54 Landwehrfamilien (Unterstützung von) — Landwirtschaftliche und Grundeigentumsstatistik
Aufgebots übernommen und sich durch reges II. Als Nebenbetriebe kommen für die
Interesse für den Dienst hervorgetan haben Landwirtschaft besonders Brennereien, Meie-
(KabO. vom 28. Juni 19066 — A#l. 270)./reien, Zucker= und Stärkefabriken und Mühlen,
Gleiche Bestimmungen gelten für die Marine für die Forstwirtschaft Schneide-- und Säge-
(Anl. 12 zu § 48 Marineordnung). mühlen und sonstige Holzverarbeitungsanstalten
· - in Betracht. Wenn diese Nebenbetriebe nach
F # dyt ba #. ies nerstuh 16 von) ua Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise
„ „ eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern, ist der
Landwirtschaftliche Angelegenheiten (Mini- ugerch nach gel 7, ! 3 HG#. ¾) erech ies gt,
sterium für) s. Ministerium für Land= aber nicht verpflichtet, die Eintragung
wirtschaft usw. seiner Firma in das Handelsregister herbei-
Land= und forstwirtschaftliche Betriebe. zuführen, und der Betrieb gilt nur dann als
I. Der Betrieb der Land= und Forstwirtschaft ist Handelsgewerbe, wenn der Unternehmer von
kein Gewerbebetrieb im Sinne der Gew O. Dies dieser Befugnis Gebrauch gemacht hat. Im
gilt auch von den land= und forstwirtschaftlichen übrigen s. Nebenbetriebe, auch Vor-
Nebenbetrieben (s. d., Gewerbeordnung ausleistungen zum Wegebau II.
III). Gewerbliche Anlagen, die mit dem Haupte Landwirtschaftliche Kranken= und Unfall-
oder Nebenbetrieb verbunden sind (Stauanlagen versicherung s. Unfallversicherung
für Wassertricbwerke, Dampfkesselanlagen uff.), für Land-- und Forstwirtschaft.
unterliegen aber den allgemeinen für diese An. Landwirtschaftliche Lehranstalten s. Land-
lagen geltenden Bestimmungen (s. Gewerb= wirtschaftlicher Unterricht.
liche Anlagen I). Die Betriebe unterschei. Landwirtschaftliche und Grundeigentums-
den sich sowohl nach der Größe (dem Umfange) # statistik. Auf dem Gebiete der landwirtschaft-
wie nach ihrer Art. Der Größe nach kann man lichen Verwaltung finden, abgesehen von der
unterscheiden Klein betriebe (Parzellen= Fleischbeschau-(Schlachtvieh-) Vieh-
besitz, Arbeiterstellen), d. h. solche, deren Ertrag seuchen = und der Genossenschafts-
für den Lebensunterhalt des Besitzers nicht aus= statistik (s. die betreffenden Artikel), folgende
reicht, so daß er auf Nebenerwerb angewiesen statistische Erhebungen statt: 1. Landwirt-
istimittlere Betriebe (bäuerliche Stellen schaftliche Berufs= und Betriebs-
der verschiedenen Art), d. h. selbständige Unter-statistik. Für das Reich ausgenommen in
nehmungen, sei es, daß sie vom Besitzer und Verbindung mit der Berufs= und Gewerbe-
seiner Familie selbst bewirtschaftet werden zählung zuletzt auf Grund des G. vom 25. März
können oder die Zuhilfenahme fremder Arbeits-1907 (Roel. 87), wobei auch die Forstbetriebe
kräfte für die Bewirtschaftung erfordern, und mit ermittelt sind. Ergebnisse in „Statistik
Großbetriebe (Güter, Rittergüter, Herr= d. Deutschen Reiches“ Bd. 212, vgl. Statist. Jahrb.
schaften). Gegen die mittleren Betriebe grenzen für d. Preuß. Staat 1910, 63 ff. 2. Statistik des
diese sich dadurch ab, daß bei ihnen der Besitzer Grundeigentums und der Gebäude.
(Eigentümer oder Pächter) sich auf die Lei= Für Preußen seit 1860 erhoben, ursprünglich
tung des Wirtschaftsbetriebes beschränkt, aber zu dem Zwecke, den Einfluß der Agrargesetz-
nicht körperlich mitarbeitet. Innerhalb der Groß-, gebung auf den Bestand an Bauerngütern
betriebe unterscheiden sich die Güter (Ritter= (spannfähigen Nahrungen) festzustellen. Letzte
güter) von den Herrschaften (Latifundien), die Erhebung 1895/98. Ergebnisse in der „Preuß.
ersteren bilden wirtschaftliche Einheiten, die Statistik“, Heft 146. 3. Statistik der Fidei-
letzteren sind Komplexe von Gütern, die land-kommisse. Für Preußen seit 1896 erhoben,
wirtschaftlich nicht mehr von einer Stelle aus die Ergebnisse werden alljährlich in der Zeit-
bewirtschaftet werden können, sondern in ver= schrift des Preuß. Statist. Bureaus (jetzt Preuß.
schiedene, von selbständigen Verwaltern oder Statist. Landesamts) veröffentlicht. Zusammen-
von Pächtern geleitete Wirtschaftseinheiten zer= stellung nach dem Stand von 1907 im Statist.
fallen. Diese Unterschiede sind nicht in be-Jahrb. für d. Preuß. Staat 1910, 46. 4. Statistik
stimmten Flächengrößen darstellbar, weil Boden= des Besitzwechsels an Grundstücken.
beschaffenheit und Wirtschaftsart in den ein= In Preußen seit 1896 erhoben für land= und forst-
zelnen Gegenden zu verschieden sind, es gibt wirtschaftliche Grundstücke von mindestens 2 ha
Bauernhöfe von 250 ha und Rittergüter von Größe. Ergebnisse in der „Zeitschrift", Zusammen-
100 ha. Auch die Grundsteuereinschätzung gibt stellung f. 1896—1907 im Statist. Jahrb. für d.
keinen brauchbaren Maßstab. Die Gesetzgebung Preuß. Staat 1910, 54. 5. Statistik des Besitz-
kennt deshalb keine allgemeine Unterscheidung wechsels in den Ansiedlungspro-
der Betriebe nach Größe oder Wert. Das gilt vinzen bezüglich der Nationalität der Be-
auch von den forstwirtschaftlichen Betrieben, die teiligten, seit 1896 erhoben. Ergebnisse für
ihrer Natur nach eine bestimmte Größe haben 1896—1907 im Statist. Jahrb. für d. Preuß.
müssen (vgl. G. über gemeinschaftliche Holzungen Staat 1910, 57. 6. Statistik der Hypo-
vom 14. März 1881 § 2). Nach der Art des thekenbewegung, für Preußen. Sie bezieht
Betriebes unterscheidet man Acker--, Wiesen-, sich auf die jährlichen Eintragungen und Löschungen
Weidewirtschaften, auch Getreide= und Viehwirt-= für ländliche und städtische Bezirke, wobei als
schaften. Forstlich ist hauptsächlich nur der städtische auch solche auf dem Lande belegene
Eichenschälwald als besondere Betriebsart her-Gemeinde= und Gutsbezirke behandelt sind,
vorzuheben, die sonstigen Unterscheidungen (Plän= in welchen die Grundstückswerte durch andere
terbetrieb, Kahlschlagwirtschaft, Hochwald, Nie-Momente als den Betrieb der Landwirtschaft
derwald) haben vorzugsweise forsttechnische Be= bedingt werden. Ergebnisse alljährlich in der
deutung. „Zeitschrift". Zusammenfassende Darstellung für