Volltext: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

622 „Kaiser von Deutschland wo möglich“; bei Widerstand, „gebt deutscher Kaiser auch“. 
*1959. Telegramm an den Praͤsidenten 
des Bundeskanzleramtes Delbrück. 
[Eigenbändiges Konzept.] 
Auf Bismarches Anregung (ogl. Nr. 1942), dah Bagern bei den in Berlin Ichwebenden 
Schlußverbandlungen über die Herstellung des Bundes den e#schäsplichen. Antrag stellen möge, 
die Artikel der Bundesverfassung, die des Präsidiums oder des Bundesfeldberrn Crwähnung 
taten, entsprechend zu öndern, hatte Graf ran. laut einer Meldung Sreiherrn v. Wertderns 
vom 6. Dezember zunächst eingewandt, daß Bayern, da es im Bundesrat und im Reichstag noch 
nicht vertreten lei. nicht wohl die geschäftliche Behendluns der Kaiserfrage in die Hand nebmen 
könne. Am 7. konnte Werthern aber telegraphieren, daß G — den in Berlin weilenden 
Paheischen Justiminister v. Lutz zu der Anregung autoriflert ha 
Versailles, den 7. Dezember 1870. 
Blaron) Werthern meldet vom 7. 
„Graf Brau hat gestern abend, von Hohenschwangau aus, den Minister Lutz 
telegraphisch angewiesen, in formelle Behandlung der Kaiserfrage einzutreten.“ 
öch bitte Ew. pp., die bairischen, weimarschen ulnd] eventuell könliglich] sächsischen 
Schritte, namentlich die erst- ulnd) die letzt-genannten durch verständigende Einwirkung zu 
combiniren, damit sie, ohne Reibung in einander greifen. 
1960. Telegramm an den Dräsldenten 
des Bundeskanzleramtes Delbrück. 
(Eigenhändiges Konzept.] 
Dezember batte Delbrück b bei der Ei des Kaisertitels in die 
D Wersos 7 9 daven Teeicher“ ——— Kaslerl ü des Hseri (Demt #0% 
a lauten 1 
Versailles, den 8. Dezember 1870. 
Kaiser von Deutschland wo möglich; wollen die Andern das nicht, so geht deutscher 
Kaiser aucht. 
E. v. Wertheimer, Bismarck im politischen Kampf. S. 422. 
1 Hiernach bat es den Anschein, als ob Bismarck die Titelfrage am 8. Dezember noch nicht als ent- 
schieden angeleben babe. Später — ann I7. Irnuar 1871 — joll der Kanzler allerdings bekannt haben (ogl. 
Das Kriegstagebuch des Kronprinjen, S. 334), „daß bereits bei den Verfassungsbesprechungen die bayrischen 
Bevollmächtigten die Bejzeichnung „Kaifer von Heutschland“ nicht hötten mlassen wollen, und dab er eendlich 
ihnen mliebe, aber allerdings ohne Se. Wojestät vorher m fragen, diejenige eines „Deutschen Kaisers“ zuge- 
standen habe." Dah in der Tat die Bayern dem Titel „Deutscher Kaiser“ den Vorzug gegeben haben, ließe 
sich aus den von Graf Bray am 30. Oktober übergebenen Verfassungsentwürfen folgern. wo neben der 
Bezeichnung „Deutscher Kaiser“ die beiden anderen „Kaiser von Deutschland“ und „Kaiser der 
Deutschen" in Klammern und mit Fragejeichen angeführt werden. Edenso liebe si auf eine 
gewisse NI r- * doee Bapern deraus, „[chtieß "rr dahß er in-, — Sermuler für 
wi elb ichnung „Deutscher Kaiser" angewan a er eine poli- 
omrhe n5 set dn Beche Krord nicht vor. Sie wurde erst in der Bundesrats- 
at HDekerüch 7rin- * — ng 
den geier „Kaiser von Deu waeis burchmdrühen#. im Gegenteil hat er selb r, die schwächere 
Bimilo den Ausschlog gegeben. Vgi. O. 22. 3 3 
W 1 war sie Kleiche wugrnde gelegt. 
Flkalhen Gesetzentwurf wegen Abäsderung der