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Gebärmutier fühlt, um sich zu überzeugen, daß sie sich gehörig zusammengezogen
habe, und daß nicht etwa noch ein zweites Kind in
ihr enthalten sei.
Findet fie Alles in Ordnung, und ist inzwischen der Puls in der
Nabelschnur schwächer geworden, oder gänzlich erloschen, so schreitet
sie nun zur Abnabelung des Kindes. Sie unterbindet die Nabelschnur,
etwa 4 Querfinger breit vom Nabel, mit einem ungefähr ⅛/
Centimeter breiten Leinenbande, indem sie auf der einen Seite einen
einfachen Knoten, auf der anderen einen Knoten mit Schleife macht,
und durchschneidet sie mit der Nabelschnurscheere, etwa 2 Centimeter weit
von der unterbundenen Stelle. Niemals darf sie Wollengarn, oder
ein schwächeres Band zur Unterbindung nehmen. Ze dicker die Nabelschnur
ist, um so fester muß sie den Knoten anziehen, da sonst
leicht das Band sich lockern, und eine Nachblutung entstehen könnte;
eine dünne Schnur dagegen könnte bei zu festem Anziehen durchgebunden
werden. Beim Unterbinden muß die Hebamme Sorge tragen,
daß weder der Nabel des Kindes, noch der Mutterkuchen gezerrt werde.
Dies kann besonders leicht bei einem zu starken Anziehen des Bandes
geschehen, wobei dieses selbst auch wohl zerreißen könnte. Daher
darf die Hebamme nicht auf gewöhnliche Weise mit der Kraft des
ganzen Armes ziehen, sondern muß blos durch das Gegeneinanderdrücken
der Knöchel ihrer Hände den Zug verstärken. Bei der Durchschneidung
der Nabelschnur muß sie die zu durchschneidende Stelle
so in ihrer Hohlhand halten, daß die Glieder des Kindes, auch bei
plötzlichen Bewegungen, gegen jede Verletzung durch die Scheere gesichert
sind.
Eine doppelte Unterbindung der Nabelschnur, worauf man sie
zwischen beiden Unterbindungen durchschneidet, ist bei einer einfachen
Geburt für das Kind unnöthig und hat nur den Vortheil, daß eine
Verunreinigung des Bettes durch das aus dem nicht unterbundenen
Ende erwa abfließende Blut vermieden wird.
ß. 116.
Nachdem die Hebamme das Kind abgenabelt hat, wickelt sie es
in ein warmes Tuch und übergiebt es einer verständigen Frau, oder
legt es, wohl zugedeckt, an einen sicheren Ort, um sich nochmals zu