Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

Keine Meldungen direkt an König in Kaiserfrage. 625 
Sukunft die Publikation der Ziffern unserer Verluste wenigstens in den ersten tele- 
graphischen Veröffentlichungen durchgängig unterbleibe“. 
*10965. Schreiben an den Praͤsidenten 
des Bundeskanzleramtes Delbrück. 
(Richt abgegangen.) 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Bucher.] 
5 er selbst am Schluß der ibung. von dem im Bundesrat 
R„ undesverfassung dem von 
ajestät dem König von Bayern an Cure Aüosestät gestellten Ansuchen entsprechend mu 
i t la lettre handeln, da ja 
dab dies eine Ubereilung ist, da ja der Titel noch gar nicht angenommen 
Bgl. Eil v. Wertheimer, 
Bismarck im politischen Kampf, S. 452f. 
Versailles, den 9. Dezember 1870. 
Des Königs Majestät hat mir das Telegramm zugestellt, durch welches Ew. pp. Aller- 
böchstdemselben direkt anzeigen, daß der Vertrag mit Bauern in zweiter Lefung an- 
genommen ist, und daß Ew. pp. dem Neichstage Mitteilung von dem im Bundesrate 
gestellten Antrage auf Anderung der Bundesverfasfung gemacht haben. Unmittelbare 
Berichte an Seine Majestät in politischen Sragen führen nicht selten unerwartete Rück- 
fragen herbei, welche mich nötigen, Vorträge über Fragen zu halten, die dajzu nicht reif 
und vorbereitet sind, und die ich, wenn sie im regelmäßigen Geschäftsgange durch mich um 
Vortrag kommen, schicklicher zu erledigen vermag. Ew. pp. ersuche ich daher ergebenst, 
mir die Mõoglichkeit offen halten zu wollen, die Seit und die Kombinierung der Immediat- 
worträge nach der biesigen Lage der Geschäfte zu wählen. 
1966. Telegramm an den Dräsidenten 
des Bundeskanzleramtes Delbrück. 
[Eigenbändiges Konzepk.] 
Am 9. Dejember hatte Delbrückt, wohl im Hinbllch 3 die geplante Adresse des Reichs- 
tags, in der der König um Annahme der Koailerkrone gebeten werden sollte, de! Blsmarch 
angefragt: „Hat der König über die Annahme des Kaiser sich schon ausgesprochen? Ich werde 
beute danach gefragt werden.“ 
2 In einem weiteren Immeddiatberscht vom 11. Dezember bemängelt Bismarck auch die letzten vom 
Generalftab veröffentlichten „Kriegsdepeschen“ über die Kämpfe bel Beaugenzu vom 7. bls 10. Denember als 
ungeschickt und geeignet, die Franjosen in ihrem Widerstand zu bestärken. Der Immedi.tbericht schlieht mit 
en Worten: # kleine Anderung in der Fassung der elegramme können golche Eindrücke vermieden 
werden, ohne der Wahrbeit der Angaben irgendwie mu nabe m treten. Ob Ew. Königliche Majestät aus diesen 
allerunkertänigsten Bemerkungen Anlaß zu einer Allerhöchsten Initiative in Bezug auf zweckemähigere Jassung 
der amtlichen Celegramme Allergnädigst entnehmen wollen, erlaube ich mir alleruntertönigst anbeimmustellen. 
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