6 Albrecht (Könige).
lichen Kurfürsten angeschlossen hatte, und
* auch diese dazu, um Frieden zu
itten, den sie gegen Verzicht auf die Rhein-
zölle erhielten. Als dann 1302 auch der
Parst sich A. näherte, löste dieser sein
Bündnis mit Philipp, gestand zu, daß das
abendländische Kaisertum von den Grie-
chen auf die Deutschen und das Wahlrecht
den Kurfürsten vom Papst übertragen sei,
und hach, daß er den Primat des rö-
mischen Stuhls gegen jedermann schützen
werde. Inzwischen war A. auf Vermeh-
rung seiner Hausmacht bedacht gewesen.
Sein Versuch, die Grasschaft Holland ein-
zuziehen, war 1300 gescheitert; dagegen
wang er 1305 den König Wenzel III. von
Bohmen zum Verzicht auf Meißen, worin
dessen Vater zum Statthalter ernannt
worden. Als Wenzel 1306ermordet wurde,
ließ A. seinen Sohn Rudolf daselbst zum
König wählen. Sugseich unternahm er
einen Krieg gegen Friedrich und Diezmann,
die Söhne des Landgrafen Albrecht von
Thüringen; doch wurde sein Heer bei Lucka
(im Nordwesten von Altenburg) 1307 ge-
schlagen. Unmittelbar darauf starb sein
Sohn Rudolf; Heinrichvon Kärnten wurde
in Böhmen zum König erhoben und be-
hauptete sich gegen Albrechts Heer (1307).
Bevor dieser den Feldzug erneuern konnte,
wurde er 1. Mai 1308 unweit der Habs-
burg an der Reuß von seinem Neffen Jo-
hann (Parricida), dem er das Erbteil sei-
ner Mutter, einer böhmischen Prinzessin,
verweigert hatte, und den Rittern Walther
v. Eschenbach, Rudolf v. Palm, Rudolfv.
Wart u. a. überfallen und ermordet. Be-
kanntlich verlegt die Tell. Sage die Erhe-
bung der Urkantone in die Zeit Albrechts,
doch ist in gleichzeitigen Schriften davon
nichts bekannt. A. war mit Elisabeth von
Tirol vermählt, die ihm sechs Söhne und 1134
mehrere Töchter gebar. Vgl. Kopp, Ge-
schichte der eidgenössischen Bünde (Bd. 3,
Abt. 2: König A. und seine Zeit, 1862).
5r A. II., als Wieg von Osterreich
A. V., geb. 10. Aug. 1397, aine Al-
brechts IV. und der bayrischen Prinzessin
Johanna, folgte seinem Vater 1404 unter
Waemunzscht seiner Oheime als Herzog
von Osterreich. Früh schloß er sich König
Siegmund an, der ihn mit seiner Tochter
und Erbin Elisabeth verlobte. An mehre-
ren Kreuzzügen gegen die Hussiten nahm
nun A. teil und wurde von Siegmund,
dessen Schwiegersohn er 1422 ward, mit
Mähren belehnt, das er jedoch erst un-
terwerfen mußte. Nach Siegmunds Tod
(1437) wurde er von den Ungarn zum Kö-
nig erwählt, aber in Böhmen erklärte sich
die nationale Partei gegen seine Wahl, er-
hob den polnischen Prinzen Kasimir zum
König, und wenn sich A. auch 1438 in Prag
krönen ließ, ß gelanz, es ihm doch nicht,
die feindliche Partei, die durch ein polni-
sches Heer unterstützt wurde, zur Unter-
werfung zu Wingen Dagegen war er
18. März 1438 von den Kurfürsten zum
deutschen König erwählt worden und nahm,
nachdem die ungarischen Stände, wie sie
es sich vorbehalten hatten, eingewilligt, die
Wahl an. Sofort schickte er sich, durch
seinen Kanzler Kaspar Schlick unterstützt,
an, den Landfrieden zu sichern, wurde aber
durch den Einfall der Türken in Sieben-
bürgen bewogen, zunächst sein Augenmerk
auf den Schutz Ungarns zu richten. Mit
einem Heer rückte er 1439 den Türken ent-
gegen, erkrankte aber an der Pest und starb
auf dem Rüchuz nach Wien in Langen-
dorf 27.Okt. 1439. Erhinterließ zwei Töch-
ter; sein Sohn Ladislaus (Posthumus)
wurdeerst 1440 geboren. Vgl.Kurz Oster=
reich unter König A. II. (1835, 2 Teile).
Brandenburg.
3) A. (Adalbert) I., der Bär oder
der Schöne, Begründer des askanischen
Hauses in der Mark Brandenburg, Sohn
des Grafen Otto des Reichen von Ballen-
stedt und Eilikas, der Tochter des Herzogs
Magnus von Sachsen, um 1100 geboren,
erbte nach dem Tod seines Vaters (1123)
dessen zahlreiche Besitzungen und wurde
von Kaiser Lothar, dem er treue
Dienste geleistet hatte, zu Halberstadt mit
der Nordmark belehnt. Dieselbe umfaßte
damals fast nur das Gebiet auf dem linken
Elbufer (die sogen. Altmark) und einen
Strich bis zur Havelmündung und zum
Plaueschen Kanal. Aber A. entriß den
iutizen 1136 die Pieen und erhielt
vom Fürsten der Heveller, Pribislaw, der
Christ wurde, die Zauche (die Gegend des
heutigen Treuenbriezen) nebst der Zu-