Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Zummer  1027

Sonnkäsg,  2.  Mai  1814

 

die  siegreichen  Armeen  der  Zentralmächte  zu
chimpilicher  Kapitulation  zwingen  sollen.  Die
Deutsche  Regierung  und  mit  ihr  das  deutsche
Volk.  hat  jür  dieses  ungleiche  Empfinden  um  so
weniger  Verständnis,  als  sie  zu  wiederholten
Malen  sich  ausdrücksich  bereit  erklärt  hat,  sich
mit  der  Anwendung  der  Unterseebootwafse
streng  an  die  vor  dem  Krieg  anerkannten  völkerrechtlichen
  Normen  zu  halten,  falls  England
sich  dazu  bereit  findet,  diese  Normen  Aleichfalls
seiner  Kriegführung  zu  Grunde  zu  legen.  Die
rerschiedenen  Versuche  der  Regierung  der  Vereinigten
  Staaten,  die  Großbritannische  Regierung
  hierzu  zu  bestimmen,  sind  an  der  striklem
Ablehnung  der  britischen  Negierung  gescheitert.
England  hat  auch  weiterhin  Mölkerrechtsbruch
auf  Vollkerrechtebruch  gehäuft  und  in  der  Vergewaltigung
  der  Neutralen  jede  Grenze  überschritten.
  Seine  letzte  Maßnahme,  die  Erllärung
deutscher  Bunkerlohle  alo  Bannware,  rverbunden
  mit  den  Bedingungen,  zu  denen  allein
englische  Bunkerkohle  an  die  Neutralen  abgegeben
  wird,  bedeutet  nichts  anderes  als  de
Versuch,  die  Tonnage  der  Neutralen  durch  unerhörle
  Erpressung  unmittelbar  in  den  Dienst  des
englischen  Wirtschaftskrieges  zu  zwingen.

Das  deutsche  Volk  weiß,  daß  es  in  der  Hand
der  Negierung  der  Vereinigten  Staaten  liegt;
den  Krieg  im  Sinne  der  Menschlichleit  und  des
Völlerrechts  auf  die  Streitkräfte  der  lämpfenden
  Staaten  zu  beschränken.  Die  amerikanische
Negierung  ware  dieses  Erfolges  sicher  gewesen,
wenn  sie  sich  entsch!  ossen  hätle,  ihre  unbestreitbaren
  Rechte  auf  die  Freiheit  der  Meere  England
  gegenüber  nachdrüclich  geltend  zu  machen.
So  aber  steht  das  deutsche  Bolk  unter  dem
Eindruck.  daß  die  Regierung  der  Vereinigten
Slagetu  von  Deutschland  in  dessen  Existenzlampf
die  Beschränkung  im  Gebrauch  einer  wirlsamew
Wasse  veilangt,  und  daß  sie  die  Aufrechterhaltung
  ihrer  Beriehungen  zu  Deutschland  von  den
Erfullung  dieser  Forderung  alhängig  macht,
während  sie  sich  gegenüber  den  völlerrechlswidrigen
  Methoden  seiner  Feinde  mit  Protestem
begnügt.  Auch  in  dem  deutichen  Volle  belannt,
in  wie  weitem  Umsang  unsere  Feinde  anus  den
Vereiniglen  Stgafen  mit  Kriegsmitteln  aller
Art  versehen  werden.

Unter  diesen  Ummänden  wird  es  rerstanden
werden,  daß  die  Aurufung  des  Böllerrechtund
  der  Gesühle  der  Menschlichleit  im  deutschen
Volke  nicht  den  rollen  Widerhall  finden  kann,
dessen  ein  solcher  Appell  hier  unter  anderen
Verhältnissen  leis  sicher  in.

Wenn  die  Desche  Regierung  sich  trotzdem
zu  einem  äufteriten  Zugeständnis  enlichließt,
dso  ist  für  sie  enich  eide  id  einmal  die  meht  als
hundertjälrige  Freundscha  it  ischen  den  beidem
großen  Nöllern,  sodam  aber  der  Gedanke  a##
das  schwere  Verhän  anis,  mit  dem  eine  Ausdehnung
  und  Verlängerung  dieses  grausfamen
und  biutigen  Krieges  die  gesamte  zivilisierte
Menschheit  bedrohr.

