen die Unterstützung Außlands nicht 
angänglich scheint oder Ew. pp. im Sweifel darüber sind, ersuche ich Sie, sich einftweilen 
nrückezuhalten und Instruktion einzubolen. 
VBachschrift. Sch bemerke noch, daß dieser Erlaß ganz speziell die Intentionen 
Seiner Majestät des Königs ausdrücket und von Allerhöchstdemselben in seiner wörtlichen 
Gassung gebilligt ist. 
Die Grohe Politik der Curopäischen Kabinette, II, 18 f. 
*1035. Telegramm an den Gesandten in Detersburg 
Helnrich VII. Drinzen Reuß. 
[SCigenhändiges Konjept.)] 
Nach einem Celegramm des Prinzen Reuh vom 28. November empfahl Sürst Gortschakow 
neuerdings, daß man deutscherseits die Initiative zu einem Waffenstillstand ergreifen möge, aus 
em Wablen und Jufsammentritt einer Konstituante bervorgeben könnten. Jedoch hätte Gort- 
borhen es nach Veuß abgelehnt, selbst mit dem französischen Geschäftsträger darüber m ver- 
andeln. 
Versoilles, den 28. Aovember 1870. 
Wir können unfrerseits den Waffenstillstand nicht anbieten, ohne politisch einen dem 
Frieden nachtbeiligen Kindruck auf die Franjosen u machen. Wem die Neglierung] von 
Tours den Waffenstillstand im deutschen Hauptquartier beantragt, so werden wir ihr die 
Bedingungen mittheilen". · 
1936. Telegramm an das Auswärtige Amt. 
[Konzept von der Hond des Vortragenden VRats Bucher.] 
Am 29. Aovember war ins Hauptquartier die Nachricht gekommen, daß im Reichstag 
wenig Aeigung bestebe, die Verträge mit den Süddeutschen, vor allem mit Vayern zu genehmigen. 
Siebe das Kriegstagebuch des Kronprinzen (5. 245): „„&s wurde bekannt, daß die Mitglieder 
des Fortschritts, die Sozlaliften und die Polen entweder demonstratio austreten oder aber ganz 
sortbleiben wollen, um entweder Zeit -1ur Verdinderung der Bicht “ 
ar Reuwahlen behufs Berfassungsberatung #u erz#win · 
r- am us riean Veröffentlichung des Vertrages mit Bauern ogl. 
„ Der letzte Aebensatz": „woju ...“ eigenbändiger Zulatz Vismarcks. 
1955. : In einem belonderen Celegramm vom glelchen Tage bieh es dann noch: Flürsst Gortschakoff= m danken, 
daß er die Verbandlungen bterle. «- - s«