Full text: Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

8 Albrecht (Brandenburg). 
als Reichsfürst gewährt das sogen. »Kai- 
ferüche 2 rre emmlung seines 
iplomatischen Brie els (herausgeg. 
in 2 Teilen 1850). Vgl. Franklin, A. 
Achilles und die Nürnberger (1866). 
) Markgraf von Brandenburg, Erz- 
bischof von einz und von Magdeburg, 
eb. 28. Juni 1490, tweiter Sohn des 
irfürsten Johann Cicero von Bran- 
denburg und der sächsischen Hrinzessin 
Margarete, widmete sich dem geistlichen 
Stand, wurde Domherr 4 Maing und 
u Trier und 1513 Erzbischof von Mahde- 
urg und zugleich Administrator des Bis- 
tums Halberstadt. Schon 1514 erfolgte 
seine Wahl zum Erzbischof von Mainz. 
Um die Kosten des Palliums (des wei 
wollenen Schulterkragens, dessen Besitz 
den Erzbischöfen die geistliche Gerichtsbar- 
keit verlieh, aber teuer erkauft werden 
mußte) zu ersetzen und die dem Papst zu- 
kommen 
während der letzten Vakanz bezahlen zu kön- 
nen, machte er eine Anleihe bei dem Haus 
Fugger und erhielt zur Wiedererstattung 
derselben von Papst Leo X. die Hälfte der 
aus dem Verkauf des Ablasses in Deutsch- 
land einkommenden Gelder überwiesen. 
Indem er nun Ablaßprediger, darunter 
den bekannten Tezel, aussandte, veran- 
laßte er Luthers 95 Thesen wider den Ab- 
laß (1517), obwohl der große Reformator 
wunächst noch von dem als freifinnig be- 
annten Kirchenfürsten, dem Gönner Ul- 
richs v. Hutten, Unterstützung gegen die 
römische Kurie erwartete. Doch der Papst 
gewann A. durch Verleihung der Kardi- 
nalswürde 1518, konnte ihn aber nicht 
bewegen, die Wahl des französischen Kö- 
nigs Franz I. zum Kaiser zu befördern, 
da Karl von Spanien den ehrgeizigen A. 
durch das Versprechen, ihm die Würde 
eines päpstlichen Legaten in Deutschland 
zu verschaffen, für sich gewann. Alsdaun 
trat A. aus seiner Zurückhaltung Luther 
egenüber heraus, duldete, daß dessen 
S riften in Mainz verbrannt wurden, 
und überließ Hutten den Angriffen seiner 
Widersacher. Noch mehr wurde ihm die 
neue Lehre verhaßt, als der Bauernkrieg, 
den er mit jener in Verbindung brachte, 
auch die Grenzen seines Sprengels über- 
schritt. Deshalb wies er auch die Zumu- 
tung von sich, gleich seinem Vetter, dem 
Hochmeister Albrecht, sein Erzstift in ein 
weltliches Rürstentum l verwandeln. 
Obgleich er ein reges Gefühl für die Wohl- 
fahrt des Reichs hatte und die religiösen 
Gegensätze zu mildern suchte, um den Ge- 
fahren des Türkenkriegs kraftvoll begeg- 
nen zu können, so veranlaßte ihn doch die 
Einigung der protestantischen Fürsten im 
Schmalkaldischen Bund, an die eigne 
Sicherheit zu denken. Desyhalb schloß er 
1533 mit seinem Bruder Joachim I. von 
Brandenburg und mehreren katholischen 
Hürsten Norddeutschlands in Halle einen 
und zugegenseitiger Unterstützung. Nach- 
demersichvergebens bemüht hatte, den Ab- 
fall seines Neffen Joachim II. von Bran- 
denburg vom katholischen Glauben zu 
verhindern, sah er sich 1541 genötigt, seine 
gelieste Residenz Halle zu räumen, weil 
ie Stände des Erzbistums Magdeburg 
sich für Luthers Lehre erklärten. Fortan 
bekämpfte er dieselbe mit Entschiedenheit, 
und wenn er auch die Ausgleichung der 
Gegensätze von dem künftigen Konzil er- 
wartete, so war des Kaisers damalige 
Milde gegen die Protestanten nicht nach 
seinem Sinn, vielmehr traf er mit den 
katholischen Fürsten für den Fall des Aus- 
bruchs eines Kriegs gegen die Ketzer vor- 
läufige Verabredung. Er starb aber schon 
24. Sept. 1545 in Aschaffenburg. Vgl. H. 
Bennege A. von Brandenburg, Erzbi- 
65 von Mainz und Magdeburg (1858). 
6) A., genannt Alcibiades, Markgraf 
von Baireuth, geb. 28. März 1522, Sohn 
des Markgrafen Kasimir und der bayri- 
schen Prinzessin Susanne, folgte nach 
dem frühen Tod seines Vaters diesem un- 
ter Vormundschaft seines Oheims Georg 
und erhielt bei der Teilung der fränkischen 
Lande 1541 die Mark #schest Baireuth 
(Kulmbach). Er trat früh in den Dienst 
des Kaisers und gewann die Freundschaft 
des Herzogs Moritz von Sachsen. Um mit 
Hilfe des Kaisers die ihm bestrittene Vor- 
mundschaft über seinen Vetter Geor 
Friedrich von Ansbach zu erlangen, . 
er jenem im Schmalkaldischen Krieg, 
wurde 1547 bei Rochlitz gefangen, jedoch 
bald darauf durch den Sieg bei Mühlberg