Das  Bemni#sein  der  Stärle  hat  es  der  Deutschen
  Regierung  erlaubt,  zweimal  im  Laufe
der  letzten  Monate  ihre  Bereilschaft  zu  einem
Deutschiands  Leleneinteressen  sichernden  Fries
den  offen  und  ror  aller  Welt  zu  bein  wen.
Sie  hal  damit  zum  Auodruck  gebracht,  daß  e
nicht  an  ihr  lient,  minn  den  Völern  Eurohas
der  Eriede  nohlänger  vorenthallen  bleibt.
Mit  umio  fiärlerer  Verechtigung  darf  die  Deuische
  Regierung  aus'prechen,  daß  co  ror  der
Menschheit  und  der  Ceschichte  nicht  zu  rerantworten
  wäre.  nar  i  21  monatiger  Kriegsdauer
die  über  den  Unterslrieg  cntitandene:
Streitfrage  eine  den  Frieden  zwischen  dem  deutschen
  und  dem  amerilanischen  Volie  ernulich
redrohen  de  Wendung  neumen  zu  lassen.

Einer  solchen  Cntwickelung  will  die  Deutsche
Regierung,  someit  es  an  ihr  liegt,  vorbeugen.

Der  sohn  des  I#iutibondrs.
#onas  ves  Flöresce  Warden  #
##———61

1.0  hür  zeiner  lalnnen

.  Nin-«  nm  zu  ihr.  Gin  gläckliches
  Lachein  #elle  um  seinen  Mund,  aber
es  klang  bei  aller  Weichheit  tief  ernst,  als  er
erwiderte:

„Ja  —  ich  leugne  es  nicht.  Hätte  ich  nicht
ein  MNadchen  lennen  gelernt,  das  um  so  vieles
schöner,  um  so  vieles  licLenswerter  wäre  als
diese  Komtesse  —  ein  Mädchen,  das  ohne
füügsicht  auf  sich  selbil  für  den  Mann,  den
sie  liebt,  das  Acußere  wagt  —  ich  hätte  die
Lienieht.  violleicht  heute  noch  mit  denselben
Augen  angesehen  wie  früher.  Ich  höt:c  in  ihr
eine  reizvolle,  interessante  und  verjahrerische
Frau  gejehen,  und  ich  hätte  es  wahrscheinlich
auch  nicht  für  ein  Unglück  gehalten,  sie  heiraten
Aau  mũisen.“

Die  verschiedenartigsten  CEmphndungen
waren  es  gewesen,  die  seine  Worte  in  Herta
ausgelöst  hatten.  Aber  die  innige  und  trene
Viebe,  die  aus  jedem  diejer  Worte  sprach,
sich  in  seinen  Blicen  offenbarte,  erfüllte  sie  our
allem  mit  einem  wunderfamen  Glücksgefühl.

„Ich  glaube  an  deine  Liebe,“  flüsterte  sie
scheu.  Aber  um  zu  verhindern,  daß  er  eine
Unvorsichtigkeit  beging,  fügte  sie  sogleich  hinzu:
„Wenn  du  die  Komtesse  geheiratet  hättest,  hättest
du  wenigstens  deinen  Vater  zufrieden  gestellt.



„Nicht  für  lange,“  entgegnete  er  bestimmt.
„Lydia.  Aldringen  hat  das  Talent  und  das
Verlangen,  Geld  mit  offenen  Händen  um
Fenster  z  binauszuwersen.  in  Vat

—

   

 

 

Sie  will  gleichzeitig  rin  lehtes  dau  beritragen
um  —  solange  der  Krieg  noch  dauert  —
Beschränkung  der  Fregfish#ung.  auf  die  ume
den  Streitkräfte  zu  ermöglichen,  ein  Ziel,  das
die  Freiheit  der  Meere  einschließt  und  in  dem
sich  die  Deutsche  Regierung  mit  der  NRegierung
der  Vereinigten  Staaten  auch  heute  noch  einig
glaubt.

