Die Generalrãte. Will Sachsen mit „Kaiserantrag“ Weimar puvorkommen? 621
in den Generalräten der Departements konstituierte Körperschaften, welche aus dem allge-
meinen Stimmrecht hervorgegangen sind und die tüchtigsten und angesehensten Elemente der
Provinzen enthalten. Wenn diese berufen würden, aus sich selbst Deputierte m einer
allgemeinen Versammlung zu wählen, um über die Regierung Srankreichs und Krieg und
Grieden zu entscheiden, so würde dies einen richtigen Ausdrucke der Stimmung der Nation und
eine bessere Bürgschaft für Srankreichs Zukunft geben als jede jetzt gewählte Versammlung.
Der Gedanke verdient Erwägung. Besprechen Sie ihn ganz vertraulich mit Lord
Granville; und fragen Sie auch Herrn von Persignp — mit Bezug auf öhr Telegramm
Ar. 362 — perfönlich nach seiner Ansicht darüber.
*1037. Telegramm an den DPräsidenten
des Bundeskanzleramtes Delbrück.
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Bucher.)
Versailles, den 7. Dezember 1870.
Es wird jedenfalls notwendig werden, vor Schluß des AReichstags die bei der Kaiser-
frage in Betracht Kkommenden Paragraphen der Verfassung durch legale Beschlußnahme von
Bundesrat und AMeichstag entsprechend zu ändern, weil sonst bis zur nächsten Reichstags-
versammlung der formelle legale Weg hierzu fehlt. Der Antrag darauf würde schicklich wie
in Süddeutschland von Bagern, so in Aorddeutschland von Sachsen kommen. Sür den Sall,
daß das untunlich, werde ich hier mit den Großherzögen von Sachsen und Oldenburg sprechen.
Bitte telegraphische Antwort. Sft die Initiative im Bundesrate überhaupt nicht zu erreichen,
so muß der Antrag aus dem ANeichstag Kkommen, denn er ist unentbehrlich, sollte auch die
Session derhalb einige Cage länger dauern.
*1958. Telegramm an den Dräsidenten
des Bundeskanzleramtes Delbrück.
[Cigenbändiges Konzept.]
Versailles, den 7. Dezember 1870.
Der Großhlerzog) von Weimar hat Auftrag gegeben, in seinem Namen den Kaiser-
antrag im Bundesrath geschäftlich einzubringen. Suchen Sie, wenn es gebt, durch Sriefen
zu erreichen, daß Königreich Sachsen vorher oder doch gleichzeitig die Sache in die Hand
nehmet.
1 Nach dem Tagebuch des Kronprinzen (5. 261) wäre der Auktrag des Srohherjogs auf den Wunsch
Bismarcks. -*7 2# 10 Kanjler 4 erster Linie ein Vorgeben Sachsens wünschte, lo wird die Anrrgum in
der Voraussicht erfolgt sein, dab Sriesen (ogl. Tr. 1249) zu einer Initlative nicht geneigt sein werd-
dam auch O. Lorenj, Kalser Wichelm und die Begründung des Neichs. S. 621 mit Al#tteilungen ous dem
Cagebuch des Grohbergogs von Sachsen-Weimar.