Full text : Über Ursprung und Fortbildung des bayrischen Landes-, Haus- und Reichs-Wappens

des  boperifchen  Landes:  ,  Gauss  und  Reiche  »  Wappens.  1

Tod  diefes  Herzogs  aus  dem  Eppenfteinifchen  Haufe.  Der  neue
Herzog  aus  ortenburgifhem  Stamm  ftarb  aber  fhon  ı.  %.  1130
ohne  Nahfommen,  und  überließ  feinem  Bruder  Engelbrecht  1.
von  Ortenburg  und  Rrayburg  das  Herzogthbum,  Diefer,  der  eine
Tochter  des  Grafen  Ulrih  von  Pütten  aus  dem  Haufe  Formbad)
geehelicht  hatte,  wurde  i.  %.  1135  Mond  zu  Seon  und  ftarb
1142.  Er  hatte  4  Eohne,  Ulrich  1,  Engelbert  IV.,  Hartwid),
Bifhof  von  Negensburg  und  Napoto.  Ulrich  I.  wurde  41435  Her:
z0g  in  Kärntben,  Engelbert  IV.  erfchien  1130  ald  Markgraf  von
Sitrien,  auch  genannt  Markgraf  von  Graiburg  (Kraiburg,  Mars
quartftein  und  Beuern),  Hartwig  wurde  Bifchof  von  Regensburg,
Rapoto  aber  wurde  Stifter  einer  neuen  graäflich  Ortenburgifchen
Linie  in  Bayern,  da  die  Linie  Siegfrieds  fehon  mit  feiner  Per:
fon  erlofchen  zu  feyn  fohien.  I  Ulrich  erzeugte  wahrfcheinlich  mit
einer  Tochter  des  Markgrafen  Hermann  von  Baden  die  Eöhne
Heinrih,  Hermann  und  Ulridy,  wovon  erfterer  Herzog  von  Kärnthen
  murde,  aber  4461  erirank,  und  feinen  Bruder  Hermann  zum
Nachfolger  im  Herzogthume  hatte,  der  mit  feiner  zweiten  Gemabhs
lin  Ugnes,  Rochter  des  Herzogs  Heinrich  Safomirgott  in  Defter;
reich,  mehrere  Söhne  gewanın,  wovon  Ulrich  II.  von  1481  bie  1202,
und  Bernhard,  vermählt  mit  YZuta,  Tochter  des  K.  Praemißel
Dttofar  IT,  von  Böhmen,  bie  4256  Herzoge  von  Kärntben  waren,
Lepteren  folgte  fein  Sohn  Ulridy  II.,  der  um  4270  ohne  männ:
Iihe  Nachkommen  verftarb,  obwohl  er  zwei  Frauen  hatte,  nämlich
Agnes,  des  Herzogs  Otto  von  Meran  Zodhter,  von  der  fih  9.
Sriedrih  der  Streitbare  hatte  fcyeiden  laffen,  und  WUgnee,  des
Markgrafen  Sriedrih  von  Baden  Zochter,  und  fein  Herzogthum
dem  König  Otte  von  Böhmen  vermachte,  meihes  Vermädhtnif
aber  wegen  Widerfprudh  feines  Bruders  Philipp,  des  Patriarchen  von
Aquileja,  der  fich  einige  Zeit  ald  Herzog  behauptete,  erftvor  feinem  i.  5,
1279  erfolgten  Tod  in  Erfüllung  ging.  Aus  diefer  alfo  erlofchenen
Kärntherlinte  des  HaufesDrtenburg  if  namentlich  von  Herzog  Bern:
hard  bekannt,  daß  er  den  Panther  ım  Siegel  hatte.  Es  Fommt
namlich  von  ihm  ein  Siegel  vor,  worin  ein  rechtöfehender  Neiter
abgebildet  ift,  der  in  der  linken  Hand  einen  Schild  mit  einem

 

1)  mM.  f.  Aufihberg,  Gefhichte  des  Sefammthaufes  Ortendburg.  Sulzbach  1828.