Von  diesem  Gedanlen  geleitet,  teilt  die

Deutsche  Regierung  der  Regierung  der  Vereinigten
  Staaten  mit,  daß  Weisung  an  die
deulschen  Seestreitlräfte  ergangen  ist,  in  bachtung
  der  allgemeinen  völlerrechtlichen
Gtundsätze  über  Anhaltung,  Durchsuchung  u.
Zerstörung  von  Handelsschiffen  auch  innerhalb
des  Seekriegsgebietes  Kauffahrteischiffe  nicht
ohne  Warnung  und  Rettung  der  Menschenleben
  zu  rersenken,  es  sei  denn,  daß  sie
fliehen  oder  Widerstand  leisten.

In  dem  Daseinskampf,  den  Deutschland  zu
führen  gezwungen  ist,  lann  ihm  jedoch  von  den
Neutralen  nicht  zugemutet  werden,  sich  mit  Rücksicht
  auf  ihre  Interessen  im  Gebrauch  einer
wirlsamen  Wafsse  Veschränkungen  aufzuerlegen,
wenn  seinen  Gegnern  gestattet  bleibt,  ihrerseits
röllerrechtswidrige  Mittel  nach  Belieben  zur
Anwendung  zu  bringen.  Ein  solches  Verlangen
würde  mit  dem  Wesen  der  Neutralität  unvereinbar
  sein.  Die  Deutsche  Regierung  ist  überzeugt,
  daß  der  Regierung  der  Vereinigten  Staaten
  eine  derartige  Zumutung  fernliegt;  dies
entnimmt  sie  aus  der  wiederholten  Erllärung
der  Amerikanischen  Regierung,  daß  sie  allen
Kriegführenden  gegenüber  die  rerletzte  Freiheit
der  Meere  wiederherzustellen  entschlossen  sei.

Die  Deutsche  Regierung  geht  demgemäß  von
der  Erwartung  aus,  daß  ihre  neue  Weisung
an  die  Seestreitlräfte  auch  in  den  Augen  der
Regierung  der  Vereinigten  Staaten  jedes  Hindernis
  für  die  Verwirkslichung  der  in  der  Note
rom  23.  Juli  1915  angebotenen  Zusammenarbeit
  zu  der  noch  während  des  Krieges  zu  bewirkenden
  Wiederherstellung  der  Freiheit  der
Meere  aus  dem  Wege  räumt,  und  sie  zweiselt
nicht  daran,  daß  die  Regierung  der  Vereinigten
Staaten  nunmehr  bei  der  Großbritannischen
Regierung  die  alsbaldige  Beobachtung  derjenigen
  völkerrechtlichen  Normen  mit  allem
Nachdruck  rerlangen  und  durchsetzen  wird,  die
ror  dem  Kriege  allgemein  anerkannt  wuren
und  die  insbesondere  in  den  Noten  der  Ameritanischen
  Regierung  an  die  Britische  Regierung
rom  28.  Dezember  1914  und  vom  5.  November
1015  dargelegt  sind.  Sollten  die  Schritte  der
Regierung  der  Vereinigten  Staaten  nicht  zu
dem  gewollten  Erfolge  führen,  den  Gesetzen
der  Menschlichkeit  kei  allen  kriegführenden  Nalionen
  Geltung  zu  rerschaffen,  so  würde  die
Deutsche  Regierung  sich  einer  neuen  Sachlage
gegenübersehen,  für  die  sie  sich  die  volle  Freibheit
  der  Entschließungen  rorbehalten  muß.

Der  Unterzeichnete  benutzt  auch  diesen  Anlaß,
um  dem  Herrn  Botschafter  die  Versicherung
seiner  ausgczeichnetsten  Hochachtung  zu  erneuern.
  gez.  v.  Jagow.

u

Jetzt  hat  Wilson  das  Wort.  Am  ameerikanischen
  Bolk  liegt  es  nun,  vor  aller  Welt  zu  zeigen,
  ob  es  ihm  um  den  Schutz  der  Neutralen,
um  Menschlichteit  und  Recht  zu  tun  war  oder
ob  Parteigängerium  für  England  eine  Rolle
spielt,  unter  Mibbrauch  seiner  Macht  unseren
Sieg  zu  rereiteln.  Das  Verhalten  des  amerilanischen
  Volles  nach  dieier  Antwort  wird  die
mabgebende  Kritik  dieser  Note  sein.  Wir  hoffen,
daß  die  deutsche  Antwortnote  wenn  nicht  den
Präsidenten  der  Vereinigten  Staaten,  so  doch
das  amerilanische  Volk  und  seine  parlamentarischen
  Vertreter  befriedigen  wird.  Trügt  unso
die  Hoffnung  nicht,  so  wird  unsere  Antwortnote
  in  London,  Paris  und  Petersburg  als

