392 Neuere oberſtrichterliche "Erkenntniſſe,
ſucht, noch ihm nach Jägerart nachgeſtellt, noc< ihn
auch zum Zwecke der Okfupation erlegt, ſondern dadurch,
daß er das getödtete Thier nicht an ſich nahm,
gezeigt, daß es ihm nicht um Jagdausübung, ſondern
lediglic) um den Schuß des Eigenthums ſeines
Vaters zu thun war.
“ Beim Mangel der erwähnten Abſicht fällt die
Handlung des Beſchuldigten nicht unter die für die
Ausübung der Jagd beſtehenden geſekßlihen Vorſchriften,
da ein Akt der Jagdaus8übung ohne den
darauf gerichteten Vorſaß überall nicht denkbar iſt.
Erk. vom 6. Dezember 1879 UB., Nr. 557.
ET. Polizeiſtrafgeſetßbuch.
Art. 94. Zu dieſer Geſeßesſtele hat der
Magiſtrat der Stadt R. am 27. Juli 1877 eine.
ort8polizeiliche Vorſchrift erlaſſen, inhaltlic) welcher
ungegerbte Häute nicht innerhalb bewohnter. Häuſerquartiere,
ſondern nur in Räumen gelagert werden
dürfen , welche allſeitig iſolirt und von bewohnten
Gebäuden entfernt gelegen ſind. |
* Die beiden Beſchuldigten, wel<e nachgewieſenermaßen
in ihrem in der Stadt R. innerhalb eines
bewohnten Häuſerquartier8 gelegenen Hauſe ſeit
mehreren Jahren ein Lager ungegerbter Häute halten,
und wegen Zuwiderhandlung gegen dieſe ortspolizeiliche
Vorſchrift beſtraft wurden, haben in der
gegen das oberrichterliche Urtheil eingelegten Nichtig-Feit8beſchwerde
die Behauptung aufgeſtellt, daß die
zur Anwendung gelangte ortspolizeiliche Vorſchrift
mit 88. 1, 16 und 42 ver . Reichögewerbeordnung
in Widerſpruch ſtehe.
Die Zurü&weiſung dieſer Beſchwerde wird wie
folgt begründet:
Durch die Vorſchrift des 8. 1 der RGO. ſoll.
ten nur die der Zulaſſung zum Gewerbebetriehe
entgegenſtehenden Beſchränkungen beſeitigt, und nyr