Reichsgerichtliche Entscheidungen. 155
deren Pfändungs-Verkaufs. Bezieht sich 5 710
der CPO. auch auf Hypothekrechte? Die Revision
konnte nicht für begründet erachtet werden. Artikel 524
a. a. O. bestimmt allerdings, daß diejenigen Gegenstände,
welche der Eigenthümer eines Grundstücks „pour le service
et Pexploitation de ce fonds“ auf dasselbe gebracht
hat, vermöge ihrer Bestimmung als unbewegliche
Sachen anzusehen seien. Aber diese Vorschrift trifft nur
solange zu, als die Gegenstände der ihnen vom Eigenthümer
gegebenen Bestimmung gemäß mit dem Grundstück
verbunden bleiben. Dieselben erlangen ihre Eigenschaft
als bewegliche Sachen sofort wieder, wenn die erwähnte
Verbindung aufgehoben wird, insbesondere wenn
sie getrennt von dem Grundstück verkauft und in Folge
dieser Verfügung vom Grundstück entfernt worden sind.
Dies ist aber im vorliegenden Falle gescheben, da die
Zubehörstücke, auf deren Erlös sich der Streit unter
den Parteien bezieht, als bewegliche Sachen gepfändet
und gemäß §8§ 716 ff. der CPO. verkauft worden sind,
in Folge dessen sich aber nicht mehr auf dem in Frage
stehenden Grundstück befinden. Bei dieser Sachlage
kann es dahin gestellt bleiben, ob die Klägerin, wie der
erste Richter angenommen hat, auf Grund der ihr zustehenden
Hypothek an sich befugt gewesen wäre, der
Mobiliarpfändung zu widersprechen und den Verkauf
der gepfändeten Gegenstände auf dem im § 690 der
C PO. vorgesehenen Wege zu verhindern, oder ob dieselbe,
wie das Berufungsgericht ausgeführt hat, erst durch die
Beschlognahme des Grundstückes selbst das Rechte erlangt
haben würde, gemäß § 690 gegen die Zwangsvollstreckung
auf dem Wege der Klage insoweit Widerspruch zu erheben,
als die Pfändung der ihrer Hypothek unterworfenen
Gegenstände in Frage stand. Auch wenn man sich
auf den von dem ersten Richter eingenommenen Standpunkt
stellt, kann die Klägerin heute nicht mehr geltend
machen, daß es sich um den Erlös von unbeweglichen