sind  troß  seines  Reichtums  die  Sparsamkeitsgefühle
  seiner  armen  Jugend  geblieben.  Er
läßt  sich  heute  noch  wie  damals  von  ihnen  beberrichen.
  Ich  bin  neugierig,  was  er  sagen
vürde,  wenn  man  ihm  die  Schneiderrechnungen
der  Komtesse  zeigte  und  ihm  sagte,  wie  viele
davon  unbezahlt  sin
st  es  ritterlich,  so  etwas  von  ihr  zu
sagen?  ?“  fragte  Herta,  die  sich  doch  nicht  dazu
zwingen  konnte,  ihm  wegen  dieser  Bemerkungen
böse  zu  sein.
„Jedenfalls  ist  es  nicht  weit  von  der  Wahrheit
  entfernt,“  erwiderte  er.  „Du  hättest  sie
hören  sollen,  wie  sie  vorhin  vom  Spielen
sprach.  Unser  Whist  mit  dem  Robber  zu  fünfzig
Pfennigen  mußte  allerdings  einer  Frau  lächerlich.
sein,  deren  ganzes  Leben  nur  ein  Glücksspiel
mit  hohen  Einsätzen  ist.  Ganz  abgesehen  davon,
  daß  sie  ihre  Finanzen  recht  gern  hier  und
da  einmal  durch  einen  Spielgewinn  aufbessert
——  *  arsst=  du  aber  nichts  mehr  ruens
t
Er  lachte  nur.  —
·  „Ich  weiß,  was  ich  sage,  Lieb!  —  Man
hört  so  allerlei.  Und  eine  Frau,  die  eine
glänzende  gelellschaftliche  Rolle  gier  muüste
ohne  über  große  Mittel  wer  sügen  —
wird  leicht  erwerbsklug.  Mille,  lann  nunn
inmer  wöhlerisch  sein  in  den  Mitte
„Wenn  es  so  ist,  wäre  es  einn  ein
roßes  Stans  ür  sie  gewesen,  wenn  du  sie  ge.
heiratet  hättest.  Und  trotz  allem  b6
seioi  und  falzinterend,  und  —  und  du  attest
ie  gern
„Ich  habe  sie  heute  noch  gern,“  bestätlgte
Eberhard  lächelnd.  „Der  Unterschled  ist  nur,
daß  ich  heute  eine  andere  liebe.  So  sebr  liebe,

 

 

ein  diplomatischer  Sieg  letrachlet  werden;  wird
sie  zu  schanden,  so  hat  sie  jedenfalls  die  wahren
Beweggründe  der  Politik  Wilsons  Wi
pflichten  der  deutschen  Reqierung  bei,  wenn  sie
erkiärt,  das  ein  Krieg  zwischen  Deutschland  und
den  Vereinigen  Staalen  nicht  zu  verantworten
wäre  und  wir  müssen  und  mit  der  Hoffnung  begnügen,
  daß  sie  mit  den  gewählten  Mitteln  ihr
Jiel  erreichen  wird.  Hervorzuheben  UA,  daß  das,
was  die  deutsche  Regierung  jetzt  anbietet,  das
äuhßerste  Zugeständnis  ist,  an  das  die  Erwarlung
  gelnüpft  wird,  daß  Präsident  Wilsson  nun
auch  England  dazu  beflimmen  wird,  auf  dem
Boden  des  Völletrechts  zu  lämpfen.  Was  das
Zugeständnis  seltt  betrifft,  so  erscheint  sicherlich
ein  Volk,  das  sich  mit  den  meisten  Großstaaten
der  alten  und  ältesten  Welt  seit  20  Monaten
in  einem  mit  beispielloser  Erbitterung  geführten
Krieg  befindet,  der  Welt  so  stark,  daß  es  nicht
der  Schwäche  beschuldigt  werden  kann,  wenn  es
all  das,  was  mit  seiner  Würde  und  seiner  Ehre
vereinbar  ist,  tut,  um  den  Bruch  zu  vermeiden,
der  auch  noch  die  letzte  Großmacht,  die  bisher
neutral  geblieben  war,  in  das  Lager  seiner
Feinde  treiben  würde.  Wenn  unsere  Feinde
diese  Tatsache  auch  niemals  eingestehen  werden,
so  sind  sie  doch  von  ihrer  Richtigkeit  überzeugt.
Zu  begrüßen  ist,  daß  Deutschland  seine  Zusage
von  der  Erfüllung  der  am  Schlusse  der  Antwort
ausgestellten  Gegensorderung  abhängig  macht;
und  wir  begrüßen  es  daß  die  Note  klar  zum
Auedruck  brinqi,  das  dies  ein  letzter  Versuch

lönnen.  Die  Erplosion  war  sehr  stork  und
weithin  hörbar.  Ein  paar  Bootskastten  in  der
#Kähe  gerieten  in  Brano  und  an  den  Hänsern
wurden  Fensterscheiben  zertrümmert.

Der  Luftangriff  auf  die  Grafschaft
Yorl.

.  i.  Nach  französischen  Berichten
  hat  der  Lust  iffangriff  über  die  Grasschaft
Vork  alle  seine  BVorgänger  an  Bedeutung  übertroffen.
  Nach  dem  „Petit  Parisien“  find  die
Schäden  in  orkshire  sehr  groß,  besonders  ist
die  Stadt  York  schwer  milgenommen  worden.
Zwei  Luftschiffse  umkreisten  beinahe  fünf  Viertelstunden
  unaufhörlich  die  Stadt,  die  Bomben
trajen  sehr  genau,  die  Abwehr'  war  sehr  ungenügend,
  weil  wegen  des  schlechten  Wetters
der  Besuch  unerwartet  lam.  Nur  der  Regen
rerhinderte  die  allzu  große  Ausbreitung  den
Brände.  Die  Umgebung  Vvorks,  wo  sich  große
industrielle  Anlagen  befinden,  litt  ebenfalls  empdli

  Die  Agence  Havas  meldet:  Nach
Berichten  des  Marschalls  French  sorderte  der
letzte  Luftschiffangriff  auf  Yorkfhire  36  Opfer,
darunter  9  Tote.  (Z.)

Genf,  5.  Ma

DTie  Zeppelin-Angriffe  auf  die
schottische  Küste.
NRotterdam,  5.  Mai.  Die  „Times“  meldet,
  daß  die  Zeppelinangriffe  gegen  die  schottische
  Küste  den  ganzen  Eisenbahnverkehr  lähm;

 

und  ein  gäußersten  eugeständnis“  ist.  as  «  »  «
amerilanische  Voll  muß  jetzt  darnach  sehen,  daß  en.  Sämtliche  Züge  wurden  stundenlang  zudie
  amerikanische  Regicrung  zu  einer  neutralen  rdgehalten,  bevor  sie  die  Fahrt  fortsetzen
Haltung  zurückkehrt.  lonnten.  (3.)

Asemelwes  vom  KReieg.  lien.

Die  englische  Wehrpflicht.  Die  Jerstörung  des  italienischen

Lon  don,  5.  Mai.  Das  Unterhaus  hat  das  Luftschiffes.

Dienstpflicht  gesetz  mit  328  gegen  30  Stimmen  Berlin,  5.  Mai.  Zu  der  Zerflörung  eines

in  zweiter  Lesung  angenommen.

Amsterdam,  5.  Mai.  Ueber  die  mulmaßliche
  Wirtung  der  Einführung  der  Webrpficht
in  England  auf  die  Kriegführung  urteilt  ein
neutrales  Blatl,  die  „Nieuwe  ran  den  Dag“
in  Amfsterdam,  8R  und  rerständig:  „Wenn  die
letzten  Zehn  ttausend  der  Verheirateten  ausgebildet
  und  eingereih:  find,  so  i#t  England  mit
seiner  großen  Neserve  fertig  und  lann  höchstens
noch,  wie  in  anderen  Ländern,  die  Altersgrenze
erhöhen,  aber  mit  den  unerschöpflichen  Hiilssquellen
  an  Gut  und  Blul,  mit  denen  die  englische
  Presse  in  den  eriten  Kriegemonaten  den
Mund  so  vroll  nahm,  ist  es  dann  aus.  Wenn
diese  Mafregel  kein  Heer  ergeben  sollte,  das
zur  Vernichtung  des  „preußisch  en  Militarismus“
nusreicht,  dann  ieirb  vielleicht  auf  seiten  der
Entente  die  Stimmung  gegenüber  dem  Erieden
etwas  anders  werden.“

Casement  zum  Tode  verurteilk.

Rotterdam,  5.  Mai.  Nach  hier  eingegangenen
  Londoner  Telegrammen  wurde  Sir
Noger  Casement  durch  das  Kriegsgericht  um
Tode  rerurleill.  Trotzdem  gilt  das  Schicksal
Casements  noch  .  unentschieden.  (3.)

.  !

Der  Kampf  zur  See.
„L20.

Staranger,  5.  Mai.  Der  Regimentskommandeur
  IIITIIIR
nachmittag  3  Uhr  das  Luftschiff  „I.  207“  ron
einer  Akteilung  Soldaten  beschienen,  so  daß
es  cxplodierte.  Es  hatte  nämlich  wegen  starlen
Windes  beftige  Bewegungen  zu  machen  begonnen
  und  lätte  sich,  wein  noch  stark  mit  Gas  gefüllt,
  leicht  losreizen  und  Schaden  anrichten

vaß  nicht  mehr  viel  Raum  in  omeinem  Herzen
bleibt  für  die,  die  ich  gern  habe.“

Er  neigte  sich  wieder  gegen  sie  vor,  ihr  tief
in  die  Augen  sehend,  und  sie  vergaßen  ihre
Umgebung  ganz.

AUnd  gerade  in  diesem  Moment,  da  sie  sich
so  schweigen  gegenübersaßen,  jeder  glücklich
durch  die  e  des  anderen,  glücklich,  dem
anderen  in  de  Augen  zu  nete  Ulücklich,  seine
Liebe  zu  fühlen  —  wurde  die  Portière  an  der

ür  des  Zimmers  zurück  ellagen  und  Herr
de  Raucourt  betrat  den  .  nicht
Snt  is  die  kleine  Julie  Wiicti  Urer  Muntter  begleitete


W7*s  Herta  wie  Eberhard  hatten  sich
erhoben.  Aber  gerade  die  Hast  ihrer  Bewegungen
  und  die  Verlegenheit,  die  sie  nicht
anz  zuverbergen  wußten,  schienen  den  eleganten
Fronzofen  mit  eijersüchtigem  Mißtrauen  zu  erfü
  warf  Eberhard  einen  nichts  weniger
als  “52  Blick  zu,  und  Herta  fühlte
ihr  Herz  hestig  schlagen  in  banger  Erwartung
der  kommenden  Minuten.  Sie  hatte  ja  noch
nicht  einmal  daran  gedacht,  Eberhard  von  den
Heiratsplänen  Raucourts  und  oon  dem  Eifer
des  Freiherrn,  sie  zu  unterstützen,  zu  erzählen.
Und  sie  kannte  die  Impulsivität  des  Geliebten;
es  war  gan  unberechenbar-  wie  er  benehmen
  würde,  wenn  der  Pnnzoe  in  seiner

egenwart  von  seinen  Absichten

Und  wenn  der  temperanmentchee  Herr.  de  de
Naucourt  unter  anderen  Umständen  viellelcht
in  Gegenwart  eines  Dritten  geschwiegen  haben
würde  —  die  Gereintbeit  der  Elfersucht  veranlaßte
  In,  *“  sprechen

Fräulein  —  melne  Eltern  werden
lich  6(G9  66  geben,  morgen  Herrn  von  Noitalienischen'“

  Luftschiffeo  meldet  das  „„Berlinr
Tageblat!“  aus  dem  Kriegepressequartier=  An
der  JIsonzofront  zertrummerte  ein  Lusiichiff  rom
hallstarre  Typ  der  italienischen  VOcceresterwaltung
  mit  80  Bomben  im  Gesamtgewicht
ron  800  Kilogramm  eine  einzige  Bretterbud:
auf  der  Höhe  von  Obeina.  Diese  Luftschiif
unternehmung  hatte  noch  weniger  Elück  in  den
Wippachmündung  bei  Mainina.  Indem  dae-Luftschiff
  die  Isomostellung  Überquerte,  nahm
es  längs  der  Adria  seinen  Kurs  auf  Laidad!
und  Sallockh,  ohne  freilich  mit  seinen  Bomben.
würfen  Schaden  anzurichten.  Als  cs  auf  seiner
Rüdfahrt  wieder  die  Isonzostellungen  passiere#:
wollte,  verlegte  ihm  das  Sperrfeuer  zahkreicher
k.  u.  k.  Batkerien  den  Außerdem  wat
eine  Anzahl  österreichisch  ungarischer  Kamp'
flieger  zur  Verfalgung  aufgestiegen.  Vergebliä,
suchte  sich  der  siltergraue,  walfischplum'e  Ge
selle  den  vielen.  lleinen  Foktern  zu  en  ziehen.)
Die  doppelt  so  schnellen  Kampfmaschinen  uberslogen
  ihn;  bei  Dornberg  gelang  es  einem  von
ihnen,  ihn  mit  Maschinengewehrseuer  anzu
gehen.  Brennend  stürzte  der  lenkbare  Balloz
auf  den  Görzer  Ererzierplatz  binab.  Aus  den
rerkohlten  Resten  wurden  die  Leichen  der  vie:
Insassen  geborgen.  Dies  ist  das  dritte  vernid-.

lete  italienische  #  Luftick  iff.  Von  den  beiden  au
deren  wurde  die  „Citta  di  Ferrara“  ebenfalle
von  Fliegern,  nämlich  zwei  Marinefliegern,  al.
geschossen.  Während  so  die  österreichisch  ungart
schen  Jagdslieger  einen  neuen  Alänzenden  Er
solg  errangen,  brachte  ein  Geschwader  ron  Landdoppeldeckern
  den  großen  feindlichen  Lagernlan
bei  Villesse  durch  zadlreiche  Bombentreffer  in
Aufruhr  und  lehrte  dann  in  fortwährenden
Lustlampf  min  den  alarmierten  italienische
Jagdfliegern  und  Großkampfslugzeugen  rol!
zählig  und  und  ersehrt  zurück.

minger  rsen  um  er  #  —  und  vor
allem  bei  Ihnen  den  Fursprecher  für  mich  1
machen.  „Dari  ich  hoffen,  daß  sie  Gehör  finden
werd
ash  sah  Herlo  bei  diesen  Worten
zu  Eberhard  hinüber.  und  dem  ihrn
Raucourts  entging  dieser  B  icht.
bleichte,  und  gegen  girar  gewenden,  ale
ohne  ihn  anzuseben,  sagte  e
„Ich  glaubte,  Herrn  bvon  Rominger
Nitter  der  ’im  dringen  gu  finden.
Eine  beabichtigte  oder  unbeal  sichtigte  Indiskretion
  kirgendeines  der  Beteiligten  hatte
ostenbar  die  Pläne,  die  der  Freiherr  in  bezug
auf  Eberhard  und  die  Komtesse  verfolgte.  hekanmn
werden  lassen.  erta  fürchtete  einen  Zornesausbruch
  des  Geliebren,  und  flehend  sah  sie  ihn
an.  Aber  er  fühlte  lich  nicht  einmal  sonderlich
gereigt.  Die  augenscheinliche  Eifersucht  de  dan
courts  bereitete  ihm  im  Gegenteil  n  nicht
anz  selbstloses  Vergnügen.  Seine  Antwort
reilich  hiel  trotz  allem  nicht  gans  so  schlimm  aus,
wie  ia  es  gefürchlet  ha
e  scheinen  etiwas  1e  in  Ihren  Ver-Fuuser
  Herr  de  Rancourt!“  sagle  er.  „Die
Komtesse  ist  eher  in  der  Lage,  morgen  öhre
Eltern,  anzuhören,  als  Fräulein  Leuend  #rl.“

e  Art,  wie  er  das  sagte,  lich  kaum  einen
Jweisek  darüber  zu,  wie  seine  Worte  gemeint
waren.  Und  de  Naurourf  ließ  ssch  jetzt  vollends
von  seiner  Erregung  fortreißen.

„Ahl  —  So  sind  Sie  mein  RNebenbuhler!“
zat  *  heftig.  „Und  ohne  daß  der  Freiherr
es  wei

Herta  fürchtete,  daß  Eberhard  noch  deutlicher
werden  würde.  Und  hasiig  mischte  sie  sich  eln.

2  A.  A.(Fortsetzung  folgt.)

als