Albertinische Linie — Albrecht. 5
von Sachsen, geb. 23. April 1828, Sohn
des Königs Johann und der bayrischen
Prinzessin Amalie, studierte zu Bonn,
nahm 1849 am Feldzugin Schleswig-Hol-
stein teil und avancierte später zum Kom-
mandeur der sischen Infanterie. Im
Felbzug von 1866 führte er zunächst unter
dem Oberbefehl des österreichischen Gene-
rals Clam-Gallas die sächsische Armee und
kämpfte bei Gitschin und Königgrätz. Bei
der Gründung des Norddeutschen Bundes
trat er als kommandierender General des
12. (sächfischen) Armeekorps in das Bun-
desheer ein. Im Feldzug gegen Frankreich
1870 führte er sein Korps bei Gravelotte,
übernahm dann den Oberbefehl über die
aus dem Gardekorps, dem sächsischen und
dem 4. Armeekorps gebildete vierte Armee
und nahm an der Schlacht bei Sedan her-
vorragenden Anteil. Schließlich beteiligte er
sichan der Belagerung von Paris und wurde
nach Beendigung des Kriegs zum General-
feldmarschall und Inspekteur der 1. Armee-
inspektion ernannt. Er folgte seinem Va-
ter 29. Okt. 1873 in der Regierung. Seit
1853 lebt er mit der Prinzessin Karoline
(Carola, Tochter des verstorbenen Prin-
zen Gustav von Wasa, in kinderloser Ehe.
Albertinische Linie, die jüngere Linie
des sächsischen Herrscherhauses, welche von
Albrecht dem Beherzten, Herzog von Sach-
sen 1500), dem Alüngern Sohn des
Kurfürsten Friedrich II., des Sanftmüti-
gen, gestiftet wurde und durch Moritz (s. d.)
die sächsischen Kurlande 1547 erhielt. Ihr
Lbort. P2oächs che Königshaus an; s.
achsen
Alboin, König der Langobarden und
Stifter des langobardd. chen Reichs in Ita-
lien, führte 568 sein Volk über die Alpen,
angeblich einem Ruf des byzantinischen
Statthalters Narses folgend, der sich mit
dem Kaiser Justinus und dessen Gemah-
lin Sophie entzweit hatte. Die bisherigen
Wohnsitze seines Volksin Pannonien über-
ließ er den Avaren. In Oberitalien fand
er den größten Widerstand bei Pavia, wel-
ches erst nach einer Belagerung von mehr
als drei Jahren erobert werden konnte.
Inzwischen gelang ihm noch die Unter-
werfung eines Teils von Mittelitalien.
Schon 573 fand A. ein frühes Ende durch
die Hand eines Mörders, den seine Ge-
mahlin Rosamunde (s. d.) zur Ausfüh-
un dieser Frevelthat gewonnen hatte.
brecht. übersicht:
Deutsche Kaiser (1, 2)| Preußen, Herzöge (8, 9)
Brandenburg (68—0) „ Prinzen (10,11)
Osterreich (7) Thüringen 2c. 12
Deutsche Känige:
1) A. I., Herzog von Österreich,
geboren zwischen 1. und 1254, ältester
ohn Nudolfs von Habsburg aus dessen
erster Ehe mit Gertrud, Gräfin von Hohen-
berg, wurde 1282 Herzogvonsterreich und
Steiermark. Nachdem Tode des Vaters, der
ihm vergeblich die Nachfolge zu sichern ge-
sucht hatte, wurde er bei der Königswahl
übergangen; doch unterwarf er sich, wenn
auch widerwillig, dem neuen König, Adolf
von Nassau. Der Plan, diesen zu stürzen,
entstand im Jui 1297 in Prag bei Gele-
Eenheit der Krönung König Wenzels von
Böhmen. Adolf wurde 23. Juni 1298
von den Kurfürsten zu Mainz abgesetzt
und 2. Juli bei Göllheim (s. d.) von A. be-
siegt und daselbst getötet. A., dem schon 23.
Juni die Kurfürsten die Krone angeboten
hatten, ward 27. Juli in Frankfurt zum Kö-
nig gewählt und in Aachen gekrönt. Wäh-
render in betreff Meißens und Thüringens
die von seinem Vorgänger eingeschlagene
Bahn verfolgte, schloßer sich an Frankreich
an, mit dessen König Philipp IV., dem
Schönen, er 8. Dez. 1299 bei Vaucouleurs
(in der Nähe von Toul)zusammenkam und
ein Bündnis vereinbarte. Dasselbe wurde
durch die Verlobung seines Sohns Rudolf
mit Philipps Schwester Blanca besiegelt.
Die Annäherung Albrechts an Frankreich
warauch befördert worden durch das feind-
selige Verhältnis, in welchem beide Könige
um Papst Bonifacius VIII. standen. Die-
"er hatte A. die Anerkennung verweigert
und suchte das Zerwürfnis, welches da-
mals zwischen diesem und den rheinischen
Kurfürsten entstand, auszubeuten. A. be-
trieb nämlich die Wahl seines Sohns Ru-
dolf zum deutschen König, worin jene einen
Veisüch, die Kroneerblich zu machen, sahen.
Doch vergebens versuchten sie dem König
das Schicksal seines Vorgängers zu be-
reiten. A. besiegte 1301 mit Hilfe der
Städte den Pfalzgrafen, der sich den